19.11.2017

Tamim Jusofies kurioser Platzverweis

Kreisoberliga Frankfurt: Fechenheim und Tarik patzen

Kurioser Platzverweis: Fechenheims Kapitän Tamim Jusofie. Foto: Jörg Schulz

Am ersten Rückrundenspieltag der Kreisoberliga Frankfurt haben die beiden führenden Mannschaften jeweils gepatzt und ihre Auswärtsspiele verloren. Der SV Griesheim Tarik unterlag beim FC Posavina mit 1:2, während sich die Spvgg. 03 Fechenheim bei Concordia Eschersheim mit 2:4 geschlagen geben musste. Davon konnten der TuS Makkabi und der FC Kalbach II nicht profitieren, denn das Vefolgerduell endete 2:2. Im Tabellenkeller wird der Rückstand der beiden Schlusslichter Rödelheim und BSC SW 19 zum rettenden Ufer immer beträchtlicher.

SG Westend - 1. FC 02 Rödelheim 1:0 (0:0)

Bei der SG Westend waren zwar offiziell drei Auswechselspieler auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt worden, wirklich einsatzfähig waren diese vermeintlichen Reservisten jedoch nicht. Deswegen mussten die Gastgeber auch ohne Wechsel auskommen und gingen sogar mit angeschlagenen und kranken Spielern in die Partie. Das goldene Tor des Nachmittages gegen den Abstiegskandidaten gelang Emir Rovcahin in der 76. Minute, als die Rödelheimer sich nach vorne orientiert hatten und die Gästeabwehr durch einen langen Ball ausgehebelt wurde. Zuvor hatte Alen Tahirovic die Latte getroffen. Den Sieg zu verdanken hatte Westend aber Torhüter Hilmo Preljevic, der sämtliche RFC-Chancen zunichte machte. "Wir mussten in der zweiten Hälfte Geduld haben und wussten, dass wir noch ein Tor machen", befand SGW-Trainer Thomas Horn. Zu einem bedauerlichen Zwischenfall kam es in der Schlussphase, als Jamal El Baouti seinem Kapitän Mirsen Mustajbegovic unabsichtlich den Ellbogen ins Gesicht rammte. Mustajbegovic spielte die letzten zehn Minuten verletzt weiter, dann ließ er sich mit einem Nasenbeinbruch verletzt ins Krankenhaus einliefern. Rödelheims Pressesprecher Volker Flauaus bilanzierte: "Es war auf dem tiefen Rasen mehr drin. Wir sind aber vorne zu harmlos und ohne Durchschlagskraft. Somit hat die Effektivität gefehlt. Vorne krankt es, das ist das alte Lied".

Schiedsrichter: Ingmar Schnurr (Wiesbaden).
Zuschauer: 20.
Tor: 1:0 Emir Rovcahin (76.).

FC Tempo - BSC SW 19 3:2 (1:1)

"Das war ein Arbeitssieg in einem ausgeglichenen Spiel", lautete der kurze Kommentar von Tempos Sportlichem Leiter Zoran Marcetic zum Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten. Milos Mihajlovic hatte die Serben an der Ginnheimer Woogwiese mit 1:0 in Führung gebracht. Kurz vor dem Halbzeitpfiff glich Max Schneidmüller für das Schlusslicht aus. Mit Hilfe des Innenpfostens gerieten die Hausherren durch Marijan Babic wieder auf die Siegerstraße. Vladan Nikolic baute den Vorsprung Tempos mit einem abgefälschten Freistoß auf 3:1 aus. Als FCT-Torhüter Amir Babaei einen Rückpass mit der Hand aufnahm, gab es indirekten Freistoß für den BSC aus zwei Metern Torentfernung. Maximilian Büge verkürzte auf 3:2, zu mehr reichte es für den Tabellenletzten aber nicht mehr. So war dann auch BSC-Coach Ramazan Ünlü enttäuscht: "Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben und drei Punkte verschenkt. Mit der Leistung und dem gezeigten Willen bin ich aber zufrieden".

Schiedsrichter: Nurettin Özkesen (Oberursel).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Milos Mihajlovic (16.), 1:1 Max Schneidmüller (45.), 2:1 Marijan Babic (71.), 3:1 Vladan Nikolic (75.), 3:2 Maximilian Büge (79.).

