13.04.2018

"Müssen uns gegen Bornheim was ausrechnen"

Gruppenliga Frankfurt West: Speuzer mit Respekt nach Friedberg

Merzhausens Juan Julian (am Ball) sicherte den Sieg in Griesheim. Foto: Jörg Schulz

Durch den überraschend deutlichen Sieg der SG Bornheim gegen den FC Kalbach gestern Abend ist der Kampf um die Aufstiegsplätze spannend wie lange nicht mehr. Tabellenführer Kalbach, der Dritte aus Bornheim und der Fünfte aus Oberrad treten allesamt zu Hause an, während die viertplatzierten Sportfreunde in Friedberg zu Gast sind. Die Mannschaft der Stunde – der SC Dortelweil – ist spielfrei.

Spvgg. Oberrad – TSG Nieder-Erlenbach (Freitag, 20 Uhr)

Nach mehreren Niederlagen in Serie konnte sich die Spvgg. Oberrad beim 0:0 gegen den Tabellenvorletzten SV BKC Bosnien laut Trainer Baldo di Gregorio endlich wieder über einen "Punktgewinn“ freuen. Die Situation im Rennen um die Aufstiegsplätze hat sich durch das Remis nicht verbessert. Drei Punkte beträgt der Rückstand des Herbstmeisters auf den zweiten Platz. "Es interessiert uns weniger, was der Gegner macht“, hat Oberrads Sieglos-Serie beim Gegner aus Nieder-Erlenbach laut Kalle Buhl kaum eine Bedeutung. Viel mehr besinnt sich die TSG auf die eigenen Stärken, die seit dem 0:6 gegen Dortelweil regelmäßig zum Vorschein kommen: "Vielleicht hatte das Spiel gegen Dortelweil einen Hallo-Wach-Effekt. Seit dem läuft es bei uns besser.“

TuS Merzhausen – FV Stierstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Es läuft wieder beim TuS Merzhausen – zumindest was die Punkteausbeute betrifft. Beim 2:1-Sieg gegen Oberrad vergaben die Gegner laut deren Trainer Baldo di Gregorio "zehn Hundertprozentige.“ Beim 2:1-Sieg in Griesheim war Merzhausen laut Griesheim-Trainer Christian Kossack "schelcht. Aber wir waren noch schlechter.“ Dem TuS kann es egal sein, denn bei einem weiteren Sieg gegen Stierstadt würde sich der TuS die Abstiegskontrahenten für die nächsten Wochen vom Leib halten. Fünf Punkte beträgt der Rückstand des FVS auf Merzhausen. Damit steht die Zampach-Elf auf dem ersten möglichen Abstiegsplatz. Friedberg, Bosnien und Hausen – auf den Plätzen 14 bis 16 liegend – sind zudem alle auf Schlagdistanz.

1. FC Oberstedten – SV BKC Bosnien (Sonntag, 15 Uhr)

Durch das 0:0 beim ehemaligen Hessenligisten aus Oberrad konnte der SV BKC Bosnien zumindest am FV Hausen vorbeiziehen. Fünf Punkte liegt die Mannschaft hinter dem ersten sicheren Nichtabstiegsplatz. Admir Malohodzic zeigte sich nach dem Oberrad-Spiel zufrieden mit der Leistung der Elf: "Wir können auf dem Spiel von heute aufbauen. Ich sehe uns gegen Oberstedten nicht chancenlos“, so der Sportliche Leiter. Nach der Roten Karte von Andrian Ivanov hofft Bosnien, "dass ein paar Spieler aus dem Urlaub zurückkommen.“ Nach einem erfolgreichen Zwischenspurt des FCO ist die Konkurrenz bereits wieder etwas aufgeschlossen. Weitere Zähler werden also benötigt, um den zehnten Platz zu halten.

