28.03.2018

Aufstiegs-Fünfkampf ist einbestellt

Gruppenliga Frankfurt West: Spannung pur auch unten

Seckbachs Ali Wardak (blau-weiß gestreiftes Trikot) traf in Merzhausen doppelt. Foto: Steffen Turban

Durch den jüngsten 2:0-Sieg der FFV Sportfreunde 04 bei der Spvgg. 05 Oberrad komplettieren neben diesen beiden Teams der Spitzenreiter FC Kalbach, der SC Dortelweil und die SG Bornheim Grün-Weiss das Quintett im Rennen um die begehrten Aufstiegsplätze in der Gruppenliga Frankfurt West. Am morgigen 26. Spieltag wird aber auch wieder mit geschärftem Auge auf den spannenden Kampf gegen den Abstieg geschaut.

FV 1920 Hausen - FV Stierstadt (Donnerstag, 19 Uhr)

Der FV Hausen hat in 2018 bis jetzt alle vier Spiele verloren. Der Aufsteiger steht nun vor drei Heimspielen und startet gegen den FV Stierstadt: "Das ist am Donnerstag der vorletzte Strohhalm, an den wir uns klammern. Alles andere als ein Sieg wäre zu wenig für uns", verdeutlicht Hausens Coach Martin Reyschmidt den Ernst der Lage.

Für den Mitaufsteiger FV Stierstadt gab es auch schon bessere Zeiten in dieser Saison. Nach dem 0:0 beim VfB Friedberg muss die Zampach-Elf im Gegensatz zu den Hausenern jetzt zweimal auswärts ran. Weil die Stierstädter auf ihrem derzeitigen Rang 13 einen Abstiegsplatz belegen, ist an der Mühlwiese ein heißer Punktekampf zu erwarten.

FC Kalbach - VfB Friedberg (Donnerstag, 19.45 Uhr)

Vor allem in der Offensive sind die Kalbacher eine Macht. 80 Tore erzielte die Elf von Spielertrainer Elton Da Costa in 21 Partien, sieben Treffer davon am vergangenen Sonntag gegen den FSV Friedrichsdorf. "Das zeichnet uns aus und es war ein gutes Spiel von uns. Ich war zufrieden", äußerte sich Da Costa rückblickend. Allerdings zeigten sich beim 7:4-Erfolg auch die Schwächen des FCK. "Wir haben individuelle Fehler gemacht und waren in manchen Situationen zu fahrlässig", nannte Kalbachs Coach den Grund dafür, wie die vier Gegentreffer zustande kamen.

Gegen den VfB Friedberg soll das abgestellt werden, um mal wieder zu Null zu spielen. Dass der aktuelle Tabellenführer das kann, bewies er Anfang März beim 4:0-Erfolg in Oberstedten. Darauf soll das Hauptaugenmerk liegen, um die nächsten drei Punkte im Aufstiegsrennen zu holen. Für den VfB hingegen geht es am Donnerstag um wichtige Zähler im Abstiegskampf. Nach dem 0:0-Unentschieden gegen den FV Stierstadt stehen die Friedberger noch immer im Tabellenkeller, haben allerdings nur einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer.

SKV Beienheim - 1. FC Oberstedten (Donnerstag, 20 Uhr)

Der 0:2- Niederlage gegen die SG Bornheim trauert Beienheims sportlicher Leiter Michael Major nicht hinterher, obwohl gerade in der Anfangsphase mehr drin gewesen ist: "Das war kein Beinbruch. Zwar haben wir es verpasst, in Führung zu gehen, die Punkte gegen den Abstieg müssen wir aber woanders holen." Jetzt gegen den 1. FC Oberstedten geht es für den SKV um deutlich mehr, Major sieht aber eher die Gäste unter Druck: "Für die ist die Partie noch wichtiger, weil wir noch Bonusspiele haben. Es wird aber auf jeden Fall ein brisantes Duell."

Ohne fünf verletzte Stammspieler kamen die Oberstedtener zu Hause gegen den SC Dortelweil mit 0:5 unter die Räder. Zehn Punkte hat sich die Rissling-Elf in 2018 aber schon erkämpfen können. Das Hinspiel musste knapp an den SKV abgegeben werden. Es bleibt abzuwarten, ob der 1. FCO auf dem Beienheimer Naturrasenplatz wieder zurück in die Punktespur findet.

FC Neu-Anspach - Spvgg. 05 Oberrad (Donnerstag, 20 Uhr)

33 Punkte bei zwei Nachholspielen bedeutet den siebten Tabellenplatz: Der FC Neu-Anspach ist neben der FG Seckbach wohl die einzige Mannschaft, die weder nach oben zu schielen noch nach unten Angst zu haben braucht. Zuletzt gab es einen 4:1-Heimsieg gegen den FV Hausen, jetzt empfängt die Elf von Rico Henrici den Verbandsliga-Absteiger aus Oberrad.

