02.01.2018

Sevki Cevik kommt über Kampfgeist

Gruppenliga Frankfurt West: Oberräder Eigengewächs ist dankbar

Sevki Cevik hat mit Oberrad derzeit gut lachen. Foto: Jörg Schulz

In der Gruppenliga Frankfurt West hat der Tabellenführer Spvgg. 05 Oberrad ein Talent mit einer besonderen Vorgeschichte in seinen Reihen. Sevki Cevik musste trotz seiner erst 21 Jahre schon zwei längere Zwangspausen einlegen.

"In 2016 musste ich das erste Mal für etwa ein halbes Jahr pausieren, weil ich mir den fünften Lendenwirbel angebrochen hatte. Kurz darauf habe ich wegen der Geschichte nochmal neun Monate keinen Fußball spielen können", sagt Sevki Cevik, bei dem aufgrund von Überbelastung der Rücken nicht mehr mitspielte. "Es war ein Ermüdungsbruch. Ich habe über Jahre nicht nur das normale Training mitgemacht, sondern mich darüber hinaus auch noch weiter fit gehalten. Cevik, der in der laufenden Saison bei 16 Einsätzen bis jetzt fünfmal getroffen hat, erklärt seine vermeintliche Schwachstelle wie folgt: "Die Muskeln sind immer noch verklebt. Es ist wie ein Muskelkater. Wenn ich mich erst einmal gedehnt und warmgemacht habe, geht das dann schon."

Mit elf Jahren hat Cevik begonnen, als Oberräder Eigengewächs die Stiefel in der D-Jugend zu schnüren. Er hätte vorher schon gerne damit angefangen, was allerdings nicht umsetzbar war. "Ich habe meine Eltern angefleht, aber die finanzielle Lage hatte es nicht zugelassen. Als ich angefangen habe, hat mich Gisbert Schmidt schelmisch gefragt, wer mir Fußballschuhe gegeben hätte. Ich habe bis dahin nämlich Straßenfußball gespielt, und im Vergleich zum Mannschaftsfußball liegen Welten dazwischen."

Für den Türken, der im kommenden Sommer voraussichtlich ein Studium im Bereich Medienproduktion starten wird, liegen die Erfolgsfaktoren der Oberräder, die den ersten Platz in der Gruppenliga Frankfurt West belegen, klar auf der Hand: "Wir sind eine Mannschaft, egal wie alt bei uns ein Spieler ist. So verhalten wir uns auch in jedem Training vom Anfang bis zum Ende. Unser Trainer Baldo di Gregorio und Josip Coric sind sehr geil. Sie arbeiten hochprofessionell und legen großen Wert darauf, dass wir keinen Gegner unabhängig vom Tabellenstand unterschätzen. Ausdrücklich nennen möchte ich auch noch unseren Sportlichen Leiter Mario Di Falco und unsere Physiotherapeutin Peggy Hünniger, die eine hervorragende Arbeit machen."

Ceviks Qualitäten liegen vor allem in seiner Schnelligkeit und im konditionellen Bereich. Aber auch seinen Mitspielern hat er sehr viel zu verdanken: "Vor allem Timo Becker und George Worcaster pushen immer wieder meine Motivation. Ohne sie würde ich jetzt nicht da stehen, wo ich stehe. Sie sind meine absoluten Vorbilder." Seinen Tugenden Kampfgeist und Wille ist es auch geschuldet, dass er im Gegensatz zu den meisten die Spielvereinigung Oberrad auch schon vor der Saison ganz oben gesehen hat: "Fast alle sagen, dass es nicht zu erwarten gewesen wäre, dass wir jetzt Tabellenführer sind. Ich habe aber von Anfang an damit gerechnet", so Cevik, der nach seinen eigenen Worten fußballerische Defizite mit den Tugenden Kampfgeist und Willensstärke kompensiert.

Autor: Christoph Wess

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