13.12.2017

Waldgirmes verblüfft die Konkurrenz

Hessenliga: Trotz Platz zwei - Aufstieg keine Option

Erfolgstrainer Daniyel Bulut vom SC Waldgirmes. Foto: Mithat Gürser

Aufsteiger SC Waldgirmes verblüfft die Hessenliga. Nach dem 5:1-Sieg bei der SG Rot-Weiss Frankfurt überwintern die Mittelhessen auf Rang zwei der Tabelle. Ein Aufstieg in die Regionalliga ist für das Team von Trainer Daniyel Bulut allerdings keine Option. Die Lahnauer möchten lieber weiter auf gesunden Füßen stehen, statt wirtschaftliche Risiken einzugehen.

42 Punkte, seit zwölf Spielen ohne Niederlage und nach dem 5:1-Sieg bei Rot-Weiss Frankfurt der Sprung auf Platz zwei der Hessenliga-Tabelle. Beim SC Waldgirmes übertreffen sie sich gerade selbst. Der Hessenliga-Meister von 2009 ist in der Topgruppe angekommen. Doch wie damals nach dem Meistertitel, als der Verein aufgrund von nicht umsetzbaren Anforderungen an Vereinsstruktur und Spielstätte auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichtete und dem FC Bayern Alzenau den Vortritt ließ, ist auch diesmal die 4. Liga nicht umsetzbar. Das ist der erfolgreichen Mannschaft und dem mitreisenden Anhang durchaus bewusst. Angesprochen auf einen möglichen Aufstieg der Mittelhessen reagierten die Fans des SCW einstimmig: "Kein Thema für uns. Wir wollen lieber auf gesunden Füßen stehen bleiben", lautete der Tenor der meist rüstigen Rentner, die nach eigenen Aussagen bei jedem Heim- und Auswärtsspiel am Start sind.

Und auch Kapitän Dennis Lang ist das Vorhaben des Klubs, im Falle des Falles auf die Einreichung der Regionalliga-Unterlagen zu verzichten, schon seit längerem bekannt. In einem Interview sagte er nach dem Spiel: "Vom Verein ist vorgegeben, dass der Aufstieg keine Option ist". Vor der Saison lautete das Ziel der Lahnauer Klassenerhalt. Die magischen 40 Punkte sollten so schnell wie möglich erreicht werden. Mit 42 Zählern ist dieses Ziel bereits zur Winterpause erreicht worden. Der Aufschwung des SC Waldgirmes ist auch eng mit den Namen Daniyel Bulut und Peter Bätzel verbunden. Der 36-jährige frühere Trainer des FSV Fernwald und vom VfB Gießen hat den SCW im Sommer 2017 als Nachfolger von Peter Bätzel übernommen, der das Team zum Meistertitel in der Verbandsliga Mitte führte. Nachfolger Bulut hat Waldgirmes jetzt in die Spitzengruppe der Hessenliga geführt.

Eine Zigarette mit Basler als Nicht-Raucher

"Wir haben mittlerweile 22 Spiele auf gutem Niveau absolviert. Nach dem emotionalen Hoch gegen Alzenau ist das nächste Spiel immer gefährlich", sagte Bulut nach dem Spiel bei Rot-Weiss Frankfurt. Über den unerwartet guten Saisonverlauf urteilte der Übungsleiter: "Wir überwintern auf dem zweiten Tabellenplatz. Das ist sensationell für uns. Wir wissen das einzuschätzen und machen jetzt eine schöne Pause. Mal schauen, was in der Rückserie möglich ist". Bulut wird wohl der einzige Hessenliga-Trainer bleiben, der Mario Basler gleich zwei Mal begegnen durfte. Dementsprechend gut haben sich die beiden Trainer verstanden und tauschten sich schon vor der Partie intensiv im Ballraum aus.

In der Pressekonferenz richtete er spezielle Worte an Basler: "Ich hoffe, Du machst weiter. Für diese Liga warst Du definitiv eine totale Bereicherung. Unabhängig davon, dass wir sechs Punkte gegen Rot-Weiss holen konnten. Du hast uns alleine in Waldgirmes 860 Zuschauer beschert bei einem Spiel, wo normalerweise 150 Zuschauer kommen. Für mich war es eine Ehre, dich kennenzulernen. Ich habe Dich nur aus dem Fernsehen gekannt. Nachdem ich dich kennengelernt habe, bist Du ein sehr sympathischer Trainer und Mensch". Am Ende rauchten sie zusammen eine Abschieds-Zigarette, obwohl Bulut passionierter Nicht-Raucher ist: "Die eine Zigarette mit Mario Basler gönne ich mir. Nichts ist unmöglich. Vielleicht sehen wir uns doch nächstes Jahr wieder", beendete Bulut seine Ausführungen.

Autor: Pedro Acebes

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