Der 0:2- Niederlage gegen die Speuzer folgen bei der Spvgg. 05 Oberrad jetzt drei Auswärtsspiele. "Jedes Spiel betreiben wir mit 100 Prozent Kraftaufwand. Dass wir irgendwann mit unserer jungen Mannschaft in ein Loch fallen würden, war mir und dem Verein klar. Wir machen uns keinen Druck und gehen die nächsten Spiele entspannt an", gibt sich Oberrads Trainer Baldo di Gregorio gelassen. Mit Neu-Anspach verbindet di Gregorio mehr als nur einen Ligagegner: "Dort habe ich meine Fußballschule und viele Freunde. Ich freue mich, mit meinen Jungs dorthin zu fahren. Die Tagesform wird entscheiden, weil jeder jeden in der Liga schlagen kann."

FSV Friedrichsdorf - SV BKC Bosnien (Donnerstag, 20 Uhr)

Durch die 4:7-Niederlage bei den Nordfrankfurtern musste der FSV seine erste Niederlage seit dem 22. Oktober 2017 hinnehmen. Achtmal in Folge ohne Niederlage bedeuteten 20 Punkte für den Aufsteiger. "Kalbach war ein Bonusspiel, in das wir ersatzgeschwächt gegangen sind. Verletzt hat sich in Kalbach Arni Zeynullahu, dem wahrscheinlich das hintere Kreuzband gerissen ist. Unser Kapitän Marc Reichert hat seit dem Oberstedten-Spiel Blut im Schienbein und Patrick Bussian laboriert an einer hartnäckigen Schambeinentzündung. Dafür sind Maxi Zymolka und Mohamad Mouma nach seiner Sperre wieder dabei", macht Friedrichsdorfs Trainer Metin Yildiz eine Personal-Bestandsaufnahme.

Bei drei Heimspielen in Folge möchte der Übungsleiter jetzt schon den Grundstein für den Klassenerhalt legen: "Sechs Siege werden wir wohl noch brauchen, um die Klasse halten zu können. Wir wollen eine neue Serie starten und am besten am Donnerstag gegen Bosnien damit anfangen", hofft Yildiz. Die Euphorie beim SV BKC Bosnien nach dem Sieg gegen die SG Bornheim ebbte wieder rasch ab. Zwei anschließende Niederlagen bedeuten für die Grabovica-Elf aktuell Tabellenplatz 15. Beim "Sechs Punkte-Spiel" sollte man sich also vorab besser nicht auf eine Wette einlassen, wer den Platz am Ende als Sieger verlassen könnte.

FG Seckbach - FFV Sportfreunde 04 (Donnerstag, 20 Uhr)

Seckbachs Trainer Thorsten Spahn hat für seine Mannschaft das 50 Punkte-Ziel als neue Bestmarke für den Verein ausgelobt. Die FG ist diesbezüglich auf einem guten Weg. Damit hat der Tabellensechste noch eine Saisonaufgabe, denn die Themen Auf- oder Abstieg sind für die Seckbacher wohl keine mehr. Der FFV Sportfreunde 04 ist auf jeden Fall gewarnt.

"Das wird ein sehr interessantes und spannendes Spiel. Wir treffen auf einen sehr starken Gegner, der bis jetzt vielleicht etwas hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist", weiß Speuzer-Trainer Mehmet Somun um die Stärke der Blau-Weißen, dessen Mannschaft noch ordentlich Rückenwind nach dem 2:0-Sieg gegen die Spvgg. 05 Oberrad mit an die Hochstädter Straße bringen wird. "Wir sind gut drauf und schon länger ungeschlagen. Wir haben den Tabellenführer völlig verdient geschlagen und wollen weiter nachlegen", so Somun, dessen Truppe mit einem Megalauf winterübergreifend seit fünf Monaten ungeschlagen ist.

SG Bornheim - TSG Nieder-Erlenbach (Donnerstag, 20.15 Uhr)

Das letzte Punkt-Heimspiel der Bornheimer datiert vom 5. November 2017. Endlich dürfen sich die einheimischen Zuschauer wieder an der Berger Straße einfinden, um ihre Jungs anzufeuern. Zu Hause noch ungeschlagen und damit eine Macht, empfängt die SG jetzt das Team von Vito Raimondi, die sich mit einem Befreiungsschlag - volle Punktzahl aus den beiden letzten Spielen - aus dem Tabellenkeller geschossen haben.

Das Polster kam zur rechten Zeit, denn nicht nur gegen die Rudolph-Elf ist nicht unbedingt immer mit Zählbarem zu rechnen. Danach tritt der Tabellenneunte viermal in Folge auswärts an, unter anderem bei FFV Sportfreunde 04 und der Spvgg. 05 Oberrad. "Vor Bornheim haben wir keine Angst. Die haben zwar eine sehr gute Mannschaft und wir haben großen Respekt, aber in den letzten Spielen haben wir gegen Bornheim immer viele Punkte geholt. Ich hoffe, dass wir mindestens einen Punkt holen. Wir haben nichts zu verlieren", gibt sich Nieder-Erlenbachs Top-Torjäger Ante Paradzik optimistisch.

Autor: Christoph Wess

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