09.12.2016

Sicaja: "Die Tabelle lügt nicht"

Hessenliga: Eintracht Stadtallendorf träumt vom großen Coup

Del Angelo Williams (Mitte) und Eintracht Stadtallendorf haben allen Grund, sich über den bisherigen Saisonverlauf zu freuen. Foto: Charlie Rolff

Heimlich, still und leise hat sich Dragan Sicaja bei Eintracht Stadtallendorf ein echtes Hessenliga-Spitzenteam geformt. Auf große Namen verzichten die Mittelhessen – blendet man die Rückkehr von Daniel Vier (VfB Stuttgart U23) im Sommer aus – gänzlich. Beim TSV steht die Mannschaft im Vordergrund.

Bereits vergangene Saison spielte die Eintracht famos auf, ehe dem Team im April und Mai etwas die Puste ausging und Verletzungen die Sicaja-Elf aus dem Tritt brachten. „Uns hat ein wenig die Substanz und vielleicht auch die Qualität gefehlt“, blickt Sicaja zurück, der sich sicher ist, dass seine Mannschaft in dieser Saison den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gemacht hat. Das zeigen auch die Ergebnisse. Mit 38 Punkten aus 19 Spielen überwintert Stadtallendorf vor Alzenau (37) und Borussia Fulda (34) auf Platz zwei – und hat ein Spiel weniger als die direkte Konkurrenz.

„Die Tabelle lügt nicht“, sagt Sicaja mit Stolz. „Es gibt Vereine, die haben ganz andere Möglichkeiten als wir. Über Mannschaften wie Rot-Weiss Frankfurt oder Hessen Dreieich brauchen wir nicht zu reden. Auch Borussia Fulda ist eine Welt für sich. Man muss sich nur mal ihren Kader anschauen und sehen, wo ihre Neuzugänge hergekommen sind. Trotzdem können wir in dieser Saison wieder mithalten.“ Großen Respekt hat Sicaja derweil vor Alzenau, weil sie einen ähnlichen Weg gehen würden. „Sie haben viele junge, hungrige Spieler und werden bis zum Ende ein Wörtchen um Platz zwei mitreden“, glaubt der A-Lizenz-Inhaber.

Verstecken muss sich seine Mannschaft aber keineswegs. „Wir sind erfahrener geworden, haben unsere Fehlerquote minimiert. Das spiegelt sich in den Ergebnissen wider“, berichtet Sicaja, dessen Team abgesehen von einer Schwächephase im Oktober, als vier von drei Begegnungen verloren gingen, in dieser Saison überraschend stabil agiert. „Unser großes Plus ist die mannschaftliche Geschlossenheit“, sagt der 50-Jährige, dem wichtig ist, „dass sich keiner im Team zu wichtig nimmt. Mit guten Charakteren und dem jugendlichen Elan arbeite ich einfach gerne zusammen.“

Dieser Weg könnte Stadtallendorf nun sogar in die Regionalliga führen. Eine Herausforderung, vor der in Mittelhessen niemand zurückschrecken würde. „Wir beschäftigen uns erst damit, wenn es soweit ist. Klar ist doch aber auch: Warum sollten wir unseren Spielern das verwehren? Das ist doch der Traum von jedem Fußballer“, sagt Sicaja. Doch noch ist es nicht soweit, einige Brocken stehen noch bevor. Zum Beispiel am 26. Februar, wenn die Eintracht dann die Restrunde gegen den SV Steinbach eröffnen wird. Den Aufsteiger, der sie am dritten Spieltag mit 2:6 regelrecht verprügelte. „Es gibt immer ein Spiel in der Saison, wo bei dir gar nichts und beim Gegner alles funktioniert. Wir hatten dieses Spiel in Steinbach“, blickt Sicaja zurück. „Das ist für uns aber Schnee von gestern. Erinnerung hin oder her, wir spielen zuhause und werden ganz anders auftreten. In dieser Form wird sich mein Team nicht mehr präsentieren.“

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