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16.02.2017

Rot-Weiss will Favoritenrolle nicht abstreiten

Hessenliga: Nachholspiel bei Schlusslicht Urberach

Jeremy Lundy erzielte im Hinspiel in der 89. Minute den Siegtreffer. Foto: Mithat Gürser.

Nach einer intensiven Wintervorbereitung steigt bei der SG Rot-Weiss Frankfurt die Vorfreude auf die Fortsetzung der aktuellen Hessenliga-Saison. Dabei starten die Brentanobad-Kicker eine Woche vorher als die Konkurrenz, denn am Samstag ist bereits zum dritten Male die Partie bei Schlusslicht Viktoria Urberach angesetzt, die im November und Dezember den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer fiel.

FC Viktoria Urberach - SG Rot-Weiss Frankfurt (Samstag, 15.00 Uhr)

"Wir sind froh, dass es wieder los geht. Nach einer intensiven und knackigen Vorbereitung wollen wir mit einem Sieg im Nachholspiel positiv in die Restrunde starten", fiebert Rot-Weiss-Trainer Daniyel Cimen und seine Mannschaft dem Spiel im Urberacher Waldstadion entgegen. Aufgrund des milden Wetters mit wenigen Niederschlägen ist die Austragung der Partie in Urberach nahezu sicher, die Spekulationen um ein Ausweichen in den Dreieicher Sportpark dürften sich damit von selbst erledigt haben.

In sechs Testspielen gegen Gegner aus unterschiedlichen Spielklassen haben die "Roten" den Ernstfall geprobt und dabei vier Siege, ein Remis und eine Niederlage zu Buche stehen. Dabei gewannen die Frankfurter zwei Partien zweistellig, markierten insgesamt 35 Tore. "Die Vorbereitung ist sehr gut gelaufen. Wir konnten viele Erkenntnisse sammeln. Wir haben viele Spieler eingesetzt und jeder hat seine Einsatzminuten bekommen", resümiert der Coach und fügt hinzu: "Die vielen Tore geben Selbstvertrauen und zeigen die Gier und den Hunger der Spieler. Die Chancenverwertung war ja in der Hinrunde nicht immer optimal".

Cimen stellt seine Spieler trotz des trockenen Wetters auf schwierige Platzverhältnisse im Rödermarker Stadtteil ein. Dass die Rollen von der Tabellensituation her klar verteilt sind, das ist auch dem ehemaligen Bundesligaspieler klar: "Wir können die Favoritenrolle nicht abstreiten. Aber Urberach wird versuchen alles rauszuholen. Vielleicht ist bei ihnen auch der ganz große Druck nicht mehr da. Das ist eine gefährliche Mischung. Aber ganz klar, wir wollen da die drei Punkte holen".

Ein frühes Tor sei natürlich ganz wichtig, um das Resultat frühzeitig zu entblocken. "Sollte uns dieses Tor nicht zu Beginn gelingen, müssen wir geduldig weiterspielen", gibt der Übungsleiter die Marschroute vor. Ertugrul Erdogan fällt verletzt aus, ein Fragezeichen steht noch hinter Tim Fliess und Patrick Barnes. Ansonsten sind alle Mann dabei, auch Torjäger Varol Akgöz, der die letzten zwei Testspiele aus beruflichen Gründen verpasste.

Urberach will sich "ordentlich verkaufen"

Beim Tabellenletzten verlief die Vorbereitung ergebnistechnisch eher mau. Drei Siege gegen unterklassige Mannschaften, ein Remis und drei Niederlagen. Zuletzt gab es eine 1:3-Niederlage beim Darmstädter Gruppenligisten SV Münster und eine 0:2-Pleite beim Kreisoberligisten FC Offenthal. "Die Ergebnisse in den Testspielen haben nicht gepasst. Wir haben meist auf Kunstrasen gespielt, da kommen wir nicht zurecht. Ansonsten haben alle vorbildlich mitgezogen", berichtet Urberachs Co-Trainer Stanko Pavlovic. Auch personell hat sich bei den Urberachern einiges getan. Sechs Abgängen stehen fünf Zugänge gegenüber. "Quantitativ haben wir uns geschwächt. Aber wir waren mit der Hinrunde unzufrieden und wollten den Kader verändern - auch mit Blick auf die neue Saison", erklärt der Assistent von Trainer Jochen Dewitz.

Man wolle sich in den letzten 13 Spielen ordentlich verkaufen, wohlwissend dass die Chance auf den Klassenerhalt angesichts von nur sieben Punkten gegen Null tendiert. Dennoch erinnert Pavlovic an das Hinspiel, als Urberach kurz davor stand, ein 0:0 mitzunehmen. Erst in der 89. Minute erlöste Jeremy Lundy die "Roten" mit dem Siegtreffer. "So wie in diesem Spiel gab es noch fünf andere Partien, wo wir kurz vor einem Sieg standen. Mit dem 1:0-Sieg in Seligenstadt hat es dann endlich geklappt. Dieses Selbstvertrauen wollen wir mitnehmen", kündigt Pavlovic an. Angesichts der Spielstärke der Frankfurter wolle man versuchen "Fußball zu spielen. Offensive Teams liegen uns eher als defensive". Abschließend betont der Co-Trainer, dass "die Mannschaft am meisten enttäuscht ist über den Tabellenstand. Die sieben Punkte geben nicht die Leistungsstärke des Teams wider".

Autor: Pedro Acebes

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