15.04.2018

Zuschauer sorgen bei Westend-Croatia für Abbruch

Kreisoberliga Frankfurt: Fechenheim und Tarik siegreich

Rödelheims Arazm Saghafi (links) musste bei Blau-Gelb (rechts Karim Bökenkamp) eine zweistellige Niederlage hinnehmen. Foto: Jörg Schulz

Der Spieltag in der Kreisoberliga Frankfurt wurde von einem Spielabbruch überschattet. Zuschauerausschreitungen waren der Grund für das vorzeitige Ende der Partie SG Westend - FC Croatia. An der Tabellenspitze konnten die Spvgg. 03 Fechenheim und der SV Griesheim Tarik jeweils Heimsiege einfahren. Nach weiteren Niederlagen können Rödelheim, der BSC 19 und die TSG 51 wohl endgültig für die A-Klasse planen.

FC Kalbach II - SV Viktoria Preußen 1:3 (0:1)

FCK-Trainer Karol Drynda akzeptierte die Heimniederlage seines Teams: "Kein Vorwurf an die junge Mannschaft, wenn sie Fehler macht. Wir hatten noch einige Möglichkeiten, aber die Preußen haben verdient gewonnen." Torjäger Stefano Amore hatte die Gäste von der Hügelstraße früh mit 1:0 in Führung gebracht und erhöhte nach dem Seitenwechsel per Kopfball auf Flanke von Daniel Rother auf 2:0. Der Goalgetter leistete dann die Vorarbeit zum 3:0 durch Anass Barkok. Bei den Gastgebern konnte Talent Soufiane Moussaoui nach einem Eckball nur noch auf 1:3 verkürzen. Simon Kutt von Kalbach II traf noch den Pfosten, Stefano Amore von den Gästen die Latte. "Kalbach hatte nach unserer frühen Führung mehr Spielanteile. Nach meiner Halbzeitansprache und einigen Umstellungen haben wir nichts mehr zugelassen", analysierte Preußen-Trainer Ramzi Kallel. Beide Teams stehen auf Rang fünf und acht jenseits von Gut und Böse. Kalbachs Tony Hook musste mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Wir wünschen ihm gute Besserung", sagte Drynda.

Schiedsrichter: Thomas Hamel (Friedberg).
Zuschauer: 60.
Tore: 0:1 und 0:2 Stefano Amore (4., 50.), 0:3 Anass Barkok (56.), 1:3 Soufiane Moussaoui (65.).

SV Blau-Gelb - 1. FC 02 Rödelheim 10:2 (5:1)

Durch den zweistelligen Kantersieg steht Aufsteiger Blau-Gelb weiter mit einem Punkt Vorsprung vor dem Relegationsplatz, während die desolaten Rödelheimer bei nun zwölf Punkten Rückstand und nur noch fünf ausstehenden Spielen fast abgestiegen sind. "Das war ein Klassenunterschied. Wir waren extrem fokussiert und wussten, worum es geht. Es geht unten weiter eng zu. Der Monat April ist für uns entscheidend", sagte Blau-Gelb-Trainer Sven Janssen. Überragender Mann beim Team vom Ginnheimer Wäldchen war Mittelfeldspieler Orazio Giorgianni, der im ersten Abschnitt vier der fünf Tore zur 5:1-Führung beisteuern konnte. Außerdem traf Spielmacher Amin Asli dreifach, einmal davon per Foulelfmeter. Die übrigen Tore der Hausherren markierten Deniz Dogan, Yanni Fischer und Kapitän Marijo Papic. RFC-Pressesprecher Volker Flauaus war restlos bedient: "Das war eine Katastrophe hoch zehn. Die Moral war unter aller Kanone. Wir leisten uns eklatante Abspielfehler, die der Gegner rigoros ausnutzt. Es fehlt an Spielverständnis und wir weisen technische Mängel auf. Das war grausam und an so eine hohe Niederlage kann ich mich in zehn Jahren nicht erinnern. So reicht das nicht einmal für die A-Klasse." Enno Lang und Cirak Gebleluel trafen für den RFC, Steffen Robertz scheiterte mit einem Handelfmeter an BG-Torhüter Mario Blümel.

Schiedsrichter: Sercan Kaya (Limburg).
Zuschauer: 110.
Tore: 1:0 Orazio Giorgianni (1.), 2:0 Amin Asli (7.), 3:0 Orazio Giorgianni (15.), 3:1 Enno Lang (16.). 4:1 und 5:1 Orazio Giorgianni (30., 40.), 6:1 Amin Asli (57., Foulelfmeter), 7:1 Deniz Dogan (62.), 8:1 Amin Asli (70.), 9:1 Yanni Fischer (78.), 9:2 Cirak Gebreluel (80.), 10:2 Marijo Papic (90.).
Besonderes Vorkommnis: Blau-Gelb-Torhüter Mario Blümel hält Handelfmeter von Rödelheims Steffen Robertz (39.).

