22.12.2017

Malohodzic: „Wollen uns als Club weiterentwickeln“

Gruppenliga Frankfurt West: Bosniens rasanter Aufstieg in der Fairness-Tabelle

Diskussionen mit dem Schiedsrichter gehören beim SV BKC Bosnien (in gelb) der Vergangenheit an. Foto: Jörg Schulz

In den vergangenen fünf Spielzeiten landete der SV BKC Bosnien Jahr für Jahr unter den letzten drei Positionen der Fairness-Tabelle. Das Vorhaben des gesamten Vereins, sich in der Hinsicht zu verbessern trägt in der laufenden Saison Früchte. Nur die SG Bornheim – Serienmeister der Fairness-Tabelle – hat in der Hinrunde weniger Karten gesammelt als die Bosnier.

Zweimal Drittletzter, zweimal Vorletzter, einmal Letzter. In den letzten fünf Spielzeiten spiegelten beim SV BKC Bosnien die Platzierungen der Fairness-Tabelle kaum den sportlichen Erfolg wider. Dass diese Zeiten der Vergangenheit angehören sollen, erwähnte Bosniens damaliger Pressesprecher Asmir Husanovic bereits während der vergangenen Saison. Und der Verein ließ seinen Worten Taten folgen. Mit 34 Gelben Karten bekam die Mannschaft während der Saison 2016/17 deutlich weniger Verwarnungen ausgesprochen als üblich, doch mit insgesamt neun Roten Karten landete man auch im ersten Gruppenliga-Jahr auf dem vorletzten Platz im Fairness-Ranking. Doch in dieser Saison ist nicht nur die Anzahl der Gelben Karten ähnlich gering geblieben, vor allem bei den Platzverweisen machte der Verein aus dem Frankfurter Westen einen gewaltigen Schritt in die richtige Richtung. Ein Vorhaben, dass die Verwantwortlichen des Vereins nach und nach vorangetrieben haben.

„Wir haben schon länger ein Augenmerk darauf gelegt, dass die Fairness-Tabelle bei uns passt und dass sich die Mannschaft und die Zuschauer benehmen. Wir wollen uns als Club weiterentwickeln, da gehört das einfach dazu“, ist sich der Sportliche Leiter Admir Malohodzic auch der sozialen Verantwortung des Vereins bewusst: „In sozialen Brennpunkten wie im Gallus und in Griesheim haben wir als Verein die Pflicht, die Spieler aus unserer Heimat sowie die anderen Spieler aus insgesamt zehn Nationen in die Gesellschaft zu integrieren. Da gehört es dazu, dass man sich auf dem Platz benimmt. Wir hatten bereits mehrere Sitzungen mit Mitgliedern, dem Vorstand, Trainern und Spielern und haben betont, wie wichtig uns das ist. Es war zwar manchmal etwas mühsehlig, aber es hat sich geloht und darauf sind wir stolz.“

Der Wunsch, die Kartenflut einzudämmen, ging laut Malohodzic „von oben aus. Das waren nicht nur ein oder zwei Personen. Dem ganzen Vorstand und dem ganzen Verein war das wichtig, und als gesamter Verein haben wir daran gearbeitet. Wir sind zweiter von hinten in der Tabelle, aber trotzdem zweiter von vorne in der Fairness-Tabelle. Das sieht man selten und das ist der Mannschaft sehr hoch anzurechnen.“ Dass es sportlich in der zweiten Hälfte der Hinrunde kaum noch Zählbares zu holen gab, liegt laut dem sportlichen Leiter in erster Linie am „riesigen Verletzungspech“, das die Mannschaft seit mehreren Wochen begleitet: „Ab einem gewissen Zeitpunkt konnten wir das nicht mehr auffangen. In den ersten zehn Spieltagen hatten wir nur zwei Niederlagen, danach ging es abwärts. Nichtsdestotrotz bin ich positiv gestimmt, denn so wie es aussieht, werden die verletzten Spieler in der Rückrunde wieder fit und einsatzfähig sein. Viele Punkte sind es nicht, bis wir über dem Strich stehen. Es ist alles im Bereich des Machbaren und ich hoffe, dass uns der Coup gelingt“, stellte Malohodzic zudem in Aussicht, dass sich der Verein im Winter „mit ein paar Spielern verstärken“ wolle.

(sly)

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