05.12.2017

Nister will als Trainer die nächsten Schritte machen

Interview mit Ober-Rodens ehemaligem Trainer

Foto: Patrick Scheiber

Nach der 0:3-Niederlage bei Türk Gücü Friedberg war Daniel Nister als Coach bei der TS Ober-Roden entlassen worden. Knapp zwei Monate später hat der 33-Jährige unserem Portal nun im Interview verraten, womit er sich aktuell beschäftigt und welche Ziele er als Trainer in Zukunft verfolgt.

Wie auf deiner Facebook-Seite zu lesen war, hast du erst kürzlich einen Vortrag gehalten. Worum ging es dabei?

Das war auf der Medica, das ist die weltweitgrößte Medizinmesse, und dort gab es in der Abteilung Sportmedizin eine Konferenz, bei der Tracktics einen Vortrag gehalten hat. Dabei habe ich über das Thema der Individualisierung bzw. individualisiertes Training im Fußball mittels GPS-Trackern auf Englisch referiert.

Über Tracktics haben wir bereits berichtet, den Artikel findet ihr HIER

Also bist du freiberuflich tätig?

Grundsätzlich sehe ich mich als Trainer. Vor fünf Jahren habe ich zusätzlich begonnen auch freiberufliche Tätigkeiten nachzugehen. Ich beschäftige mich mit individuellen Spielanalysen für einzelne Spieler sowie Gegneranalysen für Vereine, schreibe Beiträge für die Fachzeitschrift "fussballtraining", halte Vorträge bei Konferenzen und Fortbildungen und führe Workshops, wie zum Beispiel bei Lufthansa Systems, durch. Zu Zeiten als ich Trainer bei Wolfsburg oder bei der TS Ober-Roden war, lief das nur nebenher. Während ich eine Mannschaft trainiere, ist der Fokus zu 100 Prozent bei der Mannschaft. Das dient vor Allem in den freien Zeiten, in denen ich nicht als Trainer angestellt bin, um mich weiterzubilden, in den Austausch zu kommen und mein Wissen weiterzugeben.

Wie möchtest du den Spielern bei der individuellen Spielanalyse helfen?

In der Regel schaue ich mir drei bis fünf Spiele an und seziere sie auf individual-, gruppen- sowie mannschaftstaktische Verhaltensweisen und schaue mir auch ihre athletischen Voraussetzungen sowie die Technik und auch mentale Eigenschaften an. Daraus erlange ich dann einen Gesamteindruck vom Spieler und versuche ihm dann noch mal ganz klar aufzuzeigen, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Ihm sozusagen einen Spiegel vor zu halten und ihm Tipps zu geben, wie er an seiner eigenen Spielweise arbeiten kann, um sich weiter zu verbessern. Dadurch möchte ich ihm helfen ein besserer Spieler zu werden und sein Potential zu entfalten.

Welche Spieler hast du schon betreut?

Natürlich macht man das als Trainer innerhalb der Mannschaft, wie es zum Beispiel bei Niklas Süle der Fall war, den ich ein halbes Jahr in der Jugend beim SV Darmstadt 98 trainiert habe, bevor er nach Hoffenheim gegangen ist. Das hat sich bei anderen Spielern dann fortgesetzt. Beispielsweise auch bei den Dribbelspielern, die kreativ und intuitiv sind und diese, genauso wie die anderen Spieler ebenfalls zu fördern, weil sie heutzutage etwas weniger Beachtung finden. Ich denke da z.B. an Besar Halimi (Brondby Kopenhagen) oder Tim Fahrenholz (KSC). Ein aktuelles Beispiel ist Marco Ferukoski von Kickers Offenbach. Ihm habe ich vor einem Jahr mit zwei Videoanalysen geholfen, um ihm mit auf den Weg geben zu können, woran er noch arbeiten muss. Das scheint Früchte zu tragen und das freut mich für ihn.

Im Zusammenhang des Interviews wurde auch Marco Ferukoski gefragt, wie ihm die Arbeit von Daniel Nister weiter geholfen hat.

Marco Ferkukoski: Ich konnte durch die Videoanalyse viel lernen. Das war wichtig für mich, um mich weiterhin verbessern zu können, denn Daniel hat mir nicht nur meine Stärken aufgezeigt, sondern auch die Schwächen, das wurde durch die Videos verdeutlicht. Dadurch wusste ich, woran ich arbeiten muss und nach ein paar Monaten konnte man durch neue Aufnahmen Vergleiche ziehen. Ich habe mich vor allem im Umschaltspiel nach hinten sowie beim direkten Zug zum Tor verbessern können.

Daniel, die Arbeit mit den einzelnen Spielern scheint dir Freude zu bereiten. Arbeitest du dennoch lieber mit einer gesamten Mannschaft?

Die Arbeit als Trainer ist das, wofür ich am meisten brenne, weil dort die Gesamtkomplexität gegeben ist. Viele Herausforderungen, die sehr viel Freude bereiten. Außerdem geht es darum lösungsorientiert zu arbeiten um gemeinsam erfolgreich zu sein und das ist der Ansporn. Die Individualisierung spielt dabei eine immer größere Rolle um das Beste aus jedem Einzelnen herauszuholen.

Was möchtest du als Trainer langfristig gesehen noch erreichen?

Ich hoffe sobald wie möglich wieder eine Mannschaft zu trainieren, um als Trainer die nächsten Schritte zu machen. Ich glaube an harte Arbeit, Einsatz und Weiterentwicklung. Man sollte jeden Tag versuchen besser zu sein, das gebe ich auch meinen Spielern mit. Perspektivisch ist es mein Ziel den Fußballlehrer zu machen.

Autor: Selina Eckstein

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