11.08.2017

Brenner: "Spannung bis zum Sonntag halten"

Verbandsliga Süd: Bensheim und Sandzak steigen ein

Mario Christophori traf für Germania Ober-Roden zweifach in Bruchköbel. Foto: Privat

Am zweiten Spieltag dürfte es in der Verbandsliga Süd schwer werden, vorab Tendenzen über Spielausgänge zu erkennen. Der FC Bensheim gegen die Usinger TSG und der SV FC Sandzak beim SC 1960 Hanau jedenfalls geben erstmals ihre Visitenkarten ab.

Rot-Weiss Frankfurt II - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)

Der FV Bad Vilbel ist mit einem Sieg in die Saison gestartet, machte es nach der 3:0-Führung gegen Rot-Weiß Darmstadt aber noch einmal spannend. "Wichtig ist, dass wir gewonnen haben", so Amir Mustafic, wenngleich der Trainer auch noch einiges an Verbesserungspotenzial ausgemacht hat. "Gerade im Spiel mit dem Ball, eigentlich unsere Stärke, haben wir viel Fehler gemacht. Aber es war auch der erste Spieltag."

Zum kommenden Gegner kann Mustafic noch nicht so viel sagen. "Die kenne ich noch nicht so gut. Ich schätze sie zuhause auf ihrem Kunstrasen stärker ein. Das ist eine junge, spielstarke Mannschaft", so der Trainer, der aber auch nicht zu viel auf den Gegner schauen möchte und anmerkt, dass "wir in jedes Spiel reingehen, um zu gewinnen. Egal wie der Gegner heißt." Außer Anastasio Keoseoglu, der noch im Urlaub weilt, stehen Mustafic alle Spieler zur Verfügung.

Sein Gegenüber Hicham Tahrioui war nach der 0:2-Niederlage gegen TS Ober-Roden unter anderem mit der Chancenverwertung nicht zufrieden und hat die Trainingswoche genutzt, um "am Verhalten der Jungs zu arbeiten. Wir haben zwei erfolgreiche Jahre hinter uns. Jetzt müssen wir unsere Denkweise ändern. Wir treffen auf Mannschaften auf Augenhöhe oder darüber. Bad Vilbel ist ein selbsternannter Titelkandidat, aber wir konzentrieren uns auf uns", so der Trainer. (db)

1. Hanauer FC - Germania Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)

Bislang trafen beide Mannschaften erst in einem Freundschaftsspiel aufeinander, das die Hanauer im Januar diesen Jahres mit 8:1 für sich entscheiden konnten. "Ein Vorbereitungsspiel ist kein Maßstab. Ich erwarte nun ein ganz anderes Spiel, auch weil die Mannschaft eine hohe Qualität hat", sagte Hanaus Trainer vor der Begegnung der beiden Aufsteiger. Dabei erwartet Christoph Prümm eine offensiv geführte Partie, in der seine Mannschaft auch noch dazu lernen wird. "Viele der Spieler kommen zum ersten Mal in der Verbandsliga zum Einsatz und wir wollen jedes Spiel genießen und gucken dann, was bei raus springt", so Prümm, der sich mit dem Hanauer FC am ersten Spieltag als Derbysieger gegen den SC Hanau 1960 (3:2-Sieg) feiern lassen konnte.

Auch den Ober-Rodenern gelang zum Auftakt ein Sieg, denn der Aufsteiger aus der Gruppenliga Darmstadt überzeugte beim 5:0-Erfolg in Bruchköbel. "Vom Spielverlauf her war es glücklich, weil wir früh zwei Tore gemacht haben. Ob das in Hanau aber wieder gelingen wird, ist fraglich", äußerte sich Daniel Hoffstadt rückblickend. Beim FC erwartet der Teammanager der Germania eine hart umkämpfte Partie. "Das wird sicherlich schwer." Welche Elf diese Aufgabe bestreiten wird, bleibt abzuwarten. Bis auf die Langzeitverletzten stehen dem Trainerteam alle Spieler zur Verfügung. "Wer zum Einsatz kommt, wird man dann sehen. Es kommt auf die Trainingseindrücke an, die der Trainer hat und dazu wird er vorher nicht viel verraten", sagte Hoffstadt zu Trainer Adi Akinwale.

