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17.02.2017

Nach 70 Tagen Winterpause geht es wieder los

Kreisoberliga Frankfurt: Acht Partien am Sonntag

Ist das die Richtung zum Aufstieg? Sportfreunde-Trainer Mehmet Tunay Somun weist den Weg. Foto: Marcel Lorenz.

Nach genau 70 Tagen Winterpause geht der Spielbetrieb in der Kreisoberliga Frankfurt am Sonntag in die 21. Runde. Es handelt sich dabei um den vorgezogenen Spieltag vom Osterwochenende, welches im Kreis Frankfurt traditionell spielfrei bleiben soll. Am Sonntag geben gleich drei neue Trainer ihr Debüt an der Seitenlinie. Der SV Griesheim Tarik gastiert mit Jamal El Baouti bei Tabellenführer FFV Sportfreunde 04. An der Heddernheimer Brühlwiese kommt es zum Wiedersehen zwischen Andreas Berggold (SV Heddernheim) und Selim Aljusevic (BSC SW 19), die sich aus vergangenen Tagen beim damaligen Oberligisten KSV Klein-Karben kennen.

VfR Bockenheim - 1. Rödelheimer FC 02 (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 1:3

Beim Tabellenletzten VfR Bockenheim tritt Trainer Taner Yalcin die Flucht nach vorne an: "Das Spiel gegen Rödelheim ist das erste von 13 K.O.-Spielen. Wir versuchen Paroli zu bieten und einen Pflichtsieg zu landen". Nach vier Punkten ohne Gegentor in den letzten beiden Spielen hat sich der VfR noch nicht mit dem Abstieg in die Kreisliga A abgefunden. "Wir wollen die Rote Laterne so schnell wie möglich abgeben und geben uns nicht auf", zeigt sich Yalcin kämpferisch uns schiebt nach: "Egal, wo der Gegner steht. Wir wollen in jedem Spiel alles geben und die Runde ordentlich zu Ende spielen".

Dass es für die Gäste aus Rödelheim, die vor der Winterpause mit nur einem Sieg aus acht Spielen in den Abstiegsstrudel rutschten, auf dem Hartplatz an der Ginnheimer Landstraße unangenehm werden könnte, das weiß RFC-Pressesprecher Volker Flauaus: "Das wird schwer, weil es das erste Spiel nach der Winterpause ist. Wir haben den Anspruch, die drei Punkte zu holen und gehen auch mit dieser Vorstellung in das Spiel, aber man weiß nie". Mit Stürmer Enno Lang, der von seinem Auslandsstudium zurück ist, kann Trainer Dominic Reinhardt auf einen etablierten Angreifer setzen. Flauaus bekräftigt: "Beim Tabellenletzten sollte man eigentlich gewinnen".

Schiedsrichter: Dominik Schreiber (Linter).

SV 07 Heddernheim - BSC Schwarz-Weiß 19 (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 1:1

"Alle sind heiß auf das Spiel. Wir wollen da unten so schnell wie möglich rauskommen", sagt der neue SVH-Trainer Andreas Berggold. "Wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen und wollen den BSC mit runterziehen. Die Ergebnisse in den Tests waren schön, aber entscheidend ist, was jetzt passiert. Ab jetzt geht es um Punkte", findet der neue Coach klare Worte. Fünf Punkte Rückstand hat der Tabellenvorletzte auf den Aufsteiger vom Rosegger. Sollte der langersehnte erste Heimsieg gelingen, wären es nur noch zwei. Nach sechs Niederlagen in Folge mit 27 Gegentoren hat Berggold die löchrige Abwehr in der Vorbereitung stabilisiert und auch in der Offensive zeigten seine Schützlinge mehr Zug zum Tor. Für den neuen BSC-Trainer Selim Aljusevic ist das Spiel in Heddernheim eine Reise in die Vergangenheit. Mit sechs Jahren startete der 213-malige Hessenliga-Spieler seine Karriere in der F-Jugend der Heddernheimer und gibt ausgerechnet dort sein Debüt als Trainer.

