15.02.2017

Reyschmidt ist zufrieden mit der Offensive

Kreisoberliga Frankfurt: FV Hausen hat Chancen auf Rang zwei

Hausens Trainer Martin Reyschmidt, hier noch als aktiver Spieler bei der Spvgg. 02 Griesheim. Foto: Jörg Schulz.

Der FV 1920 Hausen steht zur Winterpause punktgleich mit dem TuS Makkabi auf Rang vier der Tabelle. Nur vier Punkte beträgt der Rückstand auf Rang zwei. Trainer Martin Reyschmidt hat das Wort Aufstieg aber nicht in seinem Wörterbuch stehen. Vielmehr will der Coach seine Lila-Weißen spielerisch und fußballerisch verbessern.

Situation vor der Saison:

Der FV 1920 Hausen beendete die Saison 2015/16 mit 55 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Zum Erreichen der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West fehlten dem Team von der Mühlwiese in der Endabrechnung satte zwölf Zähler. Mit einer eingespielten Mannschaft, verstärkt mit Spielern wie Murat Tiryaki, ging der im Sommer noch amtierende Trainer Kristian Seremet in die neue Saison.

Saisonverlauf:

Der Start verlief für die Mühlwiesen-Kicker mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Begegnungen schwach. Gerade als die Mannschaft mit zwei Siegen in Folge zu sich gefunden hatte, musste Trainer Seremet seinen Hut nehmen. Der Coach wurde vom Vorstand entlassen. Als Nachfolger wurde Martin Reyschmidt in das Amt gehievt, der im Winter 2016 als Spieler vom Gruppenligisten Spvgg. 02 Griesheim gekommen war. Mit ihm kam damals auch der lange Robin Westerwald aus Griesheim. Später kamen mit Moktard Idrissou, Murat Tiryaki und Ufuk Yoldas noch weitere Akteure von der Eichenstraße hinzu, sodass fast von einer "Griesheimer Filiale" gesprochen werden konnte. Mit dem neuen Trainer, der zu Saisonbeginn selbst in zwei Spielen die Schuhe schnürte, kam Kontinuität in die Ergebnisse rein. Zwischendurch blieb der FVH sieben Spiele ungeschlagen, in den zwölf Partien unter Reyschmidts Regie gab es nur zwei Niederlagen zu verzeichnen.

Zahlen und Fakten:

Zwölf Siege, drei Remis und vier Niederlagen ergeben 39 Punkte. "Ich bin insgesamt zufrieden mit dem, was wir geleistet haben", erklärt Reyschmidt und fügt hinzu: "In dieser Liga gilt allgemein, dass fast jeder jeden schlagen kann. Das ist dann meist von der Tagesform abhängig und da hatten wir zuweilen auch Glück, dass wir eine bessere Form erwischt haben als andere". Die Heimbilanz ist nur um eine Nuance besser als die Auswärtsbilanz. Je sechs Siege konnten daheim, aber die gleiche Anzahl auch auf fremden Plätzen eingefahren werden.

Torjäger und Einsatzminuten:

Tolga Kocak ist die gefährlichste Spitze bei den Hausenern. Der langjährige Stürmer des FC Corumspor traf zehn Mal in das gegnerische Netz. Standardspezialist Kerim Ben Neticha und Neuzugang Murat Tiryaki steuerten je sechs Treffer bei. Dauerbrenner Mohamed Bouhout (seit über zehn Jahren im Verein) markierte vier Tore. "Mit der Offensive bin ich sehr zufrieden. Nur möchte ich sehen, dass nicht nur diese vier Namen als Torschützen zu lesen sind. Die Tore sollen auf mehr Schultern verteilt werden", animiert Reyschmidt auch den restlichen Kader zum Tore schießen. Mit 46 Toren wurden die fünftmeisten Tore erzielt. 33 kassierte Tore stellen die sechstwenigsten erhaltenen Treffer dar. Robin Westerwald und Tolga Kocak sind die einzigen beiden Spieler, die alle 19 Partien absolvierten. Westerwald war sogar der einzige Akteur, der alle 1710 Spielminuten auf den Plätzen stand. Zu nur einem Einsatz kamen der lange verletzte Thomas Altvater, "Oldie" Samer Softic und Reservespieler Youness Aleksic.

Gelbe Karten und Platzverweise:

Relativ weit unten - auf Rang 15 - ist der FVH in der Fairnesswertung zu finden. 64 Gelbe Karten sind eine Menge Holz. Dazu kommen noch vier "Ampelkarten" und eine Rote Karte dazu.

Ausblick und Perspektiven:

Der FV Hausen gehört zu den etablierten Vereinen in der KOL. Jahr für Jahr werden den Lila-Weißen Ambitionen auf den erstmaligen Aufstieg in die Gruppenliga nachgesagt. Bislang hat es noch nie dafür gereicht. Ob die Mannschaft in dieser Saison reif für den großen Coup ist, werden die kommenden Monate zeigen. Mit Torhüter Marc Sieber vom Ligakonkurrenten SC Weiss-Blau (Reyschmidt: "Auf der Torhüterposition hatten wir noch Bedarf") und den vom FC Tempo gekommenen Slobodan Zivkovic hat der Verein noch einmal nachjustiert. Große Töne spucken will Reyschmidt aber nicht und zeigt sich relativ bescheiden: "Wir wollen kleine Brötchen backen. Unser primäres Ziel ist es, uns spielerisch und fußballerisch zu verbessern".

Auch das Umfeld ist laut Reyschmidt noch nicht reif für die Gruppenliga: "Verbessern kann man immer etwas an den Strukturen beziehungsweise an kleinen Schrauben drehen". Mit der Vorbereitung zeigt sich Reyschmidt zufrieden, schränkt aber ein: "Zählen tut es erst, wenn es los geht. Dann sind die Ergebnisse in der Vorbereitung Makulatur". Die ersten beiden Gegner in der Punktrunde sind der FC Tempo und der 1. FC 02 Rödelheim. Ausgerechnet diese beiden Teams nahmen in der Vorwoche auch beim "Spargel-Cup" in Ginnheim teil. Nach wie vor für Reyschmidt eine suboptimale Konstellation. "Eine Absage kam für uns aber nicht in Frage. Wenn wir etwas zusagen, dann halten wir das auch ein. Auch wenn die Zusage von meinem Vorgänger gegeben wurde".

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