24.10.2017

Yves Böttler: "Vertrauen ist mir sehr wichtig"

Hessenliga: Topstürmer ist für Griesheim Gold wert

Yves Böttlers Qualitäten sind der Hessenliga bekannt. Foto: Thomas Zöller

Am vergangenen Samstag hat Yves Böttler beim Hessenliga-Punktspiel zwischen Viktoria Griesheim und dem SV Steinbach erst den 1:1-Ausgleich erzielt, um sich anschließend eine Rote Karte einzufangen. Damit hat er sich in punkto Torschützenliste und seinem Verein zwar kurzfristig einen Bärendienst erwiesen, der 25-Jährige ist aber mit fast 50 Prozent Anteil an allen Griesheimer Toren aus der Türker-Elf nicht wegzudenken.

"Jeder, der mich kennt weiß, dass mich das am meisten geärgert hat. Ich habe schlecht geschlafen und würde die Zeit gerne zurückdrehen, aber das geht leider nicht. In erster Linie tut mir das für die Mannschaft leid", ist Yves Böttler sehr reumütig. Das Strafmaß der Roten Karte, die sich der Mittelstürmer beim zu harten Einsteigen gegen den Steinbacher Pascal Manß eingehandelt hatte, wird wohl heute oder morgen bekannt gegeben: "Ich hoffe, dass ich nur für zwei Spiele gesperrt sein werde", sagt Böttler.

Derzeit führt der 25-Jährige mit elf Treffern die Torschützenliste der Hessenliga an. Aber auch schon in der Vergangenheit machte der Linksfuß ordentlich von sich reden, als er mit 43 Buden in seiner ersten Seniorensaison die TS Ober-Roden aus der Gruppen- in die Verbandsliga geschossen hatte: "In Ober-Roden habe ich mich sehr wohl gefühlt. Zu dieser Zeit habe ich auch mein duales Studium im Bereich Finanzen gemacht und mir eine einjährige Auszeit genommen, als ich für privat für knapp ein Jahr in den USA und Australien gewesen bin."

Böttler verabschiedete sich in 2016 von der Turnerschaft mit 18 Toren, ehe er beim Hessenligisten Sportfreunde Seligenstadt anheuerte: "Die wollten mich schon vor vier Jahren. Obwohl ich nie was mit Verletzungen zu tun hatte, habe ich mir dort das linke und rechte Innenband in beiden Knien angerissen und anschließend das linke Sprunggelenk gerissen. Das volle Vertrauen des Trainers habe ich nie genossen, und das hat mir zu schaffen gemacht. So ist mir der Weggang auch nach deren Rückzug aus der Hessenliga nicht schwer gefallen."

Einen der ersten, den Böttler daraufhin in diesen Sommer in der Leitung hatte, war Griesheims Trainer Suat Türker: "Wir haben uns getroffen und es hat alles gepasst. Ich habe die Chance gesehen, in Griesheim Vertrauen geschenkt zu bekommen, und das spielt für mich eine wichtige Rolle. Außerdem wollte ich weiter in der Hessenliga spielen. Suat kann mir viele Tipps geben, und er weiß, wie er mit mir umzugehen hat. Es macht mir viel Spaß in Griesheim, das Umfeld ist gut und der Verein macht das sehr gut mit den vorhandenen Mitteln."

Mit seinem Sturmpartner Pascal Stork bringt es der Blondschopf aktuell auf 18 Ligatore, und das hat wider Erwarten auch einen guten Grund: "Vielleicht hätte es Reibungspunkte geben können, weil wir ähnliche Spielertypen sind. Wir sind zwar nicht weit auseinanader, er weiß aber sehr gut, wie er mich in Position bringen kann, weil ich noch ein stückweit mehr in die Tiefe gehe. Auch außerhalb des Platzes verstehen wir uns sehr gut." Für diese Saison wünscht sich Böttler, dass Griesheim nicht absteigt und er Torschützenkönig wird. Mittelfristig kann er sich vorstellen, vielleicht noch eine Liga höher zu spielen oder bei einem Verein, der in der Hessenliga um den Titel kämpft.

Autor: Christoph Wess

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