14.11.2017

Yalin: "Will mit Vatanspor Meister werden"

Verbandsliga Süd: Ex-Profi ist gereift

Emin Yalin will mit Vatanspor hoch hinaus. Foto: Christoph Weß

Am Sonntag Nachmittag trauten wohl manche Zuschauer ihren Augen nicht, als der TSV Vatanspor Bad Homburg gegen Viktoria Nidda eine Einwechslung besonderer Würze vorgenommen hatte. Den Platz betrat der Ex-Profi Emin Yalin, der schon unter anderem für den FC Schalke 04 unter Vertrag stand und gleich mit zwei Toren eine erste Duftnote setzte.

Der Kontakt zum Süd-Verbandsligisten ist über seinen Jugendfreund Baris Odabas entstanden, den Emin Yalin schon lange kennt: "Wir sind sehr gute Jugendfreunde und haben bei Kickers Offenbach zusammen gespielt. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, bei Vatanspor Bad Homburg Fußball zu spielen, weil er wusste, dass ich das nur noch hobbymäßig machen würde." Ein Treffen mit den Vereinsverantwortlichen wurde dann zeitnah arrangiert: "Ich habe mich mit dem Vorstand und dem Trainer getroffen, und dann ging alles ganz schnell. Das hat nur ein paar Minuten gedauert", erzählt der 28-Jährige.

Warum Yalin seine Zelte in der Türkei abgebrochen hat, ist mehreren Tatsachen geschuldet: "Ich habe dort zwar bei sehr guten Vereinen gespielt, aber auch bei schlechten, wo die Zahlungsmoral und das Zwischenmenschliche schlecht waren. Ich wollte mich nicht mehr verarschen lassen. Außerdem war ich von meiner Frau und meinem Kind getrennt."

"Kehre nicht in den Profibereich zurück"

Nach seiner Jugendzeit beim FSV Frankfurt und Kickers Offenbach wechselte der Stürmer erst zur Reserve vom 1. FC Nürnberg und anschließend zum Bundesligisten FC Schalke 04. Das war aber nur von kurzer Dauer: "Es war einfach zu früh, ich war damals noch zu jung, und hatte keinen, der mich führt. Ich bin lieber mit Kevin Kuranyi feiern gegangen und habe sehr viele Fehler gemacht." Bestätigen kann Yalin auf jeden Fall, dass sein damaliger Trainer Felix Magath nicht umsonst den Spitznamen Quälix trägt: "Der ist noch viel schlimmer als ihn die Medien beschreiben. Da kann man noch 100 Prozent draufsetzen."

Für den Familienvater steht fest, dass er trotz seiner erst 28 Fußball-Lenze nicht mehr in den Profibereich zurückkehrt: "In der Türkei habe ich sehr gut verdient. Jetzt will ich Spaß haben und gerade den jungen Spielern weiterhelfen. Mit Vatanspor ist es mein Ziel, in dieser Saison Meister zu werden und in die Hessenliga aufzusteigen." Das Umfeld dazu dürfte für Yalin jedenfalls von Anfang an passen. Neben Odabas kennt er Torhüter Kai Klug noch aus gemeinsamen Zeiten beim FSV Frankfurt und Dennis Fliess privat, und "ich habe sofort gemerkt, dass alle Jungs hier sehr sympathisch sind."

Autor: Christoph Wess

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