FC Germania Enkheim - TSG Niederrad 1:2 (1:1)

Enkheims Fieberkurve zeigt weiter nach unten, während der TSG Niederrad nach Wochen der Erfolglosigkeit ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelang. "Wir haben das Spiel kontrolliert und voll im Griff gehabt. Wir haben uns auch in der zweiten Halbzeit nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das war ein wichtiger Sieg. Mit diesem Aha-Erlebnis sind wir im Kopf hoffentlich freier geworden", freute sich Claus Flick, der Sportliche Leiter der TSG Niederrad. Ein Sonderlob bekam der nach seiner Rotsperre zurückgekehrte Mittelfeldspieler Mohammed Rachidi. "Er hat uns im Mittelfeld Stabilität gegeben", meinte Flick. Nach zehn sieglosen Spielen konnten die Niederräder wieder einen Dreier verbuchen. Auf Zuspiel von Max Simon Fiege hatte Oguz Akkas die Gäste mit 1:0 in Führung gebracht. Der Gruppenliga-Absteiger egalisierte durch eine sehenswerte Direktabnahme von Marcel Dücker kurz vor dem Pausentee. Im zweiten Abschnitt stand das Spiel auf des Messers Schneide, bis Oktay Sen mit einem Distanzschuss aus 25 Metern die zuletzt so erfolglosen Niederräder wieder jubeln ließ. Enkheims Trainer Tihomir Tomic sprach Klartext: "Damit sind wir im Abstiegskampf angekommen. Ratlosigkeit macht sich breit".

Schiedsrichter: Patrick Nied (Frankfurt).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Oguz Akkas (25.), 1:1 Marcel Dücker (44.), 1:2 Oktay Sen (77.).

Concordia Eschersheim - Spvgg. 03 Fechenheim 4:2 (2:2)

In der Anfangsphase hatten die Gastgeber einen Foulelfmeter, doch Andreas Pannek konnte Fechenheims Torhüter Dennis Reuswig vom Punkt aus nicht überwinden. Wenige Minuten später ging der Tabellenzweite aus Fechenheim durch den abgefälschten Volleyschuss von Tolga Tuygar mit 1:0 in Führung. Durch schnelle Angriffe bekam die Concordia das Spiel in der Folge immer besser in Griff und belohnte sich kurz vor dem Seitenwechsel mit einem Doppelschlag.

Adrian Mohr konnte die jeweiligen Zuspiele von Ricardo Harrabi und Jurij Dutchak verwandeln und die Eschersheimer führten mit 2:1. Das war jedoch nicht der Halbzeitstand, denn 03-Kapitän Tamim Jusofie glich mit einem Distanzschuss fast postwendend zum 2:2 aus. Auch nach dem Halbzeitpfiff des jungen Schiedsrichters Maurizio-Luis Ronconi aus Kahl am Main stand Jusofie im Mittelpunkt. "Jusofie hat dem Schiedsrichter den Ball zugeworfen. Dieser konnte ihn aber nicht richtig aufnehmen. Daraufhin hat der Unparteiische ihm die Gelb-Rote Karte gezeigt", berichtete Fechenheims Sportdirektor Asghar Ali-Jaali.

Dafür fehlte dem Funktionär jegliches Verständnis: "Das war spielentscheidend. Jusofie ist einer der fairsten Spieler, die ich kenne. Das war schon ein kurioser Platzverweis. Es ist schon sehr merkwürdig, einen 16-jährigen Schiedsrichter zu so einem Spiel zu schicken", beschwerte sich Ali-Jaali. Die Gäste waren im zweiten Abschnitt in Unterzahl drauf und dran, in Führung zu gehen. Concordias Simon Kramer kratzte einen Schuss von Ouassim Ouass von der Torlinie.

"Mit Yikilmaz und Ouass war Fechenheim jederzeit gefährlich. Wir haben das Spiel breit und tief gemacht. Dazu hatten wir das Glück, welches uns lange gefehlt hat. Die Einwechselspieler haben frischen Wind gebracht und ihre erhaltene Chance gut genutzt", freute sich Concordias Trainer Roland Stipp. In der Schlussphase hatten die Gastgeber den längeren Atem. Janek Josef Mohr und David Schestag in der Nachspielzeit machten das 4:2 perfekt. "Kein Vorwurf an das Team. Wir haben alle Tugenden an den Tag gelegt", sagte Ali-Jaali nach der zweiten Niederlage in Folge.

