18.01.2018

El Houssaini und Di Gregorio treffen sich wieder

Testspiel: Viele Bekanntschaften bei Oberrad - SV Waldhof Mannheim

Khalid El Houssaini zeigt bei der Spvgg. 05 Oberrad die Richtung an. Foto: Jörg Schulz

Wenn am Samstag um 14 Uhr der SV Waldhof Mannheim seine Visitenkarte bei der Spvgg. 05 Oberrad abgibt, dann ist das mehr als ein gewöhnliches Vorbereitungsspiel. Vor allem für Waldhofs Daniel di Gregorio, der an der Beckerwiese auf seinen Bruder Baldo als Trainer und seinen besten Kumpel Khalid El Houssaini als Spieler trifft.

Der 26-jährige Deutsch-Italiener spielt seit Sommer 2014 für den SV Waldhof Mannheim und die vereinbarte Testbegegnung im Frankfurter Südosten bringt ihm ein Wiedersehen mit zwei Personen, mit denen der Fußballer ein enges Verhältnis pflegt. Da wäre zum einen sein älterer Bruder Baldo, der es selbst als Profi bis in die 2. Bundesliga schaffte und auch einige Auslandsstationen vorzuweisen hat. Der Ex-Ahlener trainiert seit September 2015 die Oberräder und war auch maßgeblich am Zustandekommen des Testspiels beteiligt. Zum anderen kommt es zum Wiedersehen mit dem 05er Khalid El Houssaini, mit dem Daniel Di Gregorio vier Jahre in der Jugend von Rot-Weiss Frankfurt spielte.

Trainer der beiden war damals übrigens von der U17 bis zur U19 Benjamin Sachs, der heutige Co-Trainer der Waldhöfer. "Ich freue mich auf dieses Spiel und treffe mit Khalid auf einen Kindheitsfreund, mit dem ich einige Jahre zusammen gespielt habe. Auch heute haben wir noch einen engen Draht und stehen fast täglich in Kontakt", erzählt der Mannheimer im Vorfeld des Spiels an der Beckerwiese. Was Khalid El Houssaini und Daniel di Gregorio miteinander verbindet, ist die Gemeinsamkeit, dass beide Fußballer durch eine schwere Verletzung in jungen Jahren aus der Bahn geworfen wurden.

Am 23. Mai 2009 gab El Houssaini als A-Jugendlicher sein Debüt in der Hessenliga-Mannschaft von Rot-Weiss Frankfurt, die bei Eintracht Stadtallendorf mit 1:2 verlor. Nach 40 Minuten musste der Marokkaner ausgewechselt werden, weil er sich unter anderem einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Es ist bis heute sein einziges Hessenliga-Spiel geblieben, denn "danach habe ich nie mehr zur alten Stärke zurückgefunden", wie El Houssaini bedauert. Die Konsequenz aus seinem Malheur: Der Marokkaner pausierte erstmal über zwei Jahre vom aktiven Fußball. Nach seiner Auskurierung zwickte es dann doch wieder in den Füßen und es folgten Stationen bei Germania Ober-Roden in der Gruppenliga Darmstadt, Germania Babenhausen in der Kreisliga A Dieburg, wo ihm der Aufstieg in die Kreisoberliga Dieburg unter Trainer Abdullah Tabarant gelang.

So hieß auch sein Trainer, als er 2015 mit dem SV Griesheim Tarik über die Relegationsrunde gegen TuS Makkabi und den SC Weiss-Blau den Aufstieg in die Kreisoberliga Frankfurt schaffte. Nach und nach traute sich El Houssaini auch wieder höherklassigen Fußball zu und heuerte bei Türk Gücü Friedberg an, wo ihm der Aufstieg in die Verbandsliga Süd gelang.

Verletzungspech holte Daniel Di Gregorio beim SV Waldhof ein

Nach einem missglückten Intermezzo in der Gruppenliga Wiesbaden beim FV Neuenhain wechselte El Houssaini vor einem Jahr in die Winterpause nach Oberrad, wo er sich sehr wohl fühlt: "Ich bin froh, den Weg nach Oberrad gefunden zu haben. Ich verstehe mich sehr gut mit Baldo di Gregorio, Mario Di Falco und Josip Coric", betont der 27-jährige. Bei seinem Kumpel Daniel Di Gregorio lief es in die andere Richtung. In seinem ersten Jahr im Seniorenbereich absolvierte er 21 Spiele für Rot-Weiss Frankfurt in der Hessenliga und wurde im Sommer 2010 für die U23-Mannschaft von Eintracht Frankfurt verpflichtet, die in der Regionalliga Süd spielte.

Bei den Riederwäldern absolvierte er in vier Jahren 69 Regionalliga-Spiele und erzielte vier Tore, obwohl er von April 2012 bis August 2013 verletzt ausfiel. Das war großes Pech, weil di Gregorio kurz vor dem Sprung in den Bundesligakader stand. Nach der Abmeldung der Eintracht-Reserve 2014 wechselte er zum SV Waldhof Mannheim, wo er in 63 Spielen elf Tore erzielt hat. Es hätten mehr sein können, wenn ihn das Verletzungspech nicht im Mai 2016 eingeholt hätte. Im Training zog sich der gebürtige Offenbacher einen Kreuzbandriss zu und das ausgerechnet vor den Aufstiegsspielen gegen die Sportfreunde Lotte.

Die Mannheimer scheiterten am Aufstieg in die 3. Liga, wie auch ein Jahr später gegen den SV Meppen im Elfmeterschießen. Da war Di Gregorio verletzt und feierte Ende August 2017 sein Comeback in der Regionalliga. "Khalid hätte es höher geschafft, wenn er sich nicht schwer verletzt hätte", sagt di Gregorio über seinen Kumpel El Houssaini. Der wünscht seinem Freund "viel Gesundheit und den Aufstieg mit dem SV Waldhof in die 3. Liga". Seit kurzem hat der Klub mit Bernhard Trares einen neuen Trainer, assistiert wird er weiterhin von Benjamin Sachs, den Jugendtrainern der beiden.

"Wir unterschätzen keinen Gegner und ich freue mich auf das Spiel, weil ich seit fast zehn Jahren Khalid nicht mehr auf dem Platz begegnet bin", freut sich di Gregorio. El Houssaini ist ebenfalls begeistert: "Das ist eine große Sache für Oberrad, weil das kein alltäglicher Gegner ist". Gespielt wird übrigens auf dem Rasen, weil der Kunstrasen nach Sturmschäden durch umgefallene Bäume in Mitleidenschaft gezogen wurde. Schlusswort von El Houssaini: "Wir hoffen auf viele Zuschauer".

Autor: Pedro Acebes

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