05.12.2017

Rot-Weiss-Spiel vielleicht nicht in Steinbach?

Jürgen Radeck äußert sich zu seinen Planungen

Jürgen Radeck geht auf die Vereine ein, muss allerdings auch auf das "große Ganze" achten. Foto: Ralph Kraus

Wenn Jürgen Radeck (Ortenberg) dieser Tage aus dem Fenster blickt, ist ihm gar nicht wohl. So viele Spielausfälle wie in der laufenden Hessenliga-Serie bisher zusammenkamen, genießt Seltenheitswert – und lassen den Klassenleiter auch über unpopuläre Maßnahmen nachdenken.

So hatten die Verantwortlichen des SV Steinbach – mit bislang drei Heimspiel-Ausfällen am stärksten betroffen – bereits vor einigen Wochen darauf verwiesen, dass das Heimspiel gegen Rot-Weiss Frankfurt am 16. Dezember bei entsprechender Wetterlage durchaus auf einem benachbarten Kunstrasen in Hünfeld oder Asbach über die Bühne gehen könnte. Somit ausgerechnet dann, wenn Mario Basler gastieren würde und durchaus mit einer guten Zuschauerzahl zu rechnen wäre. Noch, so betont Radeck, ist aber keine Entscheidung gefallen: „Eine Verlegung weg vom eigenen Platz ist immer die unpopulärste Maßnahme, die du als Klassenleiter ergreifen kannst, dementsprechend weit schiebst du sie nach hinten.“

Ausgeschlossen ist sie aber noch längstens nicht – und das hat Gründe: „Einerseits gilt es, eine extreme Schieflage in der Tabelle zu vermeiden, andererseits haben reisende Teams bei Spielen unter der Woche immer einen Nachteil. Steinbach hätte so gleich mehrfach einen Vorteil.“ Berufen kann sich Radeck auf §39a der Spielordnung, in dem es heißt, dass der Klassenleiter ein Verbandsspiel ohne Einwilligung des Platzvereins auf einen in der Nähe gelegenen Ausweichplatz ansetzen könne, sofern auf der heimischen Anlage bereits ein Heimspiel nicht ausgetragen werden konnte. Bei Steinbach sind es mit den Spielen gegen Watzenborn-Steinberg, Ginsheim und eben Rot-Weiss Frankfurt bereits deren drei.

Eine Entscheidung, wie denn nun das Spiel über die Bühne gebracht werden soll, wird Radeck erst in der kommenden Woche treffen: „Da spreche ich natürlich auch zuerst die Vereine an, vielleicht ist ja auch noch eine Drehung des Heimrechts möglich, da es sich ja um ein Spiel aus der Hinrunde handelt.“ Klar ist: Radeck wird sein möglichstes versuchen, um die Partie stattfinden zu lassen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies letztlich mit der Verbannung auf einem Ausweichplatz endet: In der vergangenen Saison wich beispielsweise Lohfelden aus, auch Süd-Verbandsligist Viktoria Urberach war bereits mehrfach von solch einer Notsituation betroffen.

Überhaupt ist Radeck gewillt, Spiele unter der Woche weiterhin zu vermeiden, in der laufenden Saison nutzte er beide Oktober-Feiertage, um sogar gänzlich auf einen Spieltag an einem Werktag verzichten zu können. „Dieses Jahr werde ich die ausgefallenen Spiele soweit es geht auf Ostern terminieren und auch der 25. Februar, wo bislang nur Borussia Fulda gegen Hessen Dreieich angesetzt ist, ist noch ein möglicher Termin. Wenn es aber gar nicht mehr anders geht, muss auch ich auf Mittwoche gehen.“ So arg wie dieses Jahr habe es die Hessenliga schon lange nicht gebeutelt und dementsprechend gespannt verfolgt der Klassenleiter auch die Wetterprognosen für das kommende Wochenende, an dem der letzte reguläre Hessenspieltag angesetzt ist. Von Freitag bis Sonntag ist Schneefall gemeldet./jg

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