26.12.2017

torgranate-Analyse: Rot-Weiss Frankfurt

Nach zwei Jahren vorne jetzt mitten im Abstiegskampf

Neuzugang Mirkan Kara führt die interne Torschützenliste der "Roten" an. Foto: Mithat Gürser

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Hessenligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist Rot-Weiss Frankfurt an der Reihe.

So lief die bisherige Runde:

Die Hinrunde am Brentanobad verlief äußerst turbulent. Nachdem die "Roten" in den vergangenen beiden Jahren jeweils in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest gescheitert waren, musste der Verein zu dieser Saison einen großen Umbruch vollziehen. Nahezu die gesamte Mannschaft hat den Club im Sommer verlassen und die neuformierte Truppe findet sich im Abstiegskampf wieder. Dazu kamen in der laufenden Runde nach dem Abgang von Daniyel Cimen nach Watzenborn-Steinberg die ständigen Wechsel auf der Trainerbank. Mit Yüksel Ekiz/ Benni Sachs, Mario Basler, Dennis Wagenknecht und Ekiz/ Mirko Kelava musste sich die Mannschaft auf vier unterschiedliche Ansprachen einstellen. Unter Basler wurden die meisten Zähler eingefahren, dennoch scheiterte der mit großen Erwartungen angekündigte Ex-Profi schlussendlich auch und wurde vor der letzten Partie gegen Steinbach abgelöst.

So haben die Neuzugänge einschlagen:

Durch den großen Umbruch im Sommer fanden eine Reihe neuer Spieler den Weg ans Brentanobad, jedoch kamen einige nur unregelmäßig zum Einsatz und können so kaum bewertet werden. So kam Jan Fießer (von Schalke 04 II) nur zweimal zum Einsatz. Fulbert Amouzouvi (von Nürnberg II) beendete sein Gastspiel bei den "Roten" gar noch im August und zog weiter.

Ali Zaeteri: Der Abwehrspieler musste zu Beginn der Spielzeit mit einem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen, kämpfte sich dann aber in die Mannschaft und war, wenn einsatzbereit, gesetzt. Hat mit seinen 20 Jahren sein Potenzial angedeutet.

Mirkan Kara: Die Offensivkraft von Rot-Weiß Darmstadt wusste als einer der wenigen Neuen vollends zu überzeugen und führt die interne Torschützenliste mit acht Treffern an. Guter Transfer.

Henok Teklab: Ebenfalls eingeschlagen hat der 19-jährige Teklab, der von Germania Schwanheim gekommen war. Kam 19 Mal zum Einsatz und zeigte zumeist ansprechende Leistungen. Gegen Steinbach zudem mit seinem ersten Treffer erfolgreich. Hat großes Potenzial.

Zeki Ech Chad: Der zweite Neue von Rot-Weiß Darmstadt. In der Verteidigung der "Roten" zumeist gesetzt. Mit 20 Jahren zudem noch mit Entwicklungsmöglichkeiten.

Ibrahim Cigdem: Der Toptorjäger der letztjährigen Saison in der Verbandsliga Süd (28 Treffer), der im Sommer von Vatanspor Bad Homburg ursprünglich zu Viktoria Griesheim gewechselt war, sich dann im August aber für noch für die Frankfurter entschieden hatte, spielt zwar meistens, mit erst vier Treffern allerdings lange nicht so gefährlich wie im Vorjahr. Muss in der Rückrunde zeigen, dass der Schritt in die Hessenliga nicht zu groß war.

Tetsu Horiuchi: Der Japaner spielt eine Saison mit Licht und Schatten, ist aber zumeist gesetzt.

Marco Kapias: Vor der Spielzeit aus Oberliederbach als neue Nummer Eins verpflichtet, leistete sich der junge Keeper einige Patzer und wurde zunächst von Oldie Elvir Smajlovic und dann vom A-Jugendliche Riste Shpirov aus dem Kasten verdrängt.

Keisuke IIda: Ebenso wie sein Landsmann Horiuchi zeigte auch IIda sehr gute Ansätze. Steuerte zudem zwei Treffer bei. Offen allerdings, ob er auch noch in der Rückrunde die Schuhe für den Hessenligisten schnüren wird.

Velibor Velemir: Früher bereits für Eschborn und Dreieich in der Hessenliga aktiv, hat der 26-jährige vor der Saison die Rückkehr in Hessens höchste Spielklasse gewagt und kam bislang 13 Mal zum Einsatz. Dabei steuerte er einen Treffer beim Sieg gegen Neu-Isenburg den Führungstreffer bei.

Michel Gschwender: Der 26-jährige stieß erst im Laufe der Saison zum Kader der "Roten" und ist seitdem eine feste Größe. Der mit höherklassiger Erfahrung ausgestattete defensive Mittelfeldspieler führt die Mannschaft auf dem Platz.

Ilias Becker: Aus der zweiten Mannschaft von Bayern München nach Frankfurt gekommen und zunächst gesetzt, seit Mitte Oktober allerdings nicht mehr im Kader.

In Erinnerung bleibt:

Auf dem Platz wusste Rot-Weiss Frankfurt leider nur selten zu überzeugen. Viel mehr waren es die Nebenschauplätze, die in Erinnerung bleiben werden, wie der Rücktritt von Präsident Ottmar Klauss, oder der Abgang von Erfolgscoach Cimen. Dazu das große Brimborium um die Verpflichtung von Mario Basler. Zudem der Rückzug der zweiten Mannschaft zur Winterpause. Sportlich gesehen war das letzte Spiel gegen den SV Steinbach im Kellerduell sicherlich ein Highlight, als die aufgrund vieler Ausfälle mit Spielern aus der zweiten Mannschaft angetretene Elf sich auch durch den zweimaligen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen ließ und sich am Ende in einen Rausch spielte.

Ausblick:

Ganz wichtig wird sein, das am Brentanobad auf der Trainerbank endlich Ruhe einkehrt. Dann, und nur dann, haben die "Roten" vielleicht noch eine Chance auf den Klassenverbleib. Zudem ist sicherlich die Zahl der Absteiger entscheidend sein. Sollte wirklich die Maximalanzahl von fünf Teams eine Klasse tiefer gehen müssen, dürfte es verdammt eng werden. Zwar beträgt der Rückstand auf das sichere rettende Ufer "nur" sechs Punkte, allerdings hat die Truppe vom Rödelheimer Parkweg mit 21 Spielen auch schon bis zu drei Spiele mehr als die Konkurrenz absolviert und müsste in der Rückrunde schon eine Serie starten. Die Planungen sollten aber zumindest zweigleisig laufen. Ein erneuter Umbruch im Sommer scheint unumgänglich.

Autor: Daniel Bolz

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