28.11.2017

Liebig: "Sollten wir die Klasse halten, höre ich auf"

Gruppenliga Frankfurt West: Stierstädter denkt ans Karriereende

Christian Liebig möchte mit dem Fußballspielen aufhören. Foto: Steffen Turban

Neben Antonio Castellino und Spielertrainer Thomas Zampach zählt Christian Liebig zu den Routiniers beim FV Stierstadt in der Gruppenliga Frankfurt West. Dass er noch mithalten kann, hat der Mittelfeldspieler in den vergangenen Wochen mit seinen Toren bewiesen. Trotzdem möchte der 36-Jährige mit dem Fußballspielen aufhören, sollte die Mannschaft am Saisonende den Klassenerhalt schaffen.

Für den FSV Frankfurt und die Amateure der Frankfurter Eintracht trug Christian Liebig schon das Trikot in der Hessenliga. Nun spielt der mittlerweile 36-Jährige für den FV Stierstadt in der Gruppenliga Frankfurt Ost und war dort in den vergangenen Wochen treffsicher. In den drei zurückliegenden Partien erzielte Liebig vier Tore. "In der Vergangenheit habe ich offensiver gespielt. Nun werde ich eher in der Abwehrkette aufgestellt, weil wir dort unterbesetzt sind. Aber das ist auch ein bisschen altersbedingt", so der Stierstädter, der neben seinem Trainer Thomas Zampach und Antonio Castellino zu den ältesten und erfahrensten Akteuren zählt.

Diese Erfahrung möchte Liebig an seine jüngeren Mitspieler weitergeben: "In der Spieleröffnung bin ich viel am Dirigieren. Außerdem geht es um das Verhalten auf und neben dem Platz." Gleichzeitig betont Liebig, dass auch er noch etwas lernen kann. "Es ist ein Geben und Nehmen, weil mir die Jungs viel über die Moderne Welt beibringen. Es gibt nämlich schon Unterschiede zu der Zeit, in der ich angefangen habe Fußball zu spielen“, äußert sich der 36-Jährige zur Kommunikation innerhalb der Mannschaft.

Die fußballerischen Anfänge liegen bei Liebig im Frankfurter Stadtteil Bonames. Von dort aus ging es weiter in die Verbandsliga Süd zu Ober-Erlenbach, ehe es den Offensivspieler in die Hessenliga zog. Vom FSV und Eintracht Frankfurt II ging es dann zurück in die Verbandsliga Süd zur Usinger TSG. Nach fünf Jahren folgte dann eine verletzungsbedingte Pause. "Auf dem Spielfeld war mir häufig schwindelig, was mit meiner Halswirbelsäule zusammenhing, wie sich später herausstellte", erklärt der Stierstädter den Grund für die Auszeit. Doch ganz aufhören wollte Liebig zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Fußball, wie er heute eingesteht: "Dafür macht mir Fußball immer noch zu viel Spaß."

Im neuen Jahr soll der Klassenerhalt gelingen

Nach dem Ende der Saison 2017/18 könnte es nun aber soweit sein, dass Liebig seine Fußballschuhe an den Nagel hängt. Allerdings nur unter einer Bedingung: "Ich möchte nicht mit einem Aufstieg aufhören. Sollten wir also die Klasse halten, höre ich auf. Sollte das allerdings nicht das Fall sein, muss ich mir was überlegen. Aber wir haben die Mannschaft dafür, dass wir es schaffen können. Wir müssen auf jeden Fall darauf aufbauen, was wir bis hierher geleistet haben“, blickt der 36-Jährige optimistisch auf das neue Jahr.

Der Anfang für den Weg zum Klassenerhalt wurde bereits schon durch das 4:4-Unentschieden gegen die Sportfreunde 04 am letzten Spieltag des Jahres 2017 gemacht. Denn der FV holte noch einen 1:3-Rückstand auf. Eine ähnliche Geschichte also wie die des Bundesliga-Derbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, das am Tag zuvor ausgetragen wurde. "Das war am Sonntag bei uns Thema in der Kabine, weil der Trainer uns dadurch klar machen wollte, dass man immer wieder zurück kommen kann. Das ist uns auch gelungen, weil wir gut nach vorne gespielt haben", so Liebig, der sich nun auf die Winterpause freut, in der er nun seine Verletzung auskurieren kann. Fünf Minuten vor dem Ende des Unentschiedens hatte sich der Stierstädter nämlich den kleinen Zeh gebrochen. Bis zum Start in die restlichen Saison-Spiele im neuen Jahr dürfte Liebig aber wieder fit sein, um den Abstiegskampf gemeinsam mit der Mannschaft angehen zu können.

Autor: Selina Eckstein

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