Schiedsrichter: Maurizio-Luis Ronconi (Kahl am Main).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Tolga Tuygar (16.), 1:1 und 2:1 Adrian Mohr (39., 44.), 2:2 Tamim Jusofie (44.), 3:2 Janek Josef Mohr (85.), 4:2 David Schestag (90.+2).
Gelb-Rote Karte: Tamim Jusofie (Fechenheim, nach Abpfiff der ersten Halbzeit).
Besonderes Vorkommnis: Fechenheims Torhüter Dennis Reuswig hält Foulelfmeter von Eschersheims Andreas Pannek (10.).

FC Posavina - SV Griesheim Tarik 2:1 (0:1)

Posavina gelang mit dem Heimsieg gegen den Tabellenführer ein ganz großer Coup und verschaffte sich mit dem dritten Sieg in Folge noch mehr Luft im Abstiegskampf. "Wir haben den Gegner mit vielen Emotionen erwartet und haben uns etwas ausgerechnet. Wir konnten unser Potenzial abrufen und befinden uns zu Unrecht da unten. Im letzten Drittel der zweiten Hälfte haben wir mehr investiert und uns für unseren Fleiß gegen Ende des Spiels belohnt", jubelte Posavinas Sportlicher Leiter Pero Bosnjak. Die ersatzgeschwächten Gäste von der Griesheimer Lärchenstraße führten durch einen Flatterfreistoß von Anas Amjahid zur Pause mit 1:0. Im zweiten Durchgang verpasste es der Klassenprimus, weitere Treffer nachzulegen. So machten die Kroaten immer mehr Druck und glichen nach einer Flanke von Marin Bago zum 1:1. In der Nachspielzeit kam es dicker für die Gäste, denn nach einem Eckball von Danijel Koturic war Sasa Cancarevic mit dem Kopf zur Stelle und machte den 2:1-Endstand perfekt. Kurz darauf sah noch Posavinas Mato Djukic die Gelb-Rote Karte. "Klarstes Abseits beim Siegtreffer", monierte Tarik-Trainer Jorge Huberman, der von einem "rustikalen Sieg der "Hausherren" sprach. "Wir haben eine leichte Überheblichkeit an den Tag gelegt und es verpasst, uns oben abzusetzen. Wir hatten keine Entlastung mehr in den letzten 20 Minuten. Unser Sturm war abgemeldet und zeigte zu wenig Engagement. Taktisch agierten wir undiszipliniert und sind in alte Strickmuster verfallen", kritisierte der Coach, der auf Kapitän Issam Chami und Mittelfeldmotor Zakaria Amjahid verzichten musste.

Schiedsrichter: Jörg Coenen (Limburg).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Anas Amjahid (34.), 1:1 Anto Pejic (83.), 2:1 Sasa Cancarevic (90.+2).
Gelb-Rote Karte: Mato Djukic (Posavina, 90.+3).

TuS Makkabi - FC Kalbach II 2:2 (2:1)

Im Verfolgerduell trennten sich beide Teams an der Bertramswiese mit einem 2:2-Unentschieden. Beide Trainer waren sich über die Berechtigung des Resultates einig. Makkabis Trainer Maximilian Eilingsfeld hatte "ein tolles Spiel auf Augenhöhe mit einem gerechten Remis" gesehen. FCK-Coach Karol Drynda sah "ein am Ende gerechtes Remis. Wir sind froh, dass wir den 3. Platz verteidigt haben. Wir haben eine tolle Moral bewiesen". Zunächst wähnten sich die Platzherren auf der Siegerstraße. Kalbachs Innenverteidiger Fabian Raue rutschte auf dem glitschigen Rasen aus. Davon profitierte Branislav Glamocanin, der auf und davon zog und das 1:0 erzielte. Das 2:0 Makkabis resultierte aus einem Eckball und einer Kopfballablage von Marlon Huberman auf Karim Julian Zine. Der Anschlusstreffer von Konstantin Fujiwara mit dem Halbzeitpfiff brachte die Nordfrankfurter zurück ins Spiel. Letztlich fiel der Ausgleich nach einer präzisen Flanke von Jonas Steenken in die Mitte. Zine grätschte in den Ball hinein und fabrizierte ein Eigentor. Ansonsten hätte wohl FCK-Torjäger Lukas Höll eingeschoben. "Ich bin zufrieden. Unsere Einstellung hat gestimmt", bekräftigte Eilingsfeld.

