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05.06.2017

Türk Gücü Hanau macht binnen zehn Minuten alles klar

Kreispokal-Finale Hanau: Petrovci-Elf gewinnt 4:1 gegen Niederrodenbach

Michele Moscelli (links) markierte zwei Tore im Kreispokal-Finale für Türk Gücü Hanau. Foto: Patrick Scheiber.

Das Hanauer Kreispokal-Finale zwischen Türk Gücü Hanau und Germania Niederrodenbach wurde am Pfingstmontag mit einem 4:1-Erfolg zu einer klaren Angelegenheit für den Ost-Gruppenligisten. Die Petrovci-Elf lieferte vor 885 Zuschauern im Herbert-Dröse-Stadion eine konzentrierte Vorstellung ab, entschied das Duell gegen den Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt Ost erst in den Schlussminuten mit drei Treffern binnen zehn Minuten. Die tapfere Germania belohnte sich im zweiten Durchgang mit einem Tor - mehr aber gestatteten souveräne Hanauer dem Kreisoberligisten nicht.

Germania Niederrodenbach - Türk Gücü Hanau 1:4 (0:1)

Türk Gücü Hanau feierte nach dem Schlusspfiff mit dem erstmaligen Kreispokal-Gewinn euphorisch einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte, mit dem die Hanauer sich auch für den kommenden Hessen-Pokalwettbewerb qualifiziert haben. "Wir sind alle gerührt und danken unseren Fans. Es ist auch das erste Mal, dass ein Verein mit Migrationshintergrund den Kreispokal in Hanau gewonnen hat. Viele Emotionen kommen heute zusammen. Es ist eine schöne Mischung der Kulturen", sagte Pressesprecher Tuncay Danis nach dem Cupgewinn. Türk Gücü Hanau dominierte von Beginn an mit viel Ballbesitz, Niederrodenbach agierte abwechselnd abwartend oder presste früh. Bei etlichen Ecken hatte die kompakte Germania im Zentrum die Lufthoheit, musste sich aber bei Temperaturen um die 24 Grad die Kräfte gut einteilen. Denn die Mannschaft von Spielertrainer Jochen Breideband ist derzeit alle zwei Tage im Einsatz.

Als Vizemeister der Kreisoberliga Hanau nimmt Niederrodenbach an der Gruppenliga-Aufstiegsrunde teil, unterlag am Samstag im Halbfinale dem 1. FC Langen mit 1:2. Zwei Tage nach dem Pokalendspiel steht für die Germania in Langen bereits das Rückspiel an, am Samstag möglicherweise das alles entscheidende Endspiel. Die Hanauer blieben am Anfang klar am Drücker und belohnten sich mit dem ersten Treffer. Nach einer Flanke vom linken Flügel war Michele Moscelli zur Stelle und brachte den Favoriten aus kurzer Distanz mit 1:0 in Führung (12.). Niederrodenbach präsentierte sich zwar zweikampfstark, hatte nach vorne aber keine zwingenden Aktionen. Chancen der hochüberlegenen und konzentriert wie geduldig aufspielenden Hanauer ergaben sich zwangsläufig. Nach einer Kopfballablage von Moscelli zielte TGH-Kapitän Tim Müller über das Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff flankte Müller auf Moscelli, dessen Volleyschuss am Tor vorbei strich. Mit Wiederanpfiff wagte Niederrodenbach mehr, kam aber nicht in die Zweikämpfe und so offensiv weiterhin kaum zum Zug.

Torwartfehler begünstigt das 1:1

Die Hanauer Türken verwalteten den Vorsprung, taten nicht mehr als nötig, um die Breideband-Elf in Schach zu halten. Aus dem Spiel heraus war Hanau nicht in Bedrängnis zu bringen, so musste ein Torwartfehler von Muhammed Tok herhalten, damit die Germania mit der ersten Tormöglichkeit zum Ausgleich kommen sollte. Der Keeper verschätzte sich bei einem weiten Ball des Kreisoberligisten nach vorne und ließ die Kugel erst aufspringen. Der Ball sprang über ihn drüber, genau vor die Füße von Spielertrainer Jochen Breideband, der zum 1:1 einschob (62.). Das Gegentor war für sein Pendant auf Hanauer Seite Blerim Petrovci das Signal, um sich selbst einzuwechseln. Sollte der Sieg des Favoriten noch in Gefahr geraten? Nein, das blieb der einzige Lapsus der Hanauer, die aufkommenden Hoffnungen der Germanen in den letzten zehn Minuten den Wind aus den Segeln nahmen.

Für die 2:1-Führung sorgte wiederum Moscelli mit einem Flachschuss aus zwölf Metern auf Vorarbeit von Halil Korkmaz (81.). Die überwiegend mit sehr hohen Rückennummern ausgestatteten Türken sorgten dann noch mit zwei weiteren Treffern für Volksfeststimmung unter ihren Anhängern. Zwar hatte Niederrodenbach davor mit einen 20 Meter-Schuss durch Dejan Gesch die Ausgleichsmöglichkeit besessen, aber Torhüter Tok parierte auch den Nachschuss von Spielertrainer Jochen Breideband. So vollendete Kapitän Tim Müller auf Zuspiel von Spielertrainer Petrovci zum 3:1 (89.), den Schlusspunkt setzte Petrovci in der Nachspielzeit mit einem Freistoß aus 17 Metern selbst (90./+1) und machte nach dem souveränen Vortrag den Einzug in den Hessen-Pokal perfekt. Einen Wunschgegner hat Pressesprecher Danis schon parat: "Kickers Offenbach wäre ein Traumlos. Wir möchten aber auch Niederrodenbach danken, die trotz des straffen Terminkalenders gespielt haben und wünschen ihnen für das Rückspiel in Langen viel Glück".

Die Statistik:

Germania Niederrodenbach: Eichholzer - Terhoeven, Kosalla (54. Gesch), Kröhl, Breideband, Noe, Scharlau, Gödecke, Schmitt, Bulut (46. Klimas), Wenisch - Trainer: Jochen Breideband.
Türk Gücü Hanau: Tok - Shima, Sungun (71. Dallal), Moscelli, Müller, Kciku (63. Petrovci), Korkmaz, Tastan, Türkyilmaz (83. Traband), Cimen, Kurt - Trainer: Blerim Petrovci.

Schiedsrichter: Raik Noll (Büdingen).
Zuschauer: 885.
Tore: 0:1 Michele Moscelli (12.), 1:1 Jochen Breideband (62.), 1:2 Michele Moscelli (81.), 1:3 Tim Müller (89.), 1:4 Blerim Petrovci (90./+1).

Autor: Pedro Acebes

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