05.11.2017

Nieder-Erlenbach hat doch etwas zu kamellen

Gruppenliga Frankfurt West: Friedrichsdorf landet Kantersieg

Friedrichsdorfs Franceso Marino (links) erzielte drei Tore gegen den FV Stierstadt (hier Mohammed Faquir am Ball). Foto: Steffen Turban

Teilweise überraschende Ergebnisse hatte der letzte Spieltag der Vorrunde zu bieten. Unter anderem gelang der TSG Nieder-Erlenbach ein 4:2 (2:1)-Auswärtserfolg beim Spitzenreiter aus Kalbach. In den beiden Topspielen trennten sich Neu-Anspach und die Sportfreunde mit 0:2 (0:0), Bornheim und Dortelweil spielten 2:2 (1:1)-Unentschieden.

FC Neu-Anspach – FFV Sportfreunde 0:2 (0:0)

Nachdem FCNA-Trainer Rico Henrici in der Vorwoche die „Ernsthaftigkeit und die Zielstrebigkeit“ seiner Truppe kritisierte, hatte er diesmal trotz des 0:2 gegen die Speuzer nichts an der Einstellung der Mannschaft auszusetzen. Nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang erzielte FFV-Kapitän Franco Puglisi nach einem Eckball das 1:0 aus Sicht der Gäste. Ein Abseitspfiff verhinderte kurz darauf den zweiten Treffer. Dafür blieb auf der anderen Seite nach einem harten Zweikampf von Puglisi an Niklas Kraus die Pfeife von Schiedsrichter Samuel Ditthardt stumm. Nach zuletzt vier Spielen binnen neun Tagen war es laut Trainer Mehmet Somun „gut, dass wir mal eine Woche frei hatten.“ Entsprechend frisch blieb sein Team bis in die Nachspielzeit, in der Sasa Matovic für die Entscheidung sorgte. „Gewollt haben die Jungs“, legte Anspachs Henrici nach dem Spiel den Fokus schon darauf, das Team nach den drei Niederlagen am Stück wieder aufzurichten. Sein Gegenüber Somun sah einen „aufgrund der kämpferischen Leistung absolut verdienten Sieg.“

Schiedsrichter: Samuel Ditthardt (Darmstadt).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Franco Puglisi (64.), 0:2 Sasa Matovic (90.+4).

FC Kalbach – TSG Nieder-Erlenbach 2:4 (1:2)

Die Anzahl der Tore in Spielen mit Kalbacher Beteiligung steigt und steigt. Gegen Nieder-Erlenbach fielen weitere sechs Treffer, Punkte nahmen aber nur die abstiegsbedrohten Gäste mit. „Unter normalen Umständen haben wir nichts zu kamellen“ hatte TSG Fußball-Abteilungsleiter Kalle Buhl wenige Tage vor dem Duell gegen den Spitzenreiter geäußert. Doch nach Siegen gegen Merzhausen und Bornheim wurde mit dem FC Kalbach der nächste große Brocken bezwungen. Früh brachte Andreas Eifert die Gäste an alter Wirkungsstätte in Führung. Auf Kadir Fils Ausgleich antwortete Ante Paradzik vom Punkt aus zur 2:1-Halbzeitführung. In Hälfte zwei das gleiche Spiel: Erst traf Eifert für die TSG, dann Fil für den FCK. Den Deckel setzte zehn Minuten vor Schluss Francesco Trulli drauf. „Wir haben klasse gespielt und verdient gewonnen. Wir haben auch spielerisch zu überzeugen gewusst, unsere Tore waren kein Zufall“, so ein erfreuter Buhl. Ganz anders die Stimmungslage beim Tabellenführer: „Wenn du hinten nicht konsequent am Mann bist, kannst du vorne machen, was du willst“, so der verärgerte Spielertrainer Elton da Costa. Das Verhalten seiner Defensiv-Künster sei „nicht mehr nur bitter sondern inakzeptabel.“

Schiedsrichter: Alessandro Scotece (Main-Taunus).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Andreas Eifert (4.), 1:1 Kadir Fil (19.), 1:2 Ante Paradzik (45., Foulelfmeter), 1:3 Andreas Eifert (66.), 2:3 Kadir Fil (76.), 2:4 Francesco Trulli (81.).