"Das ist ein sehr wichtiges Spiel und wir sind gut vorbereitet. Die Jungs haben in der Vorbereitung gut mitgemacht. Wir wollen ein positives Ergebnis, denn es trennen uns in der Tabelle nur fünf Punkte", sagt Aljusevic, der zuletzt in der Hessenliga beim SV Rot-Weiß Hadamar spielte. Ein Wiedersehen gibt es mit dem neuen SVH-Coach Berggold, der Aljusevic zu Klein-Karbener Oberliga-Zeiten als Co-Trainer unter seinen Fittichen hatte. "Ein neuer Trainer setzt immer neue Kräfte frei. Andreas Berggold will Fußball spielen lassen. Es wird nicht leicht und das wird eine harte Nuß", blickt Aljusevic voraus. Seine Vergangenheit an der Brühlwiese ist für Aljusevic bei seinem Trainerdebüt eine besondere Motivation: "Ich habe die Heddernheimer immer verfolgt und auch oft auf dem Sportplatz zugeschaut, als ich höherklassig gespielt habe. Freunde wie Dawit Demeke haben dort jahrelang gespielt. Von daher ist das eine besondere Geschichte, die nur der Fußball schreiben kann".

Schiedsrichter: Younes Moullig (Dietzenbach).

SG Westend - FC Posavina (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 1:0

"Wir sind gegen Posavina nur Außenseiter. Personell plagen uns kurzfristig viele Sorgen", hat Westends Vorsitzender Esad Golos kein gutes Bauchgefühl vor dem Duell mit den Kroaten vom Riederwald. Die Vorbereitung wurde überwiegend auf dem Kunstrasenplatz an der Griesheimer Eichenstraße absolviert, wo auch einige Testspiele ausgetragen wurden. Die Trainingsbedingungen auf der eigenen Sportanlage an der Sondershausenstraße sind bescheiden.

Der Rasenplatz hat kein Flutlicht und der Hartplatz ist in einem ganz schlechtem Zustand. Von daher ist die Austragung der Partie am Sonntag noch nicht sicher. Nach fünf Spielen ohne Niederlage vor der Winterpause will Westend seinen positiven Lauf fortsetzen, doch einige Leistungsträger haben sich in der aktuellen Woche verletzt. Deshalb musste auch die Teilnahme am Griesheimer Wintercup kurzfristig abgesagt werden. Aufsteiger Posavina kommt mit drei ungeschlagenen Spielen in Folge in das Gallusviertel und könnte von der personellen Misere der SG Westend profitieren.

Schiedsrichter: Niels Picard (Laudenbach).

SV Viktoria Preußen - SC Weiss-Blau (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 1:1

Dass sich Viktoria Preußen nach der schwachen Hinrunde mit erfahrenen Spielern wie Renato Levy, Hicham Njel und Hassan Taadou verstärkt hat, wurde von Weiss-Blau-Trainer Rene Möbus durchaus registriert: "Wir nehmen das Spiel so an, wie es kommt. Wir versuchen über unsere Mentalität, das Spiel zu gewinnen". Trotz 25 Punkten und Rang acht sieht der Übungsleiter das Team von den Sandhöfer Wiesen nach wie vor im Abstiegskampf und sieht die ersten beiden Partien als richtungsweisend an: "Verlieren wir die ersten beiden Spiele, rutschen wir unten rein. Gewinnen wir sie, dann sind wir gut dabei".

Mit Offensivkraft David Brenes vom Schlusslicht VfR Bockenheim ist ein überdurchschnittlicher Spieler dazu gekommen. Den Abgang von Stammtorwart Marc Sieber zum Ligakonkurrenten FV Hausen bedauert der Coach: "Menschlich und charakterlich einwandfrei ist das ein schwerer Verlust, aber auf der Torhüterposition können wir das eher kompensieren". Der Kader bei den Niederrädern ist laut Möbus in der Winterpause geschrumpft. Drei Spieler haben wegen langwierigen Verletzungen die Schuhe an den Nagel gehängt.

Schiedsrichter: Ömer Tasci (Mainz).