Schiedsrichter: Oliver Bingmer (Ortenberg).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Branislav Glamocanin (3.), 2:0 Karim Julian Zine (17.), 2:1 Konstantin Fujiwara (45.), 2:2 Karim Julian Zine (75., Eigentor).

TSG 51 - FC Croatia 1:5 (0:2)

Fünf Tage nach der 6:2-Gala gegen die TSG Niederrad musste die TSG 51 im Nachbarschaftsduell gegen den FC Croatia einen herben Rückschlag im Abstiegskampf einstecken. "Leider können wir ein gutes Spiel nicht bestätigen. Die ersten 20 Minuten waren OK, aber nach dem 0:1 sind wir nicht mehr ins Spiel gekommen. Wir brauchen ganz dringend Konstanz in unseren Leistungen", bedauerte Patrick Dorrmann, der Spielertrainer der TSG 51. Croatia legte durch einen 18-Meter-Schuss von Ivan Puljic das 1:0 vor. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Dennis Grancic auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel waren Ivan Propedalo zum 3:0 und Grancic nach einem Freistoß in die Mauer zum 4:0 erfolgreich. Der Ehrentreffer der TSG 51 war dem stürmenden Verteidiger Felix Flüs vorbehalten, den Schlusspunkt setzte Daniel Soldo mit einem abgefälschten Schuss gegen die Laufrichtung von TSG 51-Torhüter Holger Wenninger. "Wir haben das Spiel dominiert und unsere taktischen Vorgaben gut umgesetzt", freute sich Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta.

Schiedsrichter: Christian Steib (Niddatal).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Ivan Puljic (15.), 0:2 Dennis Grancic (43.), 0:3 Ivan Propadalo (56.), 0:4 Dennis Grancic (58.), 1:4 Felix Flüs (75.), 1:5 Daniel Soldo (77.).

SC Weiss-Blau - SV Viktoria Preußen 3:2 (0:1)

"In der ersten Halbzeit waren wir noch nicht so richtig auf dem Platz. Da haben wir nur reagiert und vergessen zu agieren. Mit der zweiten Hälfte bin ich zufrieden. Mit einer Steigerung und den nötigen taktischen Umstellungen haben wir in einem spielerisch besseren Spiel den Sieg noch eingefahren", gab Weiss-Blaus Trainer Antonio Brenes, der Ex-Profi von Betis Sevilla, zu Protokoll. Die Gäste von der Hügelstraße lagen nach einem Stellungsfehler der Gastgeber durch Hassan Taadou mit 1:0 in Führung und hatten optische Feldvorteile. Nach dem Seitenwechsel drehte jedoch Weiss-Blau auf. Nach einer Flanke von Konstantin Schmidt Narischkin köpfte Oscar Kosok zum 1:1 ein. Die Preußen legten nach etwas mehr als einer Stunde nach einem Eckball wieder vor. Ein Kopfball von Daniel Rother prallte von WB-Torhüter Lukas Steinfels zu Rother ab, von dessen Knie der Ball den Weg ins Tor fand. Mit einem Konter glich Steffen Hagemann auf Zuspiel von David Brenes zum 2:2 aus. Der Siegtreffer der Gastgeber war auch gleichzeitig der schönste Treffer. Schmidt Narischkin traf vom Strafraumeck per Volleyschuss sehenswert zum 3:2. Gästecoach Ramzi Kallel sprach seinem Team hinterher den Siegeswillen ab: "Nach 20 Minuten ging es bergab. Wir hatten den Sieg nicht verdient. Ich habe keinen gesehen, der gewinnen wollte. Keine Struktur und Ordnung bei Ballbesitz oder gegen den Ball. Wir haben uns dieses Jahr alles verbockt. Uns fehlen Mentalität und Siegertypen".

Schiedsrichter: Juri Schulz (Maintal).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Hassan Taadou (10.), 1:1 Oscar Kosok (51.), 1:2 Daniel Rother (62.), 2:2 Steffen Hagemann (68.), 3:2 Konstantin Schmidt Narischkin (81.).

Autor: Pedro Acebes

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