23.12.2017

torgranate-Analyse: Viktoria Griesheim

Hessenliga: Trainerentlassung und Auswärtsschwäche

Griesheims Stürmer Yves Böttler (links) führt die interne Torschützenliste sowie die der Hessenliga an. Foto: Steffen Turban

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Hessenligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist Viktoria Griesheim an der Reihe.

Bisheriger Saisonverlauf:

Viktoria Griesheim hat in dieser Saison schon einige Höhepunkte, wie zum Beispiel der 5:0-Erfolg gegen den FC Ederbergland, als auch negative Erlebnisse gehabt. Außerdem hatten sich die Verantwortlichen mehr von der Hinrunde erhofft, weshalb Trainer Suat Türker nach der schmerzlichen 0:7-Niederlage gegen Rot-Weiss Hadamar entlassen wurde. Der Sportliche Leiter, Peter Seitel, übernahm daraufhin die Geschicke und nur drei Spieltage später siegten die Griesheimer 5:2 gegen Bayern Alzenau.

Mittlerweile befindet sich die Viktoria auf Platz 13 in der Tabelle, hat fünf Zähler Vorsprung auf den FC Ederbergland und nur einen Punkt Rückstand auf Neu-Isenburg. Sollte es am Ende der Saison allerdings fünf Absteiger geben, würde Platz 13 nicht reichen, um die Klasse zu halten.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Yves Böttler: Vor allem einer machte direkt auf sich aufmerksam und schlug voll ein: Yves Böttler, der die interne Torschützenliste der Griesheimer anführt, sowie der beste Schütze der gesamten Liga ist. Doch Sperren und kleinere Verletzungen sorgten für Zwangspausen. Trotzdem belegt der Neuzugang von den Sportfreunden Seligenstadt mit 15 Treffern immer noch den ersten Platz der Torschützenliste der Hessenliga.

Oliver Schumacher: Auch der Abwehrspieler, der vor der Saison von Liga-Konkurrent SC Hessen Dreieich gekommen war, konnte das Trainergespann direkt überzeugen und wurde zu einer wichtigen Stütze in der Defensive. In nur drei von 19 Begegnungen stand Schumacher nämlich nicht in der Startaufstellung.

Fidan Salii: In den letzten Wochen steigerte sich Fidan Salii, der wie Yves Böttler vor der Saison aus Seligenstadt gekommen war, was auch Trainer Peter Seitel bestätigte: "Er hat Potenzial." In 18 Partien erzielte der 19-Jährige dabei bislang zwei Tore und könnte in der Restrunde weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Und dann gibt es noch einen Neuzugang, der ziemlich schnell wieder weg war: Ibrahim Cigdem absolvierte ein paar Einheiten in der Vorbereitung für Griesheim, ehe es ihn zu Ligakonkurrent Rot-Weiss Frankfurt zog, was Seitel im Nachhinein sehr bedauert. Doch es habe einfach in der Summe nicht funktioniert, erklärte der Sportliche Leiter und aktuelle Trainer.

Das bleibt in Erinnerung:

Besonders gut in Erinnerung wird der 5:2-Erfolg gegen Bayern Alzenau bleiben, denn bereits zur Halbzeit führten die Griesheimer mit 4:1. Peter Seitel selbst hätte nicht damit gerechnet, dass das Spiel so verlaufen wird: "Ich hatte mir ein paar Wochen zuvor Dreieich gegen Alzenau angesehen und war ziemlich beeindruckt von der Mannschaft von Angelo Barletta." Trotzdem hatte Griesheims Coach nach dem Spiel mehr Grund zur Freude und Alzenaus Coach musste feststellen, dass er die falsche Aufstellung gewählt hatte.

Dass es überhaupt dazu kam, das der Sportliche Leiter wieder auf der Trainerbank Platz nahm lag auch an der bisher höchsten Saisonniederlage (0:7 gegen Hadamar), die zur Entlassung von Trainer Suat Türker führte. Nun wird Seitel bis zum Saisonende Coach des Hessenligisten sein, ehe sich der Verein nach einer neuen Lösung umgesehen wird.

Ausblick:

Viele Mannschaften kämpfen um den Klassenerhalt. Auch Viktoria Griesheim wird wohl bis zum Ende der Runde in der unteren Tabellenregion vertreten sein. Der Klassenerhalt soll deshalb durch "solides Arbeiten" gelingen, wie es Peter Seitel formulierte. Der Trainer der Viktoria ist sich sicher, dass dies auch gelingen kann. Allerdings müssen die Griesheimer dafür an ihrer Auswärtsschwäche arbeiten. Der letzte Auswärtssieg liegt nämlich schon über ein Jahr zurück (2:0-Erfolg am 3. Oktober 2016 bei Borussia Fulda). Da die Viktoria das neue Jahr am 03. März 2018 mit einem Auswärtsspiel beim OSC Vellmar starten wird, hätten sie dort bereits die Möglichkeit, diese Negativserie zu beenden.

Autor: Selina Eckstein

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