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SV Griesheim Tarik - BSC SW 19 6:0 (4:0)

Griesheim Tarik fertigte den designierten Absteiger vom Rosegger trotz personeller Ausfälle ohne Probleme mit 6:0 ab und kann jetzt schon mindestens für die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga planen. "Die anderen Spieler haben ihre Chancen genutzt und mit One-Touch-Fußball das Spiel dominiert. Ich wusste um die Schwächen und Stärken des BSC. Wegen des Wetters und des klaren Vorsprungs hat die Konzentration dann nachgelassen. Nach zwei torlosen Spielen haben wir uns den Frust von der Seele geschossen", berichtete Griesheim Tariks Trainer Jorge Huberman. Ahmet Keser (3) und Mostafa El Aadmi (2) wechselten sich beim Toreschießen ab. El Mard Zouhir machte das halbe Dutzend voll. Für den BSC 19 geht es nach zwei Jahren Kreisoberliga wohl runter in die A-Klasse. 13 Punkte Rückstand zum Relegationsplatz sind in sechs Spielen kaum noch aufholbar.

Schiedsrichter: Onur Yusuf Sahin (Dienheim).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Mostafa El Aadmi (22.), 2:0 und 3:0 Ahmet Keser (23., 36.), 4:0 Mostafa El Aadmi (38.), 5:0 Ahmet Keser (50.), 6:0 El Mard Zouhir (80.).

Spvgg. 03 Fechenheim - TSG Niederrad 2:0 (0:0)

Spitzenreiter Fechenheim gelang gegen Abstiegskandidat TSG Niederrad ein Arbeitssieg, das räumte Sportdirektor Asghar Ali-Jaali ein: "Wir haben uns relativ schwer getan gegen eine sehr gut organisierte TSG Niederrad. Unter dem Strich geht der Sieg in Ordnung, weil wir die besseren Einzelspieler hatten. Es war aber in unserem umständlichen Spiel viel Sand im Getriebe." Nach einer torlosen ersten Hälfte brach Ouassim Ouass kurz nach der Pause den Bann. Tolga Tuygar machte mit dem verwandelten Foulelfmeter zum 2:0 alles klar. Zuvor hatten der Fechenheimer Mohab Egazi und der Niederräder Manuel Martin jeweils Gelb-Rot gesehen. Die Gäste stehen momentan auf dem ersten Abstiegsplatz und haben zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. "Das war viel zu wenig, nach vorne ging gar nichts. Beim 1:0 für Fechenheim hat der Schiedsrichter aber ein Foul übersehen", haderte Claus Flick, der Sportliche Leiter des Aufsteigers.

Schiedsrichter: Christian Rau (Hallgarten).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Ouassim Ouass (49.), 2:0 Tolga Tuygar (89., Foulelfmeter).
Gelb-Rote Karten: Mohab Egazi (Fechenheim, 85.), Manuel Martin (TSG Niederrad, 87.).

Concordia Eschersheim - FC Tempo 3:5 (2:2)

Tempos Spielertrainer Borislav Pilipovic schockte die Concorden nach 33 Sekunden mit dem Führungstreffer für die Serben. Die Eschersheimer konnten danach aber durch Adrian Mohr und Alexander Güldenring das Spiel drehen, bevor Slaven Sipic zum 2:2-Halbzeitstand ausglich. "In der ersten Hälfte war das ein Super-Spiel. Wir haben den frühen Rückstand gut weggesteckt. Nach der Pause haben wir gegen einen Top-Gegner gesehen, was wir noch lernen müssen. Wir haben alles reingehauen, aber gegen die körperliche Stärke und Erfahrung Tempos konnten wir nicht mithalten", resümierte Concordia-Trainer Roland Stipp. Dem überragenden Milos Mihajlovic gelang dabei ein Hattrick für die beste Rückrundenmannschaft, bevor Benjamin Tesar den 3:5-Endstand besiegelte. Eschersheims Ricardo Harrabi musste mit Gelb-Rot vorzeitig Duschen gehen. Die Gäste landeten den fünften Sieg in Serie. Damit zeigte sich der Sportliche Leiter der Gäste Zoran Marcetic hochzufrieden: "Es war ein gutes Spiel. Durch die Wechsel in der Halbzeit konnten wir Qualität von der Bank bringen. In der zweiten Hälfte waren wir die bessere Mannschaft. Wir haben einfach einen Lauf und haben unsere gute Rolle in der Rückrunde bestätigt."

Schiedsrichter: Oliver Bauriedl (Schwalbach).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Borislav Pilipovic (1.), 1:1 Adrian Mohr (11.), 2:1 Alexander Güldenring (21.), 2:2 Slaven Sipic (33.), 2:3, 2:4 und 2:5 Milos Mihajlovic (65., 76., 80.), 3:5 Benjamin Tesar (83.).
Gelb-Rote Karte: Ricardo Harrabi (Concordia, 74.).

