25.10.2017

Carsten Kellers Uhr tickt

Verbandsliga Süd: Ende des Jahres ist Schluss in Bruchköbel

Die Zeit von Carsten Keller läuft Ende diesen Jahres ab. Foto: Steffen Turban

Am 18. August hat der damalige Co-Trainer Carsten Keller den Chefposten als Trainer beim Süd-Verbandsligisten SG Bruchköbel übernommen. 17 Gegentore nach drei Spielen zwangen damals Andreas Arr-You zur Aufgabe. Obwohl der Verbandsliga-Dino von da an nur einen Punkt verbuchen konnte und weiterhin Tabellenschlusslich ist, hat Keller dennoch eine deutliche Handschrift hinterlassen.

"Den Anruf vom ersten Vorsitzenden Oliver Gust habe ich kurz nach der Niederlage gegen Rot-Weiss Frankfurt erhalten. Das hat in der Vorbereitung angefangen, dass Bruchköbel nicht die Ergebnisse erzielt hat, die sich der Verein vorstellte. Damals schon war zum Beispiel unser Leistungsträger Marc Novak verletzt, und auch andere dominante Größen nicht in Form oder verletzt", erinnert sich Carsten Keller, der das Amt des Cheftrainers damals von Andreas Arr-You übernommen hatte. Eigentlich war Bruchköbel auf der Suche nach einem neuen Trainer, doch nach dem respektablen 1:1 beim FC Alsbach und der unglücklichen 0:1-Niederlage kurz vor Schluss beim aktuellen Tabellenführer Bad Vilbel schwenkte die Vereinführung um: "Der Club wollte erst einen Trainer mit Lizenz holen. Aber nach den ersten beiden Spielen haben sie mit mir langfristig geplant", so der 43-Jährige.

In der Folge gab es keine Klatschen mehr für Bruchköbel, aber das lang ersehnte richtige Erfolgserlebnis mit dem ersten Dreier wollte sich auch nicht einstellen: "Wir waren sehr oft nah dran. Die meisten verstehen bis jetzt nicht, warum wir nur einen Punkt haben. Uns fehlen einfach drei bis vier Leistungsträger und jemand, der die Dinger vorne reinmacht. Das habe ich immer gesagt. Da hat der Verein in der Sommerpause nicht richtig zugreifen können", so Keller, der in seiner Jugend für die Frankfurter Eintracht kickte, ehe ihn sein Weg von der FG Seckbach, dem TSV Niederissigheim, SV Jügesheim, TSV 1860 Hanau, FC Oberursel und über Eintracht Oberrodenbach schließlich zur Eintracht Oberissigheim führte, wo er seine aktive Laufbahn beendete.

Beim EFC Kronberg übernahm Keller erstmals Verantwortung als Co-Trainer von Arr-You an der Seitenlinie und anschließend als Chef-Trainer, bevor es ihn im Dezember 2016 nach Bruchköbel zog: "Schon im Oktober habe ich mit der Vereinsführung gesprochen und gesagt, dass ich aus geschäftlichen Gründen nur bis Ende diesen Jahres zur Verfügung stehen kann. Bruchköbel wollte mich gerne halten, aber vom Trainergeschäft alleine kann man sich nicht alleine ernähren", weiß der selbstständige Sanitär- und Heizungsfirmenbesitzer.

Zum Thema Trainerschein - die SG hätte den 43-Jährigen auch ohne Lizenz trotz eventueller Sanktionen gerne bis zum Saisonende behalten - macht Keller keinen Hehl: "Ich habe immer gesagt, dass ein Trainerschein ab der Gruppenliga völlig unnötig ist. Man soll sich für drei Wochen auf was einlassen, was vielleicht nicht der eigenen Fußball-Philosophie entspricht. Das kann man ab der Hessenliga machen. Der Verband drückt das einem einfach auf. Für mich zählt nur der Mensch an der Seitenlinie und nicht irgend ein Schein. Für die Lizenz braucht man keine kurze Schulung über etwa drei Wochen, die nur Geld kostet. Ein Trainer mit Lizenz möchte auch mehr Geld vom Verein haben, der sich dann keine weiteren Spieler leisten kann", kritisiert Keller die Vorgehensweise des Verbandes.

Autor: Christoph Wess

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