FSV Friedrichsdorf – FV Stierstadt 5:0 (3:0)

Der FSV Friedrichsdorf macht weiter verlorenen Boden wieder gut. Nach Siegen gegen die Spvgg. Griesheim und den SV BKC Bosnien konnte der FSV im Duell der Aufsteiger eindrucksvoll nachlegen. Mohamad Mouma lieferte den Startschuss, seine Kollegen Francesco Marino und Sabit Zejnullahu legten vor der Pause auf insgesamt 3:0 nach. Früh im zweiten Durchgang gelang Friedrichsdorf die endgültige Entscheidung. Marino, der beste Torschütze der laufenden Saison, erzielte sowohl das vierte als auch in der Schlussphase das fünfte Tor gegen Stierstadt.

Schiedsrichter: Erik Vardanjan (Wiesbaden).
Zuschauer: k.A.
Tore: 1:0 Mohamad Mouma (11.), 2:0 Francesco Marino (23.), 3:0 Sabit Zejnullahu (32.), 4:0 und 5:0 Francesco Marino (53.,77.).

FV Hausen – VfB Friedberg 1:5 (1:1)

Im sechsten Spiel holte ein formstarker VfB Friedberg schon den elften Punkt. Dabei war Salih Yasaroglu an seinem 30. Geburtstag an jedem der fünf Treffer seiner Elf beteiligt. Das 1:0 erzielte der Torjäger höchstpersönlich. Aus über 30 Metern gelang Hausens Kerim Ben Neticha nach 30 Minuten der Ausgleich. Nach der Pause brachte Yasaroglu den Gast erneut nach vorne, ehe er die Treffer von Dominique Ware, Maker El Towaity und Tanyal Fedler vorbereitete. „Wir hätten zur Halbzeit schon mit 5:1 führen müssen“, berichtete Friedbergs Spielausschuss Carsten Lesiak unter anderem über drei Aluminiumtreffer; zwei von Ware und einem von Fedler, „mit dem 1:5 waren sie noch sehr gut bedient.“ Torschütze Ware musste eine Viertelstunde vor Abpfiff wegen groben Foulspiels mit glatt Rot vom Feld. Eine etwas harte Entscheidung, wie Lesiak von einigen Anhängern des FVH bestätigt bekam.

Schiedsrichter: Jendrik Münstermann (Darmstadt).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Salih Yasaroglu (27.), 1:1 Kerim Ben Neticha (31.), 1:2 Salih Yasaroglu (49.), 1:3 Dominique Ware (71.), 1:4 Maker El Towaity (86.), 1:5 Tanyal Fedler (90.+4).
Rote Karte: Dominique Ware (77., Friedberg).

SKV Beienheim – SV BKC Bosnien 4:1 (1:1)

Torjäger Leon Hirzmann brachte den Aufsteiger mit einem schönen Kopfball in Front, Bosniens Adis Pita glich nach etwas über einer halben Stunde für den Gast aus. Die entscheidenden Minuten spielten sich laut Beienheims Pressesprecher Michael Major Mitte des zweiten Durchgangs ab. Zunächst scheiterte Aldin Alibasic nach einem Alleingang an Beinheim-Torwart Michael Eckhardt, etwa drei Minuten später sah Bosniens Besim Krdzalic nach einem harten Foul die glatt Rote Karte. In Überzahl gelang den Hausherren durch Jeton Visoka die Führung, nach dem Tor zum 2:1 war laut Major „in der Offensive von den Gästen nichts mehr zu sehen.“ Stattdessen machten Hirzmann und Admir Pllana per Elfmeter den Sack zu. Ein aus Sicht von Major „verdienter Sieg, weil wir die aktivere Mannschaft waren.“

Schiedsrichter: Christian Stübing (Gelnhausen).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Leon Hirzmann (14.), 1:1 Adis Pita (33.), 2:1 Jeton Visoka (73.), 3:1 Leon Hirzmann (78.), 4:1 Admir Pllana (89., Foulelfmeter).
Rote Karte: Besim Krdzalic (69., Bosnien).

