12.02.2018

torgranate-Analyse: TSV Vatanspor Bad Homburg

Verbandsliga Süd: Neuzugänge in Loutchan-Einzelkritik

Jörg Loutchan ist mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. Foto: Steffen Turban

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Verbandsligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist der Süd-Verbandsligist TSV Vatanspor Bad Homburg an der Reihe.

So lief die bisherige Runde:

Mit "nur" 30 geschossenen Toren schaffte es Vatanspor Bad Homburg auf den dritten Rang der Verbandsliga Süd bis zur Winterpause. Nach dem fünften Spieltag führte der TSV die Tabelle an, aber Trainer Jörg Loutchan relativierte schon direkt nach dem 2:1- Sieg beim SC 1960 Hanau: "Es kommen auch andere Zeiten, in denen wir auch wieder mehrere Spiele in Serie verlieren werden." Kaum gesagt, trat dieser Fall promt ein, und die darauffolgenden drei Partien gingen allesamt verloren. Vom 1. bis 31. Oktober entpuppten sich dann die Ergebnisse 2:0 und 2:1 - ob Sieg oder Niederlage - irgendwann als selbsterfüllende Prognose, denn in sieben aufeinanderfolgenden Partien lautete der Endstand immer so.

"Anhand unserer Ergebnisse hat man gesehen, dass wir uns erst finden mussten. Am Anfang haben zwar die Ergebnisse gestimmt, aber die Konstanz in der Leistung konnte noch gar nicht da sein, weil wir viele junge, unerfahrene Spieler haben. Deswegen bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden", refklektiert Loutchan.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Die Neuzugänge bewertet Jörg Loutchan wie folgt:

Patrick Berschick (TuS Merzhausen, 9 Spiele/3 Tore): Er hatte sieben Spiele und zwei Kurzeinsätze. Nach den sieben Spielen bekam er zweimal hintereinander eine Gelb-Rote Karte, und nach der letzten hat er sich eine Mittelfußprellung am Spann zugezogen. Deswegen gab es für ihn dann nur noch die zwei Kurzeinsätze. Bis dahin war er mit drei Treffern unser Torjäger und ich hoffe, dass er an seine Leistung wieder anknüpfen kann.

Baris Odabas (Türk Gücü Friedberg, 19/2): Er tut der Mannschaft sehr gut. Von seiner Dynamik her ist er in der Verbandsliga eine klare Verstärkung. Im Aufbauspiel müssen wir aber noch an seiner Fehlpassquote arbeiten.

Furkan Firat Usta (SC 1960 Hanau, 19/4): Ihm fehlt noch ein bisschen die Konstanz. Ansonsten hat er großes Potenzial. Er ist in der Lage, ein Spiel selbst zu entscheiden, ruht sich aber hier oder da noch auf gezeigten Leistungen anschließend wieder aus.

Ibrahim El Ouahian (SF Friedrichsdorf, 15/2): Ibrahim war immer Bestandteil des Teams, hat aber nur zwei- oder dreimal von Anfang an gespielt. Vom Einsatz her gibt er immer alles, ist aber manchmal noch zu unglücklich in seinen Aktionen.

Samir Haruna (SC 1960 Hanau, 1): Nach einem Einsatz kann ich noch nicht so viel sagen. Jedenfalls bin ich froh, dass er bei uns ist. Vom Typ Mensch passt er absolut zu uns.

Soufian Chihab (FC Kalbach I, 19/3): Ein sehr junger Spieler, der sich sehr gut entwickelt hat. Er ist immer im Training und arbeitet hart an sich. Sehr seriös und mannschaftsdienlich. Ich bin sehr zufrieden mit ihm. An seiner Torgefährlichkeit muss er aber noch arbeiten.

Celil Cetinkaya (SV Zeilsheim, 11): Ein sehr junger Spieler mit einer unglaublichen Dynamik. Ähnlich wie Furkan schafft er es noch nicht, sich zu 100 Prozent zu konzentrieren. Ich bin sehr glücklich darüber, wie er sich entwickelt hat.

Alexander Koziolek (TS Ober-Roden, 18): Alexander ist ein absoluter Glücksgriff für uns. Es ist unglaublich, wie er mit seinen 19 Jahren sein Spiel aufzieht. Ein Allrounder durch und durch. Kopfball- und zweikampfstark und absolut lernwilig. Ein Traum für jeden Trainer.

Jan Mäuser (FFV Sportfreunde 04, 13/1): Er hat sehr gut angefangen. Das Problem war, dass er am Ende zu hohes Risiko in seinen Aktionen gegangen ist. Darüber haben wir gesprochen. Er hat großes Potenzial und ich hoffe, dass er bei seinen Aktionen in Zukunft besser abwägt, ob er ins 1:1 geht oder nicht.

In Erinnerung bleibt:

Die Frage nach der ordnungsgemäßen Verpflichtung von Ex-Profi Emin Yalin, der aus der dritten türkischen Liga an die Usinger Straße kam, wurde zum Dauerthema. Zwei Einsätze mit Yalin gegen Viktoria Nidda und die Usinger TSG bedeuteten zwei Siege, ehe die Frage nach der Zulassung per Sportgerichtsurteil am 22. Januar 2018 verhandelt wurde. Dabei wurde Yalin zu zwei Spielen Sperre und der Verein zu einer Geldstrafe in Höhe von 325,- Euro verurteilt. Die Punkte gegen Nidda und die Kopp-Elf wurden in erster Instanz jeweils den Gegnern gutgeschrieben. Gegen das Urteil läuft aktuell eine Berufung.

Loutchan möchte sich mit dem Thema nicht mehr großartig beschäftigen: "Die Spiele müssten eigentlich wiederholt werden, aber wir werden sehen. Emin hatte bei uns einen Einstand nach Maß, aber unabhängig davon hat man bei uns gesehen, dass ein Goalghetter sehr wichtig ist. Unser Spiel nach vorne hatte zwar gegriffen, aber wir hatten eine katastrophale Chancenverwertung."

Ausblick:

Falls dem TSV die sechs Punkte aus den Spielen gegen Viktoria Nidda und die Usinger TSG am sogenannten Grünen Tisch final abgezogen werden, stehen 28 Punkte zu Buche. Das würde zwar immernoch nach aktuellem Stand Tabellenplatz fünf bedeuten, aber der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz würde sich auf sechs Punkte reduzieren. Für Vatanspor wohl kein Grund zu übertriebener Sorge, aber Loutchan warnt: "Mit 28 Punkten würden wir am Ende absteigen. Bei uns besteht noch teilweise eine große Gefahr, weil ich bei einigen Spielern erkenne, dass sie glauben, alles würde schon von alleine laufen. Zu diesen Personen gehöre ich nicht. Uns fehlt noch die Konstanz und mit der bisherigen Vorbereitung bin ich nicht zufrieden. Wir müssen schnellstmöglich auf 44, 45 Punkte kommen. Solange das nicht der Fall ist wäre es fahrlässig zu glauben, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben."

Nach seinen zwei Pflichtspiel-Sperren wird Emin Yalin für den TSV einsatzbereit sein. Auch Maximilian Waas, der in der Winterpause verpflichtet wurde, sollte frischen Wind in Vatanspors Offensive bringen können. Und nicht zuletzt Eugen Schiffmann, der seinen Wadenbeinbruch auskuriert hat, erweitert das Stürmer-Kontingent der Kurstädter. Am 18. Februar bereits heißt es für die Bad Homburger schon, beim FC Viktoria Urberach die Jagd nach den Punkten zu eröffnen.

Autor: Christoph Wess

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