31.12.2017

torgranate-Analyse: Viktoria Nidda

Bester Aufsteiger daheim eine Macht/ "Sehen uns nicht als gestandener Verbandsligist"

Niddas Trainer Carsten Weber hat eine sehr erfolgreiche erste Halbserie an der Gänsweid hinter sich. Foto: Steffen Turban

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Verbandsligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist Viktoria Nidda an der Reihe.

So lief die bisherige Runde:

Hinter Nidda liegt ein nahezu perfektes Jahr 2017. Zunächst noch nach einer famosen Aufholjagd in der Gruppenliga Frankfurt Ost für die Aufstiegsspiele qualifiziert und dort auch den Sprung in die Verbandsliga Süd geschafft. Und auch eine Liga höher haben die Viktorianer nahtlos weiter. Zumindest an der heimischen Gänsweid, an der außer dem 2:5 gegen Mitaufsteiger Germania Ober-Roden alle Spiele gewonnen wurden. Auswärts ist die Bilanz hingegen ausbaufähig. Nur sieben der 31 Punkte wurden auf fremden Platz eingefahren. Eine Tatsache, der Gunther Schneider, der Sportliche Leiter der Viktoria aber nicht zu viel Bedeutung beimessen will: "Es gab einige Auswärtsspiele, in denen wir Pech hatten, dafür haben wir auch Heimspiele glücklich gewonnen."

Dennoch ist der derzeitige vierte Platz für den Aufsteiger eine tolle Momentaufnahme. Dies bestätigte auch der neue Trainer Carsten Weber, der zu dieser Runde Aufstiegstrainer Stephan Belter nach sieben Jahren auf der Trainerbank abgelöst hatte, nach dem letzten Spiel gegen Alsbach. "Wir sind mehr als zufrieden", so der 33-jährige damals. Bemerkenswert ist, dass sich die Mannschaft im Sommer nicht großartig verändert hat und der Aufstiegskader sich auch eine Liga höher mehr als bewährt. "Carsten Weber und sein Team machen einen hervorragenden Job. Wenn man als Abstiegskandidat in die Saison startet, kann man sehr zufrieden sein. Das war so nicht zu erwarten", so der Sportliche Leiter.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Jan Lüdke: Der 20-jährige, der im Sommer den Sprung aus der Kreisoberliga in die Verbandsliga gewagt hat, ist sofort zu einer wichtigen Größe im Team der Viktoria gereift. Auf den zentralen Positionen auf der "Sechs" oder "Zehn" nicht mehr wegzudenken. Hat voll eingeschlagen.

Semun Biber: Ebenfalls eine tragende Rolle spielt der 21-jährige Biber. Als Innenverteidiger fester Bestandteil der Viererkette. Kam in allen Spielen zum Einsatz und überzeugte durch Zweikampfstärke und Übersicht im Spielaufbau. Der zweite Volltreffer.

"Ich will zwischen Jan und Semun auch gar keinen Unterschied machen. Beide haben voll eingeschlagen", ist der Sportliche Leiter mit den einzigen beiden Neuzugängen vollauf zufrieden.

In Erinnerung bleibt:

Wenn Nidda spielt, kommt in der Regel keine Langeweile auf. Mit 42 erzielten Toren stellt der Aufsteiger den zweitbesten Angriff der Liga, mit 40 Gegentreffern aber auch die zweitschlechteste Defensive. Torreich ist es also meistens. Nur in drei Partien mit Beteiligung der Weber-Elf fielen unter zwei Tore. Vor allem in den Spielen bei Hanau 93 (5:5), in Bensheim (4:4) oder zuhause gegen den SV FC Sandzak (6:3) war für Spektakel gesorgt.

Gerade der Sieg gegen Sandzak ist bei Schneider hängen geblieben: "Da waren wir bis zur 65. Minute dem Gegner doch deutlich unterlegen, konnten in den letzten 25 Minuten aber auf 6:2 davon ziehen. Und auch das Spiel gegen Hanau 1960 bleibt in Erinnerung, weil wir da nach 40 Minuten einen Platzverweis bekommen und in Unterzahl gewonnen haben. Das war schon sehr stark." Außerdem erinnert sich Schneider noch gerne an das "erste Spiel in der Verbandsliga" im Hinspiel gegen Hanau 1960 zurück.

Ausblick:

Auch wenn sich die Spieler und Verantwortlichen in Nidda in Zurückhaltung üben, dürfte einer weiteren Saison in der Verbandsliga nichts im Weg stehen. "Das Ziel ist, so schnell wie möglich 47, 48 Punkte zu holen, um dann noch eine weitere Saison in der Verbandsliga spielen zu dürfen. Man muss auch die Kirche im Dorf lassen. Wir sind noch nicht so weit, dass wir uns als gestandenen Verbandsligisten sehen", bleibt Schneider weiter bescheiden. Wenn das Team um Coach Weber aber weiter so auftritt wie bislang, ist es nicht unrealistisch, dass Nidda am Ende auf einem guten einstelligen Tabellenplatz landet.

Autor: Daniel Bolz

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