26.11.2017

Kellerkinder punkten, Spitzenteams lassen federn

Gruppenliga Frankfurt West: Bornheim überrollt Oberstedten

Merzhausens Kapitän Daniel Maric konnte mit seinem Team gegen den FC Kalbach einen 0:2-Rückstand aufholen. Foto: Jörg Schulz

Der letzte gemeinschaftliche Spieltag vor der Winterpause war in der Gruppenliga Frankfurt West vor allem ein Spieltag der Abstiegsgefährdeten. Als einzige Mannschaft der oberen Tabellenhälfte konnte die SG Bornheim einen beeindruckenden 8:1 (4:1)-Auswärtssieg gegen den 1. FC Oberstedten landen. Der FSV Friedrichsdorf, die TSG aus Nieder-Erlenbach und der SV BKC Bosnien konnten allesamt im Kampf um den Klassenerhalt drei wichtige Punkte einfahren.

1. FC Oberstedten – SG Bornheim 1:8 (1:4)

Wegen erneuter Regenfälle musste der 1. FC Oberstedten auf den Rasenplatz der Sportanlage Bleibiskopf in Oberursel ausweichen. Gegen starke Bornheimer war jedoch nichts zu holen. Das 0:1 durch Manuel Elford zeitete sein Trainer Maik Rudolf nach bereits 12 Sekunden. Kurz darauf erhöhte Mario Marx, bevor Elford, der erst kurz vor dem Anpfiff in die Offensive beordert wurde, zwei weitere Treffer erzielte. Dazwischen gelang Marvin Klempin das zwischenzeitliche 1:2. Auch nach der Pause ging es fast nur in eine Richtung. Till Schmanke und die eingewechselten Alaa Aishouna und Daniel Tewelde schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. „Wir sind super zufrieden. Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, haben wir in der Tabelle wieder aufgeschlossen. Auswärts mit 8:1 zu gewinnen ist schon eine Ansage“, machte Trainer Rudolf auch den Blitzstart seiner Truppe für den souveränen Sieg verantwortlich: „Die zwei frühen Tore haben uns in die Karten gespielt und uns eine Sicherheit gebracht, die wir in den letzten Spielen so nicht hatten.“

Schiedsrichter: Paul-Ioan Barbu (Heilbronn).
Zuschauer: 40.
Tore: 0:1 Manuel Elford (1.), 0:2 Mario Marx (9.), 1:2 Marvin Klempin (18.), 1:3 und 1:4 Manuel Elford (26/30.), 1:5 Till Schmanke (57.), 1:6 Alaa Aishouna (61.), 1:7 Daniel Tewelde (70.), 1:8 Alaa Aishouna (76.).

FSV Friedrichsdorf – Spvgg. Oberrad 2:0 (1:0)

Der Aufsteiger aus Friedrichsdorf hat seinen nächsten Coup gelandet und den Tabellenführer aus Oberrad mit 2:0 bezwungen. Entsprechend zufrieden war Trainer Metin Yildiz, der einen „absolut verdienten Sieg“ seiner Mannschaft sah: „Wir waren insgesamt präsenter und haben extrem gut gegen den Ball gearbeitet. Oberrad hat über 90 Minuten keine Mittel gefunden.“ Nach Zuspiel von Patrick Bussian hob Francesco Marino das Leder aus 23 Metern sehenswert über Torwart Duje Dragun hinweg ins Netz. Oberrad hatte seine beste Chance nach 55 Minuten, als Alexander Hien mit einem Kopfball am Pfosten scheiterte. Den 2:0-Siegtreffer erzielte Friedrichsdorfs Mustafa Koyun auf Vorlage von Marino. „Es war ein Spiel mit wenigen Chancen, aber wir haben unsere genutzt“, war Trainer Yildiz stolz auf seine Truppe: „Wie die Mannschaft heute gearbeitet hat war einfach überragend.“

Schiedsrichter: Malte Sattler (Frankenberg).
Zuschauer: 140.
Tore: 1:0 Francesco Marino (35.), 2:0 Mustafa Koyun (73.).

FC Kalbach – TuS Merzhausen 2:2 (2:0)

„Ich denke, in den ersten 30 Minuten haben wir sehr gut gespielt und das Spiel kontrolliert“, fasste Kalbachs Spielertrainer Elton da Costa die Anfangsphase zusammen. Entsprechend gelang seinem Schützling Deniz Pekgüzelyigit mitte des ersten Durchgangs das 1:0, Erik Wille erhöhte die Führung kurz vor der Pause. Dass man das Spiel dennoch nicht gewinnen konnte lag diesmal laut da Costa nicht an der viel gescholtenen Defensive: „Da waren wir heute viel besser und haben gute Defensivarbeit gezeigt. Vorne hatten wir drei oder vier Konter, bei denen wir den letzten Pass schlecht spielen. Das müssen wir uns ankreiden.“ So wurden aus drei Punkten nur einer. Zunächst verwandelte Fuad Salihovic einen Freistoß aus 25 Metern direkt, keine fünf Minuten später stand Damjano Demasi nach einer Ecke blank und köpfte aus spitzem Winkel zum 2:2 ein. Zwischen dem Doppelschlag hatte Kalbach per Strafstoß die Chance auf das 3:1, doch Torjäger Florian Kister verschoss.

Schiedsrichter: Sascha Niklas Jung (Darmstadt).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Deniz Pekgüzelyigit (22.), 2:0 Erik Wille (44.), 2:1 Fuad Salihovic (82.), 2:2 Damjano Demasi (86.)
Besonderes Vorkommnis: Florian Kister (Kalbach) verschießt Foulelfmeter (84.).

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Spvgg. Griesheim – SV BKC Bosnien 1:2 (0:0)

Bosniens Sportlicher Leiter Admir Malohodzic konnte im Abstiegsduell des Vorletzten beim Tabellenletzten das erwartet „hartumämpfte Spiel“ beobachten. Nach torlosen 45 Minuten ging es in die Kabinen. Etwa eine Viertelstunde nach Wiederbeginn brachte Adis Pita den SV BKC in Führung. Zehn Minuten später konnte Murat Tiryaki für die Gastgeber ausgleichen. Eine Gelb-Rote Karte seines Kollegen Berehef Zewede Hagos kam dem Gegner laut Malohodzic „zu Gute. Danach haben wir alles nach vorne geworfen und sind verdient zum Führungstreffer gekommen.“ Erst in der 89. Minute setzte der eingewechselte Anel Pita nach einer Ecke per Kopf den Schlusspunkt. Malohodzics Schlussanalyse: „Griesheim hatte auch seine Chancen, aber wir waren zwingender. Im Großen und Ganzen geht der Sieg in Ordnung.“

Schiedsrichter: Maximilian Schindler (Dieburg).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Adis Pita (75.), 1:1 Murat Tiryaki (82.) 1:2 Anel Pita (90.).
Gelb-Rote Karte: Berehef Zewede Hagos (75., Griesheim).

FV Stierstadt – FFV Sportfreunde 4:4 (1:2)

Keine Minute war verstrichen, als Robert Kohns die Gäste in Führung schoss. Sasa Matovic erhöhte Mitte des ersten Durchgangs per Volley bevor die Gastgeber zum Anschlusstreffer kamen. Mit seinem zweiten Treffer brachte Kohns die Sportfreunde erneut mit zwei Treffern in Front, ehe der FFV die Führung binnen zehn Minuten komplett aus der Hand gab. In der 80. Minute ging der FV Stierstadt gar in Führung. Fünf Minuten vor dem Ende setzte Okan Ilkiz den Schlusspunkt im torreichen Aufsteigerduell: „Alles in allem haben wir heute eine schlechte Chancenverwertung gezeigt und im Defensivverhalten die letzte Konsequenz vermissen lassen“, lag der Fokus bei Speuzer-Trainer Mehmet Somun dennoch auf dem erfolgreichen Jahr: „Wir können mit dem Jahr sehr zufrieden sein. Wir sind aufgestiegen, in der neuen Liga unter den Top-Sechs und im Pokal-Halbfinale vertreten. Damit können wir alle sehr zufrieden sein.“

Schiedsrichter: Robyn Wensky (Rheingau-Taunus).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Robert Kohns (2.), 0:2 Sasa Matovic (24.), 1:2 Antonio Castellino (42.), 1:3 Robert Kohns (64.), 2:3 Marvin Diehl (66.), 3:3 Ünal Özdemir (68.), 4:3 Enrico la Medica (75.), 4:4 Okan Ilkiz (78.).

TSG Nieder-Erlenbach – FG Seckbach 3:2 (2:0)

„Wir hatten Glück, dass wir aus zwei Fehlern der Seckbacher zwei Tore gemacht haben“, bewertete TSG-Abteilungsleiter Kalle Buhl den ersten Durchgang, in dem der Gast eine „spielerische Überlegenheit“ an den Tag gelegt habe. Karl Cost und Viorel Gargalie trafen für Nieder-Erlenbach, mit dem Pausenpfiff scheiterte Seckbachs Milad Wardak per Elfmeter an Torwart Tautvydas Tazokas. „Heiß wie Frittenfett“ kam die FGS laut Buhl aus der Kabine und kam durch Elvir Pintol und Milad Wardak zum Ausgleich. Doch in den Schlussminuten wurde das Anrennen der Seckbacher weniger, laut Trainer Thorsten Spahn hatte der Gegner „in den letzten drei Minuten nochmal drei klare Chancen.“ Die letzte davon nutzte Andreas Eifert zum 3:2-Siegtreffer in der vierten Minute der Nachspielzeit.

Schiedsrichter: Sven Marquardt (Main-Taunus).
Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Karl Cost (9.), 2:0 Viorel Gargalie (23.), 2:1 Elvir Pintol (46.), 2:2 Milad Wardak (63.), 3:2 Andreas Eifert (90.+4).
Besonderes Vorkommnis: Ali Wardak (Seckbach) scheitert mit Handelfmeter an Tautvydas Tazokas (45.+3).

FV Hausen – SC Dortelweil 1:1 (1:0)

Erneut ist einer der fünf Aufsteiger dem SC Dortelweil zum Verhängnis geworden. Diesmal war es der FV Hausen, der bereits nach sechs Minuten durch den Kopfballtreffer von Sina Shakouri in Führung ging. Kurz zuvor hatte Vorlagengeber Mohamed Bouhout aus kürzester Distanz das 1:0 verpasst. Kurz nach der Pause scheiterte Shakouri aus 18 Metern am Pfosten. Chancen auf Seiten der Gäste hatten bis zu den Einwechslungen von Stefan Ljujic und Baba Mouhaman Seltenheitswert. „Erst danach haben wir besser ins Spiel gefunden und den Ball laufen lassen“, so Trainer Gökhan Kocatürk über die beiden Joker, die in Kombination mit Robin Dobios durch Mouhaman das 1:1 erzielten. Bereits in der Nachspielzeit hatte Dortelweils Andrej Dogot die Führung auf dem Kopf, doch Torwart Marc Sieber hielt den Punkt dank einer „Weltklasse-Parade“ fest. Mit Dogots Treffer hätte man laut Kocatürk „einen glücklichen Sieg einfahren können, aber nach 90 Minuten ist das Remis gerecht. Hausen war dem Sieg sogar näher.“

Schiedsrichter: Florian Tesch (Dieburg).
Zuschauer: 60.
Tore: 1:0 Sina Shakouri (6.), 1:1 Baba Mouhaman (68.).

FC Neu-Anspach – VfB Friedberg 2:2 (1:0)

Warum es ein unansehnliches Spiel war, versuchte FCNA-Coach Rico Henrici zusammenzufassen: „Friedberg hat es verstanden, uns zu langen Bällen zu zwingen und die Kopfbälle zu gewinnen.“ Aber auch die Gäste versuchten es nach Ballgewinn oft hoch und weit: „Es gab viel Gebolze und es ging hin und her. Wenn wir den Ball am Fuß hatten, sind wir allerdings gefährlich geworden“, so der Trainer, dessen Mannschaft früh durch Marco Weber in Führung ging. Nach der Pause unterlief Anspachs Michael Puck ein Eigentor. Zehn Minuten vor dem Ende waren seine Kollegen erneut dran. Nach einem Pass auf Achraf Gara Ali holte ihn Friedbergs Torwart Gökhan Cirak von den Beinen. Der Ball rollte weiter Richtung Tor, prallte an den Pfosten und wurde von Weber ins Netz geschossen. Doch Schiedsrichter Andreas Luschberger hatte bereits auf Notbremse, Freistoß und glatt Rot für Torwart Cirak entschieden. In Unterzahl gelang Salih Yasaroglu dennoch die Führung, die erst in letzter Minute durch Gara Ali wieder egalisiert wurde.

Schiedsrichter: Andreas Luschberger (Darmstadt).
Zuschauer: 70.
Tore: 1:0 Marco Weber (8.), 1:1 Michael Puck (54., Eigentor), 1:2 Salih Yasaroglu (86.), 2:2 Achraf Gara Ali (90.+2).
Rote Karte: Gökhan Cirak (80., Friedberg).

(sly)

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