15.11.2017

Eddersheim wirft lethargische Dreieicher raus

Hessenpokal: 4:3-Sieg gegen Hessenliga-Meister

Turgay Akbulut markierte zwei Tore gegen Hessen Dreieich. Foto: Ingo Lankes

Im Viertelfinale des Hessenpokals hat es eine faustdicke Überraschung gegeben. Verbandsliga Mitte-Spitzenreiter FC Eddersheim hat den SC Hessen Dreieich mit einer Topleistung aus dem Wettbewerb geworfen und ist damit in das Halbfinale eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Rouven Leopold besiegte den amtierenden Hessenliga-Meister mit 4:3 (3:1) und trifft im neuen Jahr in der Vorschlussrunde auf den Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

FC Eddersheim - SC Hessen Dreieich 4:3 (3:1)

Dreieichs Trainer Rudi Bommer hatte sein Team im Vergleich zum 7:0-Sieg in der Hessenliga gegen den VfB Ginsheim auf sechs Positionen umgestellt und zeigte sich nach dem Pokalaus über die Leistung seiner Rumpftruppe sehr unzufrieden: "Einige Jungs waren mit ihren Gedanken beim Job oder auf der Autobahn. Auch wenn wir nicht in Bestbesetzung gespielt haben, so wollten wir den Spielern, die hinten dran stehen, die Möglichkeit geben um Spielpraxis zu sammeln. Es hat aber nicht gepasst, weil wir in der ersten Hälfte überhaupt nicht im Spiel waren. In der zweiten Halbzeit haben wir es etwas besser gemacht und wir haben versucht in Unterzahl noch heranzukommen. Der Pokalabend ging aber ganz klar an den FC Eddersheim", lautete die Analyse Bommers.

Die entschlossenen Eddersheimer machten den Gästen von Beginn an einen Strich durch die Rechnung. Schon nach zehn Minuten flankte Turgay Akbulut von der rechten Seite und Niklas Rottenau drückte zum 1:0 ein. Entscheidend für das Dreieicher Pokalaus war auch die Gelb-Rote Karte gegen Tim Fliess, der nach einem wiederholten Foulspiel gegen Akbulut die Gelb-Rote Karte sah (26.). In Überzahl drehte der FCE mächtig auf und erhöhte mit Akbuluts Freistoßtor auf 2:0 (29.). Zehn Minuten später bekam Akbulut den Ball in den Lauf serviert und stellte vor 585 Zuschauern sogar auf 3:0 (39.). Die lethargisch wirkenden Dreieicher verkürzten mit dem Halbzeitpfiff durch Carlos McCrary auf 3:1 (45.).

Rouven Leopold: "Wir hatten die nötige Geschwindigkeit im letzten Drittel"

Eine Initialzündung für eine Aufholjagd war das nicht. Zwar waren die "Hessen" nun verstärkt am Drücker, Bommer wechselte aber Offensivkräfte wie Andre Fliess und Tino Lagator nicht ein. Statt heranzukommen, wurde Dreieich nach 64 Minuten durch Niklas Rottenaus zweiten Treffer zum 4:1 kalt erwischt. Dennoch wurde es am Ende noch einmal spannend, weil die Bommer-Elf nach den Toren von Carlos McCrary per Flachschuss (70.) und Denis Talijans Kopfball nach einer Ecke (84.) plötzlich auf 4:3 herankam. Dreieich rannte zwar an, den größten Erfolg in der FCE-Vereinsgeschichte nach dem Hessenliga-Aufstieg 2012 ließ sich der Staustufen-Klub aber nicht mehr nehmen, auch weil FCE-Tormann Pero Miletic die letzte Chance von Dreieichs Marc Schnier glänzend parierte.

FCE-Trainer Rouven Leopold zeigte sich überglücklich: "Wir hatten die nötige Geschwindigkeit im letzten Drittel. Unsere Tore waren keine Zufallsprodukte, sondern fein herausgespielt. Das ist faszinierend, weil wir gegen den amtierenden Hessenliga-Meister gewonnen haben. Der Sieg war hochverdient. Ich hätte nicht dedacht, dass Dreieich zurückkommt. Wir haben ein Klassespiel gegen einen guten Gegner geliefert". Unter Umständen ist Eddersheim nur noch einen Sieg von der Teilnahme am DFB-Pokal entfernt. Denn sollte der FCE auch Kassel ausschalten, im Finale auf Wehen Wiesbaden treffen und der Drittligist mindestens Vierter werden, würde auch der Verlierer des Endspiels im DFB-Pokal stehen.

Die Statistik:

FC Eddersheim: Miletic - Polat, Silveira Aires (68. König), Dechert, F.Rottenau, Hilser, Scholz, N.Rottenau, Mevkic, Küper (46. Sorihashi), Akbulut (81. Esser) - Trainer: Rouven Leopold.
SC Hessen Dreieich: Wroblewski - Lekaj, Henrich (67. Opper), McCrary, Hammel, Klein, Talijan, Weiss (67. Schnier), Mladenovic, Lang (38. Gavric), T.Fliess - Trainer: Rudi Bommer.

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Baunatal).
Zuschauer: 585.
Tore: 1:0 Niklas Rottenau (10.), 2:0 und 3:0 Turgay Akbulut (29., 39.), 3:1 Carlos McCrary (45.), 4:1 Niklas Rottenau (64.), 4:2 Carlos McCrary (70.), 4:3 Denis Talijan (84.).
Gelb-Rote Karte: Tim Fliess (Dreieich, 26.).

Autor: Pedro Acebes

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