FC Kalbach – Spvgg. Griesheim (Sonntag, 15 Uhr)

Für Elton da Costa stehen die vorerst letzten Begegnungen als Spielertrainer des FC Kalbach an. Wir wir berichteten, kehrt der Brasilianer zur neuen Saison zum FC Bensheim zurück. Nur einen Tag nach der Verkündung der Nachricht stand für den Tabellenführer das Spitzenspiel gegen die SG Bornheim an, das sang- und klanglos mit 0:6 verloren ging. Damit ist der Kampf um die beiden Aufstiegsplätze nochmals spannender geworden. Am anderen Ende der Tabelle hat die abgeschlagene Spvgg. Griesheim mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: "Wir hätten heute auch einige Trikots ungewaschen in den Schrank zurückhängen können. Uns fehlt es an Ehrgeiz und an der Einstellung. Führungsspieler haben wir überhaupt keinen“, hatte Trainer Christian Kossack nach dem 1:2 gegen Merzhausen keine Scheu, den Finger in die Wunde zu legen.

SG Bornheim – FV Hausen (Sonntag, 15 Uhr)

Neben den abgeschlagenen Griesheimern ist die Mannschaft des FV Hausen das wohl gefährdetste Team im Kampf gegen den Abstieg. Sieben Spiele sind noch zu spielen, drei davon gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Der nächste Gegner aus Bornheim hat in der laufenden Saison erst ein Heimspiel verloren, unter der Woche ging der Tabellenführer aus Kalbach mit 0:6 an der Berger Straße unter. Big Points im Kampf um den Aufstieg. Virtuell liegt die SGB in etwa gleichauf mit dem Tabellenzweiten aus Dortelweil. Dennoch schenkt der FVH die Partie nicht her: "Wir müssen uns ja gegen Bornheim etwas ausrechnen, denn wir brauchen die Punkte. Sonst wird es nicht reichen, so viele Spiele sind es ja nicht mehr“, so Hausens Coach Martin Reyschmidt.

VfB Friedberg – FFV Sportfreunde (Sonntag, 15 Uhr)

"Wir fahren mit dem nötigen Respekt nach Friedberg. Mannschaften, die unten stehen, sind meistens in der Lage, 100 Prozent abzurufen.“, blickte Speuzer-Trainer Mehmet Somun am vergangenen Sonntag auf die nächste Aufgabe voraus. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Übungsleiter noch nicht, dass der VfB nur wenige Tage später einen Trainerwechsel vollziehen würde. Für den zurückgetretenen Andreas Pelka, der selbst erst zum Start der Saison nach Friedberg gekommen war, übernimmt Antonios Tsiakalos für die nächsten Spiele das Ruder. In der vergangenen Saison stand der Übungsleiter bei der SG Ober-Erlenbach an der Seitenlinie, konnte den Abstieg jedoch nicht verhindern.

SKV Beienheim – FG Seckbach (Sonntag, 15 Uhr)

Zehn Punkte muss die FG Seckbach in den verbliebenen sieben Partien holen, um das Saisonziel von 50 Zählern zu erreichen. Damit würde dem Trainertrio um Jonas Scheitza, Thorsten Spahn und Manuel May in ihrer Debütsaison die beste Platzierung der Vereinsgeschichte gelingen. Seckbach ist momentan die einzige Mannschaft der Liga, die vorraussichtlich weder für einen Aufstieg noch für einen Abstieg in Frage kommt. Dringender braucht der SKV Beienheim Zähler, wenngleich der Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsplatz auf sieben Punkte ausgebaut werden konnte. Gegen Neu-Anspach reichten unter der Woche zwei Tore zum laut Trainer Karl-Heinz Stete "glücklichen Sieg.“

FC Neu-Anspach – FSV Friedrichsdorf (Sonntag, 15 Uhr)

Bis auf drei Punkte könnte der FSV Friedrichsdorf bei einem Sieg auf den FC Neu-Anspach herankommen. War solch ein Szenario vor einigen Monaten noch undenkbar, schätzt man die aktuelle Lage in Neu-Anspach realistisch ein: "Unsere Spiele können nur dann erfolgreich laufen, wenn wir über das Kollektiv kommen. Wir werden keinen Gegner an die Wand spielen und in einem Spiel 15 Chancen haben. Das gibt die Situation zurzeit nicht her“, musste Trainer Rico Henrici in den letzten Wochen des Öfteren auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen. Regelmäßig mit von der Partie war in den letzten Wochen Angreifer Achraf Gara Ali, der im Hinspiel mit drei Treffern großen Anteil am 5:0-Erfolg des FCNA gegen den FSV hatte.


(sly)

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