21.12.2017

Wagenknecht will sich "persönlich weiterentwickeln"

Hessenliga: Physiotherapeut verlässt Rot-Weiss

Hessenliga-Trainer für ein Spiel: Antonio Curcio (links) und Dennis Wagenknecht. Foto: Mithat Gürser

Dennis Wagenknecht hat bei der SG Rot-Weiss Frankfurt gekündigt. Der Physiotherapeut des Hessenligisten steht dem Klub vom Rödelheimer Parkweg damit für die medizinische Betreuung der Mannschaft nicht mehr zur Verfügung. Über die Gründe seines Abgangs und seine veränderte Rolle im Trainerstab hat der seit Oktober 2015 bei den "Roten" tätige Masseur mit unserem Portal gesprochen.

Hauptberuflich ist Wagenknecht in Frankfurt in der Praxis des verstorbenen ehemaligen Masseurs der deutschen Nationalmannschaft Adolf Katzenmeier in der therapeutischen Leitung tätig. Nebenberuflich war er bei Rot-Weiss Frankfurt für die medizinische Betreuung des Spielerkaders verantwortlich. Sein Abgang nach dem 5:2-Sieg gegen den SV Steinbach habe aber nichts mit der aktuellen Gesamtsituation des Vereins zu tun. "Sportliche Gründe gibt es keine. Der Grund für meine Kündigung ist vielmehr, dass ich mich persönlich weiterentwickeln möchte", erläutert Wagenknecht. Auch mit dem Vorstand und dem Sportlichen Leiter Yüksel Ekiz habe es keine Probleme gegeben. "Ich hatte einen guten Draht zum Vorstand und zur Sportlichen Leitung", betont Wagenknecht. Jedoch hatte sich seit der Verpflichtung von Mario Basler als Cheftrainer seine Rolle im Funktionsteam etwas geändert. Wagenknecht sah sich genauso wie der seit 16 Jahren als Betreuer und Zeugwart am Brentanobad fungierende Antonio Curcio zunehmend in einer Trainerrolle.

Seit der Vorstellung von Mario Basler waren Wagenknecht und Curcio neben ihren eigentlichen Aufgaben auch als Co-Trainer des Ex-Profis eingespannt. "Als klar war, dass Basler ohne offiziellen Co-Trainer kommt haben wir uns mit Mario zusammengesetzt und wurden von ihm zum Co-Trainer befördert", berichtet Wagenknecht. Das bedeutete im Trainingsalltag, dass Wagenknecht in Absprache mit Basler an all jenen Tagen die Trainingsleitung übernahm, an denen der ehemalige Nationalspieler nicht anwesend war. "Wir waren ja noch vom alten Funktionsteam von Trainer Daniyel Cimen übrig geblieben und haben auch unsere neuen Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt", sagt Wagenknecht über die ungewöhnliche Doppelrolle.

Für einen Tag Hessenliga-Trainer

Der Italiener Curcio - von allen nur Toni gerufen - ist dabei für die logistische Komponente verantwortlich gewesen. Er spricht mit dem Gegner die Trikotfarben ab, ordnet die Spielerpässe und erstellt den elektronischen Spielberichtsbogen. Darüber hinaus koordiniert Antonio Curcio die Auswärtsfahrten. "Da ist Toni so routiniert, dass ihm nicht mal ein Mario Basler rein geredet hat", lobt Wagenknecht seinen Kollegen. Am 2. Dezember kam es sogar so weit, dass das Duo Wagenknecht/Curcio aufgrund der Abwesenheit Baslers im Hessenliga-Auswärtsspiel bei Buchonia Flieden die Verantwortung für die Erste Mannschaft von der Vereinsführung übertragen bekam. "Für diesen Vertrauensbeweis sind wir sehr dankbar und wir konnten eine interessante Erfahrung machen", war diese wohl einmalige Episode für Wagenknecht trotz der 1:3-Niederlage im "Königreich" ein besonderes Erlebnis.

Vor allem nach dem Spiel stand Wagenknecht auf der Pressekonferenz hinter dem Namensschild von Mario Basler im Rampenlicht, als er sein Statement zum Spiel abzugeben hatte. Nun möchte sich Wagenknecht zunächst auf seinen Hauptjob konzentrieren, schließt aber ein weiteres Engagement ab der kommenden Saison bei einem Fußballklub nicht aus. Im Rampenlicht wie zuletzt bei Rot-Weiss möchte Wagenknecht dabei aber nicht unbedingt noch einmal stehen: "Ich möchte fokussiert im Hintergrund als Mediziner agieren und hinter den Kulissen dem Trainer zuarbeiten", sieht Wagenknecht seine zukünftige Rolle anders als zuletzt am Brentanobad.

Autor: Pedro Acebes

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