"Hanau hat eine gute Mannschaft, aber sie werden auch auf ein gutes Team treffen", sagte Ober-Rodens Spieler Fabian Bäcker, der nicht auf ein Wiedersehen mit seinem alten Gladbacher Weggefährten Michael Fink hoffen kann. Denn neben Ervin Skela und Elmir Sekeric wird auch Fink den Hanauern nicht zur Verfügung stehen. (se)

FC Alsbach - Viktoria Nidda (Sonntag, 15 Uhr)

Während Nidda am Mittwochabend knapp mit 3:2 gegen den SC Hanau gewann, mussten sich die Alsbacher bereits am Wochenende mit 1:2 in Wald-Michelbach geschlagen geben. "Offensiv kam wenig von uns", nannte Pressesprecher Andreas Rothermel den Grund für das Scheitern. Der Aufsteiger hingegen konnte in der vergangenen Saison hingegen mit seiner Offensive überzeugen und erzielte insgesamt 107 Tore. "Es wird ein offensiver Schlagabtausch, aber auch bestimmt eine kampfbetonte Partie", so Alsbachs Rothermel, der auf die Heimstärke seines FCA aus der vergangenen Saison hofft. "Wir müssen die offensiven Spieler in den Griff bekommen und Druck ausüben. Aber gegen einen Aufsteiger ist es am Anfang immer schwierig zu spielen."

Personell muss Alsbachs Trainer Sascha Huy dabei auf einige Spieler verzichten. Luka Konjicija und Milorad Vukovic sind im Urlaub, während Joachim Fricker und Philipp Ehmig fraglich sind. Dafür steht Deniz Özkaya wieder zur Verfügung. Außerdem hofft Rothermel darauf, dass Marcel Daniel nach Trainingsrückstanden trotzdem zum Einsatz kommen kann, da Stürmer Cengiz Gencer nach seiner Roten Karten in Wald-Michelbach für sieben Spiele gesperrt wurde.

Nach dem Sieg gegen Hanau erwartet Niddas Trainer in Alsbach eine andere Partie. "Der Gegner wird uns vor eine andere Aufgabe stellen, als es Hanau gemacht hat. Aber leichter wird es nicht. Deshalb müssen wir nun schnell regenerieren und den Schalter umlegen", sagte Carsten Weber zum Auswärtsspiel. Seine Mannschaft durfte den ersten Sieg in der Verbandsliga Süd gebührend bejubeln, doch "am Sonntag geht es wieder von vorne los", richtete Weber seinen Blick auf Sonntag. Dabei erhofft sich Niddas Trainer den gleichen Einsatzwillen und die Laufbereitschaft wie im Nachholspiel gegen die Hanauer, um auch in Alsbach punkten zu können. (se)

SC 1960 Hanau - SV FC Sandzak (Sonntag, 15 Uhr)

Beim Hanauer SC ist ergebnistechnisch etwas der Wurm drin. Sowohl gegen Hanau 93 als auch unter der Woche gegen Viktoria Nidda lieferte die Mannschaft von Trainer Seref Zangir sehr ordentliche Leistungen ab. Doch unter dem Strich stehen null Punkte, da beide Partien mit 3:2 für den Gegner endeten. Deswegen wollte der Sportliche Leiter Okan Sari seinem Team nach der Nidda-Pleite auch keinen großen Vorwurf machen. "Wir haben wieder gut gespielt und tolle Moral bewiesen."

Mit dem SV FC Sandzak wartet der dritte Aufsteiger in Serie auf den HSC, gegen den nun endlich Punkte her sollen. "So viel Pech sollten wir nicht nochmal haben", spricht Sari auch die mangelnde Chancenverwertung - gerade in der ersten Hälfte in Nidda - an. Der Sportliche Leiter geht davon aus, dass "es ein brutal schweres Jahr für uns wird. Letztes Jahr sind wir als Aufsteiger sehr gut gestartet. Das ist diesmal nicht so."

