09.12.2017

Rot-Weiss zerfällt am Ende in seine Einzelteile

Hessenliga: 1:5-Debakel gegen Waldgirmes - Bildergalerie

Den guten Start mit Ibrahim Cigdems Führungstor machte sich Rot-Weiss am Ende mit einer desolaten Abwehrarbeit zunichte. Foto: Mithat Gürser

Statt den ersten Heimsieg zu feiern, hat die SG Rot-Weiss Frankfurt am Samstagnachmittag in der Hessenliga die höchste Heimniederlage dieser so verkorksten Spielzeit hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Mario Basler führte zur Pause gegen den neuen Tabellenzweiten SC Waldgirmes mit 1:0, hielt bis zur 75. Minute ein 1:1 und zerfiel am Ende mit vier Gegentoren in ihre Einzelteile zusammen.

SG Rot-Weiss Frankfurt - SC Waldgirmes 1:5 (1:0)

In der Schlussphase machte der starke Aufsteiger aus Mittelhessen gegen überforderte Frankfurter einen Klassenunterschied deutlich. Dabei hatte das Spiel auf dem Kunstrasenplatz bei leichtem Schneetreiben so gut für Rot-Weiss begonnen. Durch einen öffnenden Pass von Velibor Velemir auf die rechte Seite zu Mirkan Kara kam dieser zum Abschluss. SCW-Torhüter Fabian Grutza wehrte den Ball nach vorne ab und Ibrahim Cigdem netzte zum 1:0 für die Gastgeber ein (9.). Rot-Weiss machte es dem Überraschungsteam durchaus schwer und hätte durch Cigdem und Kapitän Christian Pospischil erhöhen können. Das erkannte auch Gästetrainer Daniyel Bulut nach der Partie an: "Das war ein schwieriges Spiel. Das Ergebnis täuscht etwas über die Leistung von Rot-Weiss hinweg. Sie haben uns das Leben sehr schwer gemacht die ersten 60 Minuten. Bis zum 1:1 hätte es so und so ausgehen können. Wir waren nicht so kompakt wie in den letzten Spielen. Der Dosenöffner war das 2:1 und am Ende ist das Ergebnis um zwei Tore zu hoch ausgefallen", führte Bulut aus.

Schon im ersten Abschnitt hätten die Mittelhessen ausgleichen können. Immer wieder agierte Tormann Riste Shpirov unkonzentriert beim Abschlag, brachte seine Mitspieler in Bedrängnis und eröffnete vor allem dem brandgefährlichen Jurij Gros klare Chancen, die er dann mit Glanzparaden wieder entschärfte. Im Spiel nach vorne waren die "Roten" zu inkonsequent, insbesondere in den ersten fünf Minuten nach Wiederbeginn vergaben Cigdem und Velemir gute Konterchancen. Da sich die Fehler der Gastgeber im Spielaufbau häuften und Waldgirmes langsam aber sicher seine Klasse andeutete, war der Ausgleich nur eine Frage der Zeit. Bis eine Flanke von der linken Seite bei Gros landete, der volley zum 1:1 ausglich (54.).

War das Baslers letztes Spiel ?

Als dann Mirkan Kara verletzt raus musste, verlor das Basler-Team zunehmend den Faden. Waldgirmes hatte zunächst Pech mit Dennis Langs Lattenschuss, geriet aber nach Tolga Durans Distanzschuss zum 2:1 auf die Siegerstraße (75.). Danach war Feierabend bei Rot-Weiss, denn dem schnellen Passspiel der Gäste hechelten die Frankfurter nur noch erfolglos hinterher. Der Qualitätsunterschied war unübersehbar und so kombinierte sich Waldgirmes zu drei weiteren blitzsauberen Toren innerhalb von vier Minuten durch Max Schneider (83.), Lucas Hartmann (84.) und dem eingewechselten Andreas Schäfer zum 5:1-Endstand (87.).

Rot-Weiss Trainer Mario Basler ging nach dem Spiel mit seinem Team hart ins Gericht: "Ich bin völlig enttäuscht, auch weil wir eine ordentliche erste Hälfte gespielt haben. In der zweiten Hälfte sind wir wie ein Hühnerhaufen rum gerannt. Wir haben um das 1:1 und das 1:2 gebettelt. Fußballer müssen sich egal in welcher Klasse wenigstens ein bisschen engagieren. Vor allem wenn man für einen Traditionsverein wie Rot-Weiss spielt. Was der eine oder andere die letzten 20 Minuten geboten hat, da muss ich sagen, dass Fußball der falsche Sport für die ist. Unter der Woche wird sich beschwert, warum die nicht spielen und dann rennen die rum wie ein Großvater. Mit der Einstellung wird es auch gegen Steinbach sehr schwierig", polterte der Ex-Nationalspieler.

Ob Basler überhaupt noch im gedrehten Nachholspiel Trainer sein werde, beantwortete der Ex-Profi so: "Eigentlich müssen wir hoffen, dass es zwei Meter Schnee gibt. Wenn es ausfällt, dann war das heute mein letztes Spiel. Sollte es stattfinden, sitze ich auf der Bank. Es sei denn, der Vorstand hat etwas anderes vor".

Die Statistik:

SG Rot-Weiss Frankfurt: Shpirov - Topcagic, Ech Chad (80. Vetterlein), Kara (62. Iida), Pospischil, Velemir, Cigdem, Zaeteri, Gschwender, Teklab, Ouattara - Trainer: Mario Basler.
SC Waldgirmes: Grutza - Lang, Schmidt, Strack, Azizi, Duran, Hartmann (87. Schäfer), Schneider (88. Hardt), Siegel (88. Roskosz), Gros, Golafra - Trainer: Daniyel Bulut.

Schiedsrichter: Timo Ide (Marburg).
Zuschauer: 145.
Tore: 1:0 Ibrahim Cigdem (9.), 1:1 Jurij Gros (54.), 1:2 Tolga Duran (75.), 1:3 Max Schneider (83.), 1:4 Lucas Hartmann (84.), 1:5 Andreas Schäfer (87.).

Autor: Pedro Acebes

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