22.11.2017

Daniel Tewelde: "Wir wollen den Pott holen"

Gruppenliga Frankfurt West: Bornheims Standardspezialist im Portrait

Teklu Tewelde wird von allen Daniel gerufen. Foto: SG Bornheim

Teklu Tewelde spielt seit 2016 wieder beim West-Gruppenligisten SG Bornheim Grün-Weiss. In dieser Saison hat der 25-jährige offensive Mittelfeldspieler mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Deswegen fiel der Freistoßspezialist den Bornheimern fast zwei Monate aus und gab erst am vergangenen Freitag beim 1:1 in Oberrad sein Comeback. Im Kreispokalspiel in Rödelheim spielte er von Beginn an und war beim 4:3-Sieg am Einzug in das Halbfinale beteiligt.

Teklu, der den Namen seines verstorbenen Onkels trägt, von allen aber nur Daniel gerufen wird, stammt aus der Frankfurter Fußball-Familie Tewelde. Sein Vater flüchtete vor 30 Jahren aus dem ostafrikanischen Land Eritrea, welches einen Unabhängigkeitskrieg gegen Äthiopien führte. Drei seiner vier Söhne kamen in der Mainmetropole zur Welt und wuchsen in Eschersheim auf. Daniels Bruder Fnan spielt derzeit beim Süd-Verbandsligisten Türk Gücü Friedberg und stand schon bei Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher SC unter Vertrag. In beiden Vereinen kam er aber nicht über Einsätze in den jeweiligen Regionalliga-Teams hinaus. Johannes "Jonny" Tewelde, der älteste der vier Brüder, ist seit seinem Karriereende Gastronom in Oberrad. Neben der Kultpizzeria "Italia 90" führt er seit zwei Jahren auch die Vereingaststätte der 05er. Daniel Tewelde hatte zu Beginn dieser Saison einen richtigen Lauf, markierte sechs Tore in acht Spielen. Darunter auch einen Dreierpack beim 7:0-Sieg gegen den SKV Beienheim. Daniel, wie seine gesamte Familie gläubiger Katholik, hat sich nach seiner Verletzung jetzt in die Mannschaft gekämpft.

Im Pokalspiel in Rödelheim brachte ihn sein Trainer Maik Rudolf von Beginn an. Das ungewohnte Terrain des Hartplatzes machte Tewelde wenig zu schaffen: "Klar ist so ein Untergrund selten, aber ich habe mich persönlich sehr auf das Spiel gefreut. Beim Aufwärmen haben wir gemerkt, dass der Platz ordentlich ist. Er war nicht so holprig, sodass man schon Fußball spielen konnte. Wir haben unseren Fußball durchgedrückt und viele Kombinationen praktiziert". Im Kreispokal treffen die Bornheimer im März 2018 auswärts auf den A-Liga-Tabellenführer FV Saz-Rock. "Als wir noch in der 2. Runde waren, haben wir gesagt, wir schauen mal wie weit wir kommen. Da haben wir das nicht so ernst genommen. Nach dem Sieg gegen Oberrad haben wir uns vorgenommen den Pott zu holen. Wir wussten, dass es auf dem Hartplatz in Rödelheim eine schwere Kiste wird, auch wenn sie Vorletzter in der Kreisoberliga sind. Es war ein Ansporn für uns zu gewinnen und dann bei Saz-Rock ins Finale einzuziehen", so Tewelde zu den Pokalambitionen.

"Habe mir fest vorgenommen, länger zu bleiben. Der damalige Wechsel war unnötig"

Der Fußballer ist eigentlich kein Wandervogel, denn seit der E-Jugend verbrachte er 13 Jahre in Folge bei Rot-Weiss Frankfurt. In den letzten Jahren wechselte Daniel aber kurzzeitig zur Spvgg. 02 Griesheim und zum SV Gronau, um dann wieder nach Bornheim zu kommen, wo er vor einigen Jahren schon erfolgreich spielte. Diese Wechsel hatten persönliche Gründe, denn seit vier Jahren ist "Baby Dani", seit seiner Kindheit glühender Anhänger des FC Schalke 04, Jugendtrainer beim FSV Frankfurt. Momentan betreut er am Bornheimer Hang als Co-Trainer die U19, die Tabellenführer in der Hessenliga ist. "Ich habe mir fest vorgenommen, länger in Bornheim zu bleiben. Der Wechsel von Bornheim weg war unnötig und das habe ich der Mannschaft so gesagt. Ich fühle mich sehr wohl und plane länger zu bleiben", sagt Tewelde.

"Wir haben jetzt schwere Auswärtsaufgaben. Wenn alle fit sind haben wir gute Chancen auf einen Platz im oberen Drittel. Wenn alles perfekt läuft, ist sogar der Aufstieg drin", träumt Tewelde ein wenig von der Verbandsliga Süd. Seine Trainerkarriere begann er bei Rot-Weiss in der E-Jugend, wechselte dann zum FSV. "Das dortige Trainerteam ist meine zweite Familie. Wir verstehen uns alle gut. Wir haben drei Jahre lang in der Regionalliga gearbeitet, dieses Jahr sind wir mit der U19 in der Hessenliga. Wir wollen in die Bundesliga aufsteigen. Auch als Trainer habe ich großes vor. Als Spieler bin ich mit Herz und Leidenschaft in Bornheim", so Tewelde zu seiner Doppelrolle.

Autor: Pedro Acebes

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