16.01.2018

Albert Vahle: "Bin als Torjäger nicht bekannt"

Gruppenliga Frankfurt West: Außenverteidiger im Gespräch

Mit dem Siegerpokal in der Hand lässt es sich für Albert Vahle gut Lachen. Foto: privat

Am 6. August 2017 schrieb Albert Vahle beim FV 1920 Hausen Geschichte: Als der TuS Merzhausen am ersten Spieltag mit 4:3 niedergerungen wurde, erzielte der 22-Jährige für den Aufsteiger das allererste Gruppenliga-Tor überhaupt, und das noch an der Mühlwiese.

Das Fußball spielen lernte Albert Vahle beim FV 1920 Hausen. In der D-Jugend wechselte er zu Rot-Weiss Frankfurt und von dort ging es bis Mitte der B-Jugend zum JFC Frankfurt: "Dann bin ich wieder zurück nach Hausen, weil ich meinen Fokus mehr auf die Schule legen wollte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich auch den Spaß am Fußball besonders beim JFC verloren habe, weil die Mitspieler teilweise arrogant waren und ich einfach das Gefühl des Kickens wieder haben wollte. Außerdem habe ich gemerkt, dass meine fußballerischen Fähigkeiten für die oberen Ligen nicht ausreichen", erklärt der Medizinstudent, dem mit Blick auf seine intensiven Uni- Lernzeiten vom FV Hausen alle Freiheiten gegeben werden. "Gerade in den Klausurphasen habe ich wenig Zeit, so dass ich manchmal das Training absagen muss. Dafür hat der Verein aber sehr viel Verständnis."

Aus seiner Jugendzeit bleiben dem Außenverteidiger zwei besondere Erlebnisse in Erinnerung. Da wäre zum einen der 53:0-Sieg in der C-Jugend mit dem JFC Frankfurt gegen Union Niederrad, bei dem sich der 22-Jährige tortechnisch vornehm zurückhielt: "Ein Tor habe ich damals nicht gemacht. Als Torjäger bin ich ja aber auch nicht bekannt." Außerdem die Zusammenarbeit mit seinem damaligen A-Jugendtrainer Klaus Fleckenstein, der als Ur-Hausener schon ewig im Verein ist: "Er hat die Sprache der Jugendlichen gesprochen und gab uns die Freiräume, die wir damals gebraucht haben."

Angesprochen auf das Klima in der Mannschaft, bringt es Vahle mit strahlenden Augen sehr schnell auf den Punkt: "Wir verstehen uns alle super. Keiner wird ausgeschlossen. Wir sind fast alle hier aus der Region. Der Wohlfühlfaktor ist besonders und für mich mit Abstand der Größte im Vergleich zu anderen Mannschaften. Außerdem haben wir mit Martin Reyschmidt einen richtig gutenTrainer, der immer wieder neue Anreize setzt. Menschlich gesehen ist er auch sehr nett und herzlich." Auf die Philosophie der Eigengewächse und Spieler aus der nahen Umgebung setzt der FV schon seit vielen Jahren und der Erfolg gibt dem Konzept des 1920 gegründeten Vereins wohl recht.

Für den leidenschaftlichen Karaoke-Sänger waren im Sommer 2017 der 3:2-Sieg im Aufsstiegsspiel gegen den FC Karben, der spätere erstmalige Einzug mit dem FV Hausen in die Gruppenliga Frankfurt West und sein historisches Tor beim 4:3-Sieg gegen den TuS Merzhausen die bisherigen Senioren-Höhepunkte. Vorgestern gesellte sich mit dem Hallenturnier-Sieg vor eigenem Publikum ein weiteres Glücksgefühl hinzu. Ob seines jungen Alters bietet sich aber noch viel Raum für weitere Erfolgserlebnisse: "Ziel ist jetzt erst einmal der Klassenerhalt. Wir werden bis zum letzten Spiel um Punkte kämpfen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nicht absteigen und es schaffen werden. Das wäre nach dem Aufstieg das nächste Highlight", hofft der technisch- und zweikampfstarke Rechtsfuß.

Autor: Christoph Wess

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