Concordia Eschersheim - Spvgg. 03 Fechenheim (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 6:1

Fechenheims Sportdirektor Asghar Ali-Jaali schiebt die Favoritenrolle dem Tabellenzweiten zu, der von 19 Spielen vor der Winterpause nur deren zwei verlor: "Die Concordia ist der klare Favorit. Wir freuen uns auf die Aufgabe gegen einen starken Gegner und haben nichts zu verlieren". Zudem haben die Gäste von der Birsteiner Straße noch etwas aus dem Hinspiel gut zu machen, als die Elf von Trainer Cem Caput den Eschersheimern auf eigenem Platz mit 1:6 unterlag. "Wir dürfen die Fehler aus dem Hinspiel nicht wiederholen. Unser Trainer wird die Jungs richtig einstellen. Das Spiel beginnt bei 0:0 und wir kommen nicht an den Rosegger, um die Punkte abzuliefern", kündigt Ali-Jaali an.

Mit Siva Anandan und Elvis Mujagic kann Coach Caput auf zwei Rückkehrer bauen. Bei der Concordia hoffen die Verantwortlichen um Trainer Roland Stipp, dass der eingeschlagene Erfolgsweg auch im Jahr 2017 fortgeführt werden kann. Im Gegensatz zu anderen Vereinen absolvierten die Concorden nur drei Testspiele. 5:0 gegen den FC Gudesding, 3:3 gegen den FV Stierstadt (der momentane Aufstiegsrundengegner aus der Kreisoberliga Hochtaunus) und 2:1 gegen den Ost-Gruppenligisten SG Rosenhöhe Offenbach.

Schiedsrichter: Richard Klenner (Reichelsheim).

FFV Sportfreunde 04 - SV Griesheim Tarik (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 3:3

"Ich erwarte eine stabilisierte Tarik-Mannschaft mit neuem Trainer. Wir sind gut gerüstet. Das haben wir in den Testspielen mit guten Ergebnissen gegen höherklassige Gegner bewiesen", ist der Sportliche Leiter des Tabellenführers Udo Felder guter Dinge, dass die Speuzer "so auftreten werden, wie im alten Jahr". Es sei sehr wichtig, gleich von Beginn an zu punkten. Jedoch müsse man auch zur Vorsicht mahnen, denn es sei alles kein Selbstläufer. Angesichts der Spitzenposition und fünf Punkten Vorsprung auf Rang zwei sowie neun Zählern auf Rang drei habe der Verein schon damit angefangen, "zweigleisig zu planen". Mit Mittelfeldspieler Adem Brajanac vom SV BKC Bosnien und Torhüter Admir Osmanbasic von der Spvgg. 05 Oberrad hat der Klub von der Mainzer Landstraße den Kader nachjustiert. Da Stammtorhüter Tomo Toumpas verletzt ist, bestand auf der Torhüterposition Bedarf. Auch FFV-Trainer Mehmet Tunay Somun erwartet ein "schweres Spiel. Wir sind vorgewarnt und ich denke, das wird ein enges Derby", mahnt der Coach. Tarik habe ein gutes Netzwerk, sodass sie immer wieder Spieler mit höherklassiger Erfahrung wie Fikri El Haj Ali und Mostafa El Aadmi aufbieten könnten.

Angesichts der geringen Distanz von nur zwei Kilometern wird mit einem erhöhten Zuschaueraufkommen gerechnet. Viele Tarik-Anhänger werden sich auf den Weg an die Mainzer Landstraße machen, um ihr Team zu unterstützen. "Je mehr Zuschauer, desto besser. Wir wollen gegen einen guten Gegner ein gutes Spiel abliefern", kündigt Somun an. Griesheim Tariks neuer Trainer Jamal El Baouti, der mit dem Multifunktionär Hamza Azaoum die Mannschaft nun gemeinsam betreut, sieht die Sportfreunde als "klaren Favorit. Die stehen ja nicht umsonst da oben". Die Vorbereitung sei alles andere als optimal verlaufen und die Trainingsbeteiligung habe am Anfang gar nicht gestimmt, moniert El Baouti. "Erst in den letzten zwei Wochen ist es besser geworden. Es wird schwierig, aber in einem Derby ist alles möglich. Mitten in der Saison wäre es besser gewesen, direkt nach der Winterpause wird es schwer. Wir versuchen etwas zu holen, vielleicht langt es zu einem Punkt", hofft El Baouti, der in Zukunft nun endgültig auf die Dienste der beiden Keser-Brüder Ahmet und Can verzichten muss. Die beiden talentierten Brüder haben sich für einen Rückschritt in die Kreisliga A zu Türkgücü entschieden.