Der amtierende Meister der Gruppenliga Frankfurt West, der SV FC Sandzak, steigt zeitverzögert in seine erste Verbandsliga-Runde ein. Am ersten Spieltag hätte der SV eigentlich den FC Bensheim zu Gast gehabt, aber die Duschanlagen versagten ihren Dienst. Gewarnt sein dürfte der Verbandsliga-Neuling auf jeden Fall vor der Zangir-Elf, die nach den letzten beiden Partien auch zweimal als Sieger vom Platz hätten gehen können. (db/cw)

FC 07 Bensheim - Usinger TSG (Sonntag, 15 Uhr)

Eigentlich hätten die Bensheimer vergangene Woche beim SV FC Sandzak in die neue Spielrunde einsteigen sollen. Da aber die Duschanlagen dort ihren Geist aufgaben, wurde die Partie relativ kurzfristig abgesagt. So gibt der FC jetzt erst mit seinem Heimspiel gegen die Usinger TSG seine erste Visitenkarte in der neuen Saison ab: "Durch die Verlegung des Spiels ist unsere Vorbereitung eine Woche länger gewesen. Wir haben die Spannung bis zu diesem Spiel steigen lassen und jetzt ist es unsere Aufgabe, nicht locker zu lassen und die Spannung bis zum Sonntag zu halten", erklärt Bensheims Trainer Ludwig Brenner.

Für Brenner ist es immernoch fast undenkbar, dass "die Usinger ihr Spiel gegen Vatanspor verloren haben. "Ich war sehr angetan von ihrer spielerischen und taktischen Leistung, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Wir wissen, was auf uns zukommt und werden an unsere Grenzen gehen müssen", so Brenner weiter. Verzichten müssen die Bensheimer auf ihre Langzeitverletzten Dennis Konietzko (Kreuzbandriss) und Philipp Pfeifer (Knorpelprobleme). Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen von Willy Eifler, der nach einem Handbruch eventuell mit einer Schiene oder einem gepolsterten Arm auflaufen kann, und Fabio Hechler aufgrund muskulärer Probleme.

Einhellige Meinungen gab es bei der Nachbetrachtung des Hochtaunus-Derbys zwischen der Usinger TSG und Vatanspor Bad Homburg, das der TSV in der Nachspielzeit mit 2:1 für sich entschieden hatte. Mit der Großzahl an Torchancen, die gegen den Rivalen aus Homburg nicht genutzt wurden, will die Mannschaft von Spielertrainer Marcel Kopp in Bensheim sorgfältiger umgehen: "Die Chancenverwertung war das große Manko. Aber wenn Vatanspors Torwart Kai Klug nicht so einen Sahnetag gehabt hätte, dann hätten wir auch drei oder vier Dinger mehr reingemacht. So wäre es auf jeden Fall bei einem Keeper gewesen, der Normalform hat", bescheinigt Kopp Bad Homburgs Torwart seine außergewöhnliche Leistung.

Den Usingern steckt zwar noch das Pokalspiel gegen den FV Stierstadt unter der Woche, bei dem die TSG sich den 6:2-Sieg nach 120 Minuten erkämpft hatte, noch in den Knochen, aber für die Aufgabe in Bensheim sieht sich Kopp gewappnet: "Unter der Woche haben wir nochmal Torschusstraining gemacht und wir fahren mit breiter Brust dorthin." (cw)

TS Ober-Roden - Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 15 Uhr)