FG Seckbach – Spvgg. Griesheim 2:1 (0:1)

Schon in der zweiten Minute traf Seckbachs Elvir Pintol den Außenpfosten, im Anschluss war es ein Spiel mit wenigen Chancen. Erst in der 40. Minute fiel der erste Treffer der Begegnung. Nach einem Konter der Gäste stand Bruno Sousa perfekt und köpfte zum 1:0 ein. Im zweiten Durchgang glänzte bei den Gastgebern vor allem Spielertrainer Manuel May als Vorbereiter. Einen Eckball brachte er flach in den Rückraum zu Milad Wardak, der den Ball direkt nahm und unter die Latte setzte. Fünf Minuten später chipte er einen Freistoß aus 40 Metern zu Alen Kotarac, der den Ball mit der Innenseite neben den Pfosten und ins Tor setzte. Kurz vor dem Abpfiff vergab Pintol die Chance zum 3:1, auf der Gegenseite fischte Seckbachs Schlussmann Mark Lüdtke einen Schuss von Daniel Sousa aus dem Winkel. „Es war ein Arbeitssieg gegen den Tabellenletzten“, so Seckbachs Trainer Thorsten Spahn, der die Spvgg. aus Griesheim für deutlich stärker befand, als einige ihrer direkten Konkurrenten.

Schiedsrichter: Steffen Krah (Kassel).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Bruno Sousa (40.), 1:1 Milad Wardak (72.), 2:1 Alen Kotarac (78.).

SG Bornheim – SC Dortelweil 2:2 (1:1)

Nach dem Topspiel waren sich die beiden Trainer im Großen und Ganzen einig. „Aus unserer Sicht war es ein glücklicher Punktgewinn“, so Bornheims Trainer Maik Rudolf. Erst in der Nachspielzeit kam sein Team nach einem Handelfmeter zum Ausgliech. „Ein Unentschieden in Bornheim hätten wir vor dem Spiel genommen – nach dem Spiel sind wir aber traurig“, so Dortelweils Co-Trainer Gökhan Kocatürk, der dennoch deutlich betonte, dass man stolz auf die gezeigte Leistung sei. Zunächst hatte Andrei Dogot die Gäste in Führung gebracht. Janis Cordes drückte den Abpraller von Niklas Trolls Pfostenschuss zum 1:1-Pausenstand ins Tor. Nach einer Ecke besorgte Stefan Ljujic seinem Team die erneute Führung und verpasste zehn Minuten vor dem Ende das 1:3 ebenso wie sein Kollege Jakob Assheuer, der nach einem Sprint über den halben Platz die Übersicht verlor und an Torwart Gianluca Colombo scheiterte. Stattdessen belohnte sich Bornheim mit dem besagten Elfmeter und kam zu einem verdienten Punkt, wie beide Trainer bestätigten. „Brutal wichtig für die Moral“, bewertete Rudolf die Endphase, in der die SG verletzungsbedingt zu Zehnt spielte. Kocatürk beobachtete „zwei sehr gute Mannschaften, die einen Matchplan hatten. Unser Matchplan ist bis zur 92. Minute aufgegangen.“

Schiedsrichter: Sascha Niklas Jung (Darmstadt).
Zuschauer: 90.
Tore: 0:1 Andrei Dogot (11.), 1:1 Janis Cordes (41.), 1:2 Stefan Ljujic (59.), 2:2 Mario Marx (90.+2, Handelfmeter).

(sly)

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