07.11.2017

Vom "FC Bayern des Hochtaunus" nach Friedrichsdorf

Gruppenliga Frankfurt West: FSV-Stürmer trifft gegen den alten Verein

Die Gruppenliga-Partie gegen den FV Stierstadt war für Francesco Marino, der mittlerweile das Trikot des FSV Friedrichsdorf trägt, etwas ganz besonderes. Foto: Steffen Turban

Für den Stürmer ist es seine zweite Saison beim FSV Friedrichsdorf, aber nicht die erste in der Gruppenliga. Denn mit dem FV Stierstadt und der Usinger TSG, seinen beiden früheren Vereine, war Francesco Marino in dieser Spielklasse schon mal am Ball. Nun hat der 25-Jährige gegen seinen ehemaligen Verein Stierstadt am Sonntag in der Gruppenliga Frankfurt West gleich dreimal getroffen. Was er nach diesem emotionalen Spiel gemacht hat und welche Ziele Marino für die Zukunft hat, hat er unserem Portal verraten.

Mit fünf Jahren begann Francesco Marino mit dem Fußballspielen beim FV Stierstadt. Insgesamt 17 Jahre blieb der Stürmer dort, ehe er sich für einen Wechsel zur Usinger TSG entschied. "Ich wurde Torschützenkönig in der Kreisoberliga Hochtaunus und so wurde Usingen, die als der FC Bayern des Hochtaunus bezeichnet werden, auf mich aufmerksam", berichtet der heute 25-Jährige von seinem ersten Wechsel. Das war im Sommer 2015. Für den Stürmer folgte eine weitere Spielzeit in der Gruppenliga Frankfurt West, in der er schon für den FV Stierstadt einige Jahre zuvor gespielt hatte. Aufgrund einiger Differenzen kam Marino in der Rückrunde bei der TSG nur noch selten zum Einsatz und so entschied er sich, trotz des Aufstiegs in die Verbandsliga Süd über die Aufstiegsspiele, für einen Wechsel zum FSV. "Sehr viele meiner Kumpels spielen in Friedrichsdorf und das hat alles super gepasst", so der 25-Jährige, der sich mittlerweile sehr heimisch fühlt, wie er betont.

In der ersten Saison mit dem neuen Verein gelang dem Offensivmann dann direkt der Aufstieg von der Kreisoberliga in die Gruppenliga. Mit ihnen gemeinsam stieg auch Marinos alter Verein, der FV Stierstadt, auf. "Als wir in der letzten Saison gegen sie gespielt haben, habe ich total verkrampft gespielt, weil ich aufgeregt war, immerhin war es etwas besonderes für mich. Gleichzeitig war es aber auch ein richtiges Scheiß-Spiel von mir", erinnert sich der Stürmer nur ungern an das Aufeinandertreffen in der Kreisoberliga zurück. In der aktuellen Gruppenliga-Saison lief es nun aber deutlich besser für den 25-Jährigen, der am Sonntag gleich dreimal gegen Stierstadt traf. "Ein Kumpel von mir spielt noch dort, konnte aber leider nicht dabei sein. Deshalb habe ich ihm nach der Partie erst mal eine Nachricht geschrieben", berichtet Marino grinsend von diesem Tag.

Mit Herzblut zum Klassenerhalt

Es war der Hattrick für den 25-Jährigen in der Gruppenliga Frankfurt West, der seiner Mannschaft gleichzeitig wichtige Punkte eingebracht hat. Denn mit aktuell 16 Zähler steht der Aufsteiger im Tabellenkeller der Liga. Durch den 5:0-Erfolg gegen Stierstadt konnte der Abstand auf das rettende Ufer auf einen Punkt verkürzt werden. "Wir haben die letzten drei Spiele gewonnen, davor aber richtig auf den Sack bekommen", blickt Marino schmerzlich auf die acht Niederlage am Stück zurück, in denen der FSV satte 33 Gegentore kassierte und nur dreimal selbst traf. Daraus konnte das Trainerteam aber mit der Mannschaft wichtige Erkenntnisse ziehen, wie der Stürmer sagt: "Immerhin haben wir nun verstanden, dass wir mit Schönspielen in der Liga nicht weit kommen, sondern nur mit Herzblut."

Mit dieser Einsicht soll der Klassenerhalt gelingen, um auch in der kommenden Saison in der Gruppenliga spielen zu können. Dieses Ziel möchte Marino gemeinsam mit seiner Mannschaft erreichen, er hat sich aber auch ein persönliches Ziel gesetzt: "Wenn ich 15 Tore mache, wäre ich zufrieden." Langfristig gesehen macht sich der Stürmer über seine fußballerische Zukunft aber keinen Druck. "Ich habe noch nie in der Verbandsliga gespielt. Wenn das mit dem FSV klappen würde, würde ich das sehr gerne mitnehmen", sagt Marino mit einem Augenzwinkern und fügt hinzu, dass für ihn der Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund steht. "Außerhalb des Platzes würden wir Champions League spielen, was die Geschlossenheit betrifft. In der stehen wir keiner Mannschaft in etwas nach", so der 25-Jährige, der darauf hofft, auch in Zukunft einige Tore und Siege mit seinen Freunden und Mannschaftskollegen bejubeln zu können.

Autor: Selina Eckstein

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