Schiedsrichter: Michele Abbondanza (Wiesbaden).

TSG 51 - TuS Makkabi (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 0:5

"Für uns ist das ein Bonus-Spiel. Wir versuchen auf dem Hartplatz etwas mitzunehmen", sagt Patrick Dorrmann, der Spielertrainer der stark abstiegsgefährdeten TSG 51. Seit elf Spielen sind die Kicker von der Niedwiesenstraße nun schon ohne Sieg, holten während dieser Durstrecke nur vier Punkte. Der letzte Sieg datiert vom 18. September, als Aufsteiger BSC SW 19 mit 6:1 abgefertigt wurde. Vier Tage nach dem Makkabi-Spiel geht es zum Derby gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Heddernheimer. "Wenn wir beide Spiele nicht verlieren, wäre das gut", blickt Dorrmann voraus. Auch die 51er verzichteten auf Wintercups oder sonstige Turnierteilnahmen und bereiteten sich intensiv mit wenigen Testspielen und einem Trainingslager im Odenwald auf die Restrunde vor.

Zur Polemik um die vermeintliche Absage des Ginnheimer Spargelcups meinte Dorrmann: "Wir hatten niemals definitiv für dieses Turnier zugesagt". Die Gäste von der Bertramswiese wollen nach acht Siegen aus den letzten neun Spielen im neuen Jahr Rang zwei angreifen und an der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West teilnehmen. Vier Jahre ist es her, dass die Makkabäer damals in der Relegationsrunde am FC Olympia Fauerbach scheiterten. Mit einem weniger absolvierten Spiel soll die Aufholjagd für das Team von Trainer Jorge Huberman am Saisonende mit den Bonusspielen belohnt werden. Auf dem Hartplatz an der Niedwiesenstraße wartet jedoch ein kampfstarker und unangenehmer Gegner auf Makkabi.

Schiedsrichter: Alexander Kessler (Wettenberg).

FC Tempo - FC Kalbach II (Sonntag, 14.30 Uhr) - Hinspiel: 0:3

FCK-Trainer Karol Drynda erwartet einen unangenehmen Gegner an der Ginnheimer Woogwiese: "Das wird ein schweres Spiel zweier Tabellennachbarn. Tempo ist technisch stark und in der Offensive gut besetzt. Wir müssen konzentriert alles abrufen, um dort nicht zu verlieren". Bei den Serben hat Zoran Marcetic gemeinsam mit seinem Assistenten Miroslav Marinkovic weiterhin das Sagen an der Seitenlinie. Nach dem ominösen 1:10-Debakel beim SC Weiss-Blau hatte Marcetic das Kommando nach der Freistellung von Trainer Njegos Kojic übernommen und die Balkan-Formation mit drei Heimsiegen in das Mittelfeld der Tabelle geführt. Zuvor war Fast-Absteiger Tempo vor den heimischen Anhängern ohne jeden Punkt geblieben.

Durch die Teilnahme am Ginnheimer "Spargelcup" konnten die Serben ihre Spieler ernsthaften Tests unterziehen. Der kurzfristig vor der Winterpause engagierte Stürmer Damjan Marceta hat sich schon wieder verabschiedet und in der Regionalliga Südwest beim SC Teutonia Watzenborn-Steinberg einen neuen Arbeitgeber gefunden. Unterdessen verlor die Reserve des Verbandsligisten nur eines von fünf Testspielen, das aber mit 1:4 gegen den Aufstiegsanwärter aus der Nordwest-A-Liga SV Blaugelb deutlich. Zuletzt gab es ein 4:1 gegen den FC Gudesding, ebenfalls aus der A-Liga. Torjäger Lukas Höll markierte dabei drei Tore.

Schiedsrichter: Ersin Balkan (Bad Homburg).

Autor: Pedro Acebes

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