28.12.2017

torgranate-Analyse: VfB Ginsheim

Kleinstes Etat und jüngste Mannschaft

Neuzugang Mahdi Mehnatgir (rechts) erzielte die meisten Tore für den VfB Ginsheim in der Hinrunde. Foto: Steffen Turban

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Hessenligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist der VfB Ginsheim an der Reihe.

Bisheriger Saisonverlauf:

Mit dem kleinsten Etat, der jüngsten Mannschaft, aber gleichzeitig auch mit einem sehr großen Kader ist der VfB Ginsheim als Aufsteiger in die Hessenliga-Saison 2017/18 gestartet. Zum Winter steht der Verein nun auf dem elften Tabellenplatz und hat 25 Zähler auf dem Konto. "Keiner von uns hat gewusst, was uns erwartet. Aber wir sind nun in der Liga angekommen", so Trainer Artur Lemm, der mit der Platzierung sowie Torausbeute und den Punkten sehr zufrieden ist.

Allerdings weiß Ginsheims Coach auch, dass in einigen Partien, die knapp verloren wurden oder die unentschieden endeten, mehr drin war. "Ich bin ein kritischer Trainer, denn ich möchte das Potenzial immer zu 100 Prozent aus meinen Spielern heraus kitzeln. Aber es ist wohl der fehlenden Erfahrung geschuldet, dass wir Punkte liegen gelassen haben." Als bestes Beispiel gilt hierfür die Partie beim TSV Lehnerz, die zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer waren. Der VfB gab nämlich in dieser Begegnung noch eine 3:0-Führung aus der Hand und musste sich am Ende mit einem 3:3-Unentschieden zufrieden geben.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

"Trotz des großen Kaders hat jeder seine Rolle in der Mannschaft und das hängt nicht von der Einsatzzeit ab. Jede Rolle muss dabei mit Leben gefüllt werden und das haben die Neuzugänge gut verinnerlicht. Sportlich als auch menschlich passt das sehr gut", äußerte sich Ginsheims Trainer nicht nur zu seinem Kader im Allgemeinen, sondern auch zu den Neuzugängen.

Einige von ihnen konnten sich dabei direkt zu Stammspielern entwickeln, wie zum Beispiel Eduardo Landu Mateus (zuvor vereinslos), Francesco Teodonno (U19 Wehen Wiesbaden), Mahdi Mehnatgir (TSG 184 Mainz-Kastel), Nils Fischer (FC 08 Homburg) und auch Liam Fisch (U19 SV Darmstadt 98). Auch Eray Eren, der vom Liga-Konkurrenten SC Hessen Dreieich gekommen ist, kam bislang in 13 Partien zum Einsatz. Zudem führt Mehnatgir mit acht Treffern die interne Torschützenliste des VfB an.

Amin Ahmed (SV Eichede) und Maximilian Thomasberger (Viktoria Kelsterbach) wurden bislang zwar noch nicht so häufig eingesetzt, konnten dafür aber auch weitere Erfahrungen bei Pflichtspielen in der zweiten Mannschaft sammeln. Ebenso ist es bei Simon Geisler, der letzte Neuzugang der Ginsheimer im Sommer, der zuvor bei der zweiten Mannschaft des SV Sandhausen kickte.

Das bleibt in Erinnerung:

Am 28. Juli wurde bei Viktoria Griesheim die erste Hessenliga-Partie in der Ginsheimer Vereinsgeschichte angepfiffen. Gleichzeitig ist es also nicht nur eine besondere Partie, sondern auch eine historische. Deshalb überrascht es nicht, dass dies auch für Artur Lemm besonders in Erinnerung geblieben ist: "Das war auch gleichzeitig das emotionalste Spiel für mich." Weil die Emotionen dabei etwas mit ihm durchgingen, wurde der VfB-Coach vom Schiedsrichter hinter die Barriere geschickt. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Trainer. Trotzdem war das Spiel für Lemm "sensationell", wie er sagt, denn in Unterzahl holte seine Mannschaft noch einen Punkt beim 1:1-Unentschieden gegen die Griesheimer.

Ausblick:

In der Winterpause möchte Artur Lemm mit seiner Mannschaft am System feilen, um sich taktisch zu verbessern. Das große Manko bleibt allerdings die Erfahrung, die den Ginsheimern aktuell noch fehlt. Deshalb will der VfB-Trainer auch am konstanten Siegeswillen mit seiner Mannschaft arbeiten. "Wir brauchen 'Erfolgsgeilheit', um dauerhaft Erfolg zu haben. Das ist alles eine Frage der Mentalität", so Lemm, der hofft, dass "der Kader in seiner Form so zusammenbleibt, um zusammen reifen zu können. Dann können wir in Zukunft beständiger spielen."

Sollte es damit am Ende für einen Rang über den Abstiegsplätze reichen, wäre das der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte der Ginsheimer. "Platz elf würde ich sofort unterschreiben", betonte Lemm mit einem Blick auf den aktuellen Tabellenplatz.

Autor: Selina Eckstein

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