Zum Auftakt gelang beiden Mannschaften ein Sieg, von einem Spitzenspiel wollte Ober-Rodens Trainer trotzdem nichts wissen. "Die Tabelle hat noch gar nichts zu bedeuten. Wir sind froh über die ersten drei Punkte und wollen nun die nächsten drei", hoffte Daniel Nister auf einen weiteren Heimsieg. Da der Rasenplatz in Bad Homburg noch nicht fertig ist, wurde das Heimrecht getauscht und so hat die TSO zum Start in die neue Saison gleich drei Heimspiele. Gegen Vatanspor erwartet Nister eine offensive und attraktive Partie: "Bad Homburg wird ebenfalls versuchen spielerisch Lösungen zu finden. Aber wir richten unsere Taktik nicht nach dem Gegner aus, sondern wollen uns von Woche zu Woche verbessern, wie zum Beispiel im Spiel mit dem Ball. Dabei müssen wir geduldiger werden, das hat das Spiel gegen Frankfurt gezeigt." Vor allem vor dem gegnerischen Tor wollen die Ober-Rodener mehr Ruhe bewahren, um häufiger zum Torerfolg zu gelangen.

Auch die Gäste aus Bad Homburg möchten den nächsten Sieg, um ihre eigene Bilanz gegen die TSO aufzubessern. "Gegen Ober-Roden haben wir bisher noch kein Verbandsliga-Spiel gewinnen können. Das war auch gegen die Usinger der Fall, doch das haben wir erledigt", erklärte Bad Homburgs Sportlicher Leiter, Hüseyin Güven, nach dem 2:1-Erfolg bei der TSG am ersten Spieltag. In Unterzahl war es der Mannschaft von Jörg Loutchan gelungen den Auswärtssieg einzufahren. "Nach dem Spielverlauf war nicht mehr mit drei Punkten zu rechnen, aber die taktische Umstellung war die richtige Entscheidung", freute sich Güven, dass dieser Erfolg seiner Mannschaft trotzdem gelungen war. In Ober-Roden erwartet der Sportliche Leiter "ein schweres Spiel gegen eine junge und dynamische Truppe." Außerdem fügte Güven hinzu, was bei den Bad Homburgern besser werden muss: "Wir müssen aus den Fehlern lernen, um in Ober-Roden bestehen zu könne. Dabei müssen wir eine hohe Laufbereitschaft an den Tag legen."

Personell muss Vatanspor auf den Gelb-Rot gesperrten Patrick Berschick verzichten. Außerdem fehlen wohl Mustafa Saniyeoglu und Celil Cetinkaya. Dafür kehren Moritz Kulick und Eugen Schiffmann nach Verletzungen wieder zurück. Ober-Rodens Trainer muss lediglich auf Jannis Fritsch und Tim Barowski verzichten, ansonsten hat Nister die Qual der Wahl: "Die Jungs trainieren sehr gut und wenige fallen hinten ab, das macht es mir umso schwerer, was ich aber super finde. Außerdem stimmt die Teamdynamik bei uns." (se)

Rot-Weiß Darmstadt - SG Bruchköbel (Sonntag, 15 Uhr)

Schon im Hessenliga-Pokalspiel gegen den SC Eddersheim, das nur knapp mit 2:1 verloren ging, waren bei Rot-Weiß Darmstadt gute Ansätze zu erkennen. Auch beim ersten Punktspiel am vergangenen Sonntag beim FV Bad Vilbel ging die Lohrer-Truppe zwar knapp mit 2:3 als Verlierer vom Platz, am Ende hätte es aber dank eines furiosen Schlussspurtes fast noch zu einem Unentschieden gereicht. Für den Hessenliga-Absteiger also kein Grund, pessimistisch gegen die SG Bruchköbel in die Partie zu gehen.

Bei der SG Bruchkköbel ging der Saisonauftakt indes voll in die Hose. Gleich mit 0:5 kam die SG gegen Germania Ober-Roden unter die Räder. Bruchköbels Medienvertreter Jochen Dickerhoff bezeichnete das Spiel der Ober-Rodener über weite Strecken als "spielerisch besser, genauerer und sicherer". Beim letzten Aufeinandertreffen an der Winkelschneise zog Bruchköbel zwar in der Saison 2015/2016 mit 1:2 den Kürzeren, am Sonntag heißt es aber Ausgang offen. (cw)

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