FC Posavina - SC Weiss-Blau 2:0 (2:0)

Posavina rangiert durch den trockenen Heimsieg weiter auf dem Relegationsplatz. Die harmlosen Gäste von den Sandhöfer Wiesen sind nur noch sechs Zähler vom Abgrund entfernt. "Wir waren von Beginn an hellwach und haben uns stabilisiert. Matija Zivkovic ist nach seiner Rotsperre zurückgekommen und hat seine gute Leistung mit einem Tor gekrönt. Hinten hielten wir dicht, vorne war die Torausbeute das Manko. Die Einstellung war aber top. So sehe ich keine Probleme, die Klasse zu halten", resümierte FCP-Schatzmeister Pero Bosnjak. Patrik Udovicic und Matija Zivkovic per Kopfball machten für die Kroaten schon im ersten Durchgang alles klar. Gästeakteur Steffen Hagemann sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot.

Schiedsrichter: Mimoun Amer (Wiesbaden).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Patrik Udovicic (10.), 2:0 Matija Zivkovic (44.).
Gelb-Rote Karte: Steffen Hagemann (Weiss-Blau, 90.+1).

TuS Makkabi - TSG 51 4:2 (1:0)

"Die erste Halbzeit war nicht so gut. Nach der Pause konnten wir uns steigern, waren nach dem 4:0 aber nicht mehr so bei der Sache und haben es schleifen lassen", lautete das Fazit von Makkabis Trainer Maximilian Eilingsfeld nach dem Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten TSG 51, der damit nach sechs Jahren Kreisoberliga so gut wie abgestiegen ist. Es dauerte 35 Minuten an der sonnigen Bertramswiese, bis Thorben Alexander Fischer die Gastgeber per Kopfball mit 1:0 in Führung brachte. Nach dem Seitenwechsel spielte Makkabi seine Überlegenheit klassisch aus und legte durch Torjäger Ibrahim Abbouz (2) und Max Klarmann (Kopfball) weitere Tore nach. Nach dem 4:0 ließen die Hausherren nach und das Schlusslicht verkürzte durch Andreas Hesse und Pascal Hubbuch zum 4:2-Endstand. "Das war eine unnötige Niederlage. Wir haben unsere Chancen nicht gemacht und dann den Gegner zum Toreschießen eingeladen", befand Patrick Dorrmann, der Spielertrainer des designierten Absteigers.

Schiedsrichter: Patrick Retzlaff (Krombach).
Zuschauer: 60.
Tore: 1:0 Thorben Alexander Fischer (35.), 2:0 Ibrahim Abbouz (47.), 3:0 Max Klarmann (60.), 4:0 Ibrahim Abbouz (67.), 4:1 Andreas Hesse (70.), 4:2 Pascal Hubbuch (85.).

SG Westend - FC Croatia abgebrochen

65 Minuten war es auf dem Rasenplatz an der Sondershausenstraße in einer sportlich bedeutungslosen Partie ein faires Spiel, dann kam es beim Stande von 7:1 für die SG Westend zum Eklat. Der zuvor mit vier Toren überragende Kapitän der Hausherren Alen Tahirovic geriet mit Croatia-Tormann Ante Zubcic derart aneinander, dass beide Akteure mit der Roten Karte bedacht wurden. Als zahlreiche Zuschauer den Platz stürmten und einer der Randalierer den kroatischen Tormann niederschlug, brach Schiedsrichter Uwe Kersten aus Freigericht die Begegnung ab. "Ich verstehe nicht, warum das so ausgeartet ist. Die beiden Spieler sind aneinander geraten, ein Croatia-Spieler wollte schlichten und plötzlich waren Leute auf dem Platz", berichtete Westends Trainer Thomas Horn. Dass diese Zuschauer der SG Westend zugehörig sind, verneinte Horn: "Wir haben eine überschaubare Klientel an Fans und diese Leute waren mir nicht bekannt."

Dagegen sagte Croatias Trainer Daniel Konta: "Tahirovic ist gegenüber unserem Torwart ausgerastet, nachdem sie sich schon im Hinspiel und jetzt im Rückspiel gegenseitig beleidigt hatten. Der Zuschauer, der unseren Torhüter geschlagen hat, ist der SG Westend zuzurechnen. Warum sollte einer unserer Anhänger unseren Torwart schlagen?" Horn dagegen sah in Zubcic den Auslöser für die Tumulte: "Er hat unsere Spieler auf kroatisch beleidigt." Wie das Spiel nun gewertet wird, ist ein Fall für das Sportgericht. Die Partie stand zur Pause schon 6:0 und nach 65 Minuten 7:1. "Da es für beide Teams um nichts mehr geht und das Spiel klar entschieden war, wollen beide Teams kein Wiederholungsspiel", bekräftigte Horn.

Schiedsrichter: Uwe Kersten (Freigericht).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Victor Gonta (5.), 2:0, 3:0 und 4:0 Alen Tahirovic (11., 24, 28., Foulelfmeter), 5:0 und 6:0 Victor Gonta (31., 37.), 6:1 Dennis Grancic (47.), 7:1 Alen Tahirovic (60.).
Rote Karten: Alen Tahirovic (Westend, 65.), Ante Zubcic (Croatia, 65.).
Besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen Zuschauerausschreitungen (65.).

Autor: Pedro Acebes

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