06.04.2018

"Haben zur Zeit die Scheiße am Fuß"

Gruppenliga Frankfurt West: Dortelweil Mannschaft der Stunde

Der gestrige Anschlusstreffer von Oberrads Timo Becker beim TuS Merzhausen in der Nachspielzeit kam zu spät. Foto: Rita Hartenfelser

Nach Punktverlusten der Spvgg. Oberrad, der SG Bornheim sowie dem FFV Sportfreunde hat unter der Woche auch der FC Kalbach gepatzt. Dadurch ist die Mannschaft der Stunde aus Dortelweil mittlerweile auf den zweiten Platz vorgedrungen. Alle fünf Aufstiegsaspiranten sind am Sonntag im Einsatz, die einzigen direkten Duelle finden jedoch am anderen Ende der Tabelle statt. Friedrichsdorf empfängt am Samstag Beienheim, Nieder-Erlenbach spielt tags darauf in Hausen.

FSV Friedrichsdorf – SKV Beienheim (Samstag, 16 Uhr)

"Insgesamt hätten wir zehn, elf, zwölf Tore machen müssen“, ärgerte sich Friedrichsdorfs Trainer Metin Yildiz trotz des 4:3-Sieges gegen Merzhausen über die magere Chancenausbeute seiner Elf. Mit den drei eingefahrenen Punkten konnte der FSV zwischenzeitlich am TuS vorbeiziehen und steht momentan mit 29 Punkten auf dem zwölften Platz. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten sicheren Abstiegsplatz, ein Punkt beträgt der Rückstand auf den nächsten Gegner aus Beienheim, der unter der Woche mit 3:1 gegen den Tabellenführer aus Kalbach gewinnen konnte. Mit einem weiteren Sieg gegen den FSV könnten sich die Beienheimer – die weniger Spiele als ein Großteil der Konkurrenz auf dem Konto haben - weiter Luft nach unten verschaffen.

FV Hausen – TSG Nieder-Erlenbach (Sonntag, 15 Uhr)

Der FV Hausen hat seine Chancen auf den Klassenerhalt aufrecht erhalten und mit vier Punkten aus den letzten zwei Spielen den Anschluss an das rettende Ufer gehalten. Nach der Nullnummer gegen Stierstadt beobachtete Trainer Martin Reyschmidt beim 6:4-Sieg gegen den Tabellennachbarn Bosnien eine "Steigerung gegenüber der letzten Wochen. Vielleicht steigern wir uns nächste Woche ja nochmal ein bisschen“, blickte der Coach unter anderem auf das Spiel gegen die TSG Nieder-Erlenbach voraus. Auch die TSG steigert sich momentan von Woche zu Woche. Nach dem bitteren 0:6 in Dortelweil vor vier Wochen holten die Nieder-Erlenbacher gegen Stierstadt, Bosnien, Bornheim und die Speuzer insgesamt zehn Punkte.

FG Seckbach – FC Kalbach (Sonntag, 15 Uhr)

Der FC Kalbach hat weiterhin alle Trümpfe in der eigenen Hand. Durch die Negativserie des Mitabsteigers aus Oberrad sowie den zusätzlichen Punktverlusten der Verfolger Sportfreunde und Bornheim stehen die Nordfrankfurter mit zwei Spielen in der Hinterhand und drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Unter der Woche verpasste es der FCK jedoch gegen den SKV Beienheim, einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft zu gehen. Mit der FG Seckbach erwartet Kalbach eine formstarke Elf. Die letzten drei Spiele gegen Friedberg, Merzhausen und die Sportfreunde wurden allesamt gewonnen. Dabei erzielte Seckbach zehn Treffer und kassierte nur einen.

SV BKC Bosnien – Spvgg. Oberrad (Sonntag, 15 Uhr)

"Wir haben zur Zeit einfach die Scheiße am Fuß“, haderte Oberrads Trainer Baldo di Gregorio nach der unglücklichen Niederlage in Merzhausen mit der aktuellen Situation. Noch vor ein paar Wochen hatte der Verbandsliga-Absteiger die Tabellenführung inne. Vier Niederlagen später sind sowohl Mitabsteiger Kalbach als auch der SC Dortelweil vorbeigezogen und auch die SG Bornheim könnte bei zwei Spielen in der Hinterhand die Spielvereinigung hinter sich lassen. Ganz andere Sorgen hat der SV BKC Bosnien, der nach der Niederlage im direkten Duell in Hausen auf dem vorletzten Platz steht. Als Mutmacher könnte jedoch der 2:0-Auswärtserfolg aus dem Hinspiel dienen.

FFV Sportfreunde – 1. FC Oberstedten (Sonntag, 15 Uhr)

20 Punkte hatte der 1. FC Oberstedten zu Beginn des Jahres. Durch eine Serie erfolgreicher Spiele sind daraus mittlerweile 33 Punkte geworden. Lediglich gegen die Aufstiegsaspiranten aus Kalbach und Dortelweil blieb die Rissling-Elf ohne Punkt. In der oberen Tabellenhälfte stehend, hat sich der FCO gegen den Abstieg ein kleines Polster erkämpft. Doch mit den Sportfreunden wartet der nächste Gegner, der im Kampf um Platz zwei noch ein Wort mitreden kann. Nach der Punkteteilung gegen Nieder-Erlenbach und der Niederlage gegen Seckbach will der mit Abstand beste Aufsteiger der Saison vor heimischem Publikum wieder in die Spur finden.

SC Dortelweil – VfB Friedberg (Sonntag, 15 Uhr)

Acht Punkte betrug der Rückstand des SC Dortelweil vor wenigen Wochen auf den damaligen Tabellenführer Oberrad, der zu diesem Zeitpunkt gegenüber dem SCD noch ein Spiel in der Hinterhand hatte. Dennoch hielt das Vorstand Martin Gunkel und Trainer Markus Beierle nicht davon ab, einen möglichen Aufstieg abzuschreiben. Die Zeit sollte beiden Recht geben, denn nach einer Schwächeperiode mehrerer Konkurrenten steht Dortelweil mittlerweile auf Platz zwei mit drei Zählern hinter Kalbach. Gegen Friedberg taten sich die Dortelweiler im Hinspiel jedoch schwer und konnten die Führung des VfB erst in der Schlussphase drehen.

SG Bornheim – FC Neu-Anspach (Sonntag, 15 Uhr)

Ähnlich wie Oberrad und die Sportfreunde musste auch die SG Bornheim im Kampf um die Aufstiegsplätze zuletzt mehrfach kleine Dämpfer hinnehmen. Aus den letzten drei Spielen – allesamt gegen abstiegsgefährdete Vereine – konnte lediglich gegen Beienheim gewonnen werden. Gegen Nieder-Erlenbach und Bosnien blieb die SG ohne Punkt. Mit dem FC Neu-Anspach kommt nun eine Mannschaft nach Bornheim, die sich selbst noch lange nicht als gerettet sieht. Der Abstand auf den ersten möglichen Abstiegsplatz beträgt zehn Punkte, zuletzt konnte die Truppe mit Siegen gegen Hausen und Oberrad zwei große Schritte in Richtung Klassenerhalt machen.

Spvgg. Griesheim – TuS Merzhausen (Sonntag, 15 Uhr)

Ein lang ersehntes Erfolgerlebnis für Merzhausen: Unter der Woche konnte der TuS nach langer Zeit ohne Sieg endlich einen Erfolg verbuchen. Gegen die Spvgg. Oberrad wurden drei Punkte einfahren und damit die Negativserie durchbrochen. Der glückliche Erfolg am Donnerstagabend war erst der zweite Sieg innerhalb der letzten sechs Monate. Im gleichen Zeitraum kommt der nächste Gegner – die Spielvereinigung Griesheim – auf nur einen Dreier. Mit 14 Punkten steht Griesheim am Ende der Tabelle und plant bereits mit dem kaum noch zu verhindernden Abstieg in die Kreisoberliga. Die Erinnerungen an das Hinspiel könnte den Gästen zusätzlichen Auftrieb geben. Griesheim hatte bei der 0:6-Niederlage im September keine